FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

niedriger aus als bei einer vergleichba- ren Unternehmensanleihe, erklärt Oliver Gasser, Leiter Portfoliomanagement bei Bantleon Convertible Experts. Deshalb sind sie auch für Firmen besonders attrak- tiv: „Emittenten senken ihre Zinsausgaben im Vergleich zu herkömmlichen Anleihen und können die enthaltene Option in einem starken Marktum- feld vorteilhaft verkaufen“, sagt Stefan Meyer, Senior-Portfo- liomanager bei Fisch Asset Management. Von den aktuell hohen Zinsen profitieren aber auch die Anleger: „Höhere Zinsen veranlassen Emitten- ten dazu, attraktivere Kupons anzubieten“, so Meyer. Dies hebe die Anleihenuntergrenze an und liefere Investoren über die Haltedauer einen besseren Zinsertrag. Das globale Marktvolumen liegt insgesamt bei nur rund 500 Milliarden US-Dollar. Rund zwei Drittel davon stam- men aus den USA, Europa und Asien kommen jeweils auf weniger als 20 Prozent. Den Markt nutzen beson- ders oft Technologie- und Wachstums- firmen, in jüngster Zeit etwa SK Hynix, Lumentum oder auch Lenovo. Zuletzt hat das Emissionsvolumen an Conver­ tibles deutlich zugenommen und ist auf ein Mehrjahreshoch gestiegen. Dabei kommen auch immer mehr Investment-Grade-Emittenten an den Markt, der traditionell eher von Small- undMid-Cap-Firmen aus demHigh-Yield- Segment dominiert wird, wie Arthur Castillo, Portfoliomanager bei UBP, betont. Das durchschnittliche Rating des Marktes liegt ungefähr bei „BB“. Zahl- reiche Wandelanleihen kommen sogar ganz ohne externes Rating auf denMarkt, erklärt Daniel Zimmer, Portfoliomana- ger bei Aramea Asset Management. Für Fondsmanager sind die Papiere durchaus anspruchsvoll: Sie müssen muss nicht nur die Bonität des Emittenten beurteilen, sondern gleichzeitig dessen Aktie und die Bewertung der eingebetteten Option. Spannender Bereich Zuletzt befanden sich Wandelanleihen in einer Win-win-Situation: Zum einen haben die steigenden Aktienkurse immer mehr Papiere ins Geld getrieben. Zum anderen profitierten Anleger bei neuen Emissionen vom höheren Zinskupon. Während der Markt in Bewegung ist, suchen aktive Fondsmanager fortlaufend den „Sweet Spot“ zwischen Aktien- und Anlei- hennähe: In diesem hybriden Bereich reagiert der Wandler bereits spürbar auf steigende Aktienkurse, während die Anleihenkomponente einen Puffer gegen Kursverluste der Aktie bietet. UBP-Experte Castillo unter- scheidet zwei Arten von Wan- delanleihenportfolios: „ausge- wogene“ mit einer Aktien- sensitivität von etwa 40 bis 50 Prozent und eher „aktien- ähnliche“ mit einer Sensitivi- tät von etwa 60 bis 70 Pro- zent. Letzterer ist der Bereich, 140 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Wandelanleihen FOTO: © UNION BANCAIRE PRIVÉE, BANTLEON Zwei Wertpapiere in einem Schematisches Auszahlungsprofil von Wandelanleihen Unterhalb des Ausübungspreises verhalten sichWandelanleihen eher anleihenähnlich. Jeweiter der Aktienkurs über den Ausübungspreis steigt, umso aktienähnlicher verhält sich der Wandler. Besonders spannend ist der „hybride“ Bereich, in demder Kursverlauf konvex ansteigt und das Papier Anleihen- und Aktieneigenschaften aufweist. Quelle:LupusAlpha Bond Floor Wert Ausübungspreis Aktienpreis Aktienähnlich Anleiheähnlich Zahlungs- ausfall Balanced (hohe Konvexität) „out of the money“ „in the money“ Wandelanleihe Aktie Anleihe 1 Jahr Arthur Castillo, Union Bancaire Privée (UBP): „Die Aktienkorrelation von 60 bis 70 Prozent ist bei Wandelanleihen der ‚Sweet Spot‘.“ Oliver Gasser, Bantleon Convertible Experts: „Wandelanleihen haben trotz hoher Aktienmarkt­ bewertungenweiteres Aufwärtspotenzial.“

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