FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

tige Nachweis nachhaltiger Gewinne ent- scheidet darüber, ob die hohe Bewertung gerechtfertigt war oder nicht“, mahnt Portfoliomanager Grass. Beschränkter Zugang Doch selbst Freunde der Raumfahrt- branche mahnen angesichts der Feierlaune zur Vorsicht. „Viele der derzeit interessan- testen Unternehmen bleiben länger in Privatbesitz“, sagt Jennifer Pruitt, Portfo- liomanagerin der New Yorker Investment- boutique Liberty Street Advisors, die in Europa vom Schweizer Fondshaus GAM vertreten wird. Unternehmen würden spä- ter in ihrem Entwicklungsstadium, dafür aber mit einer größeren Marktkapitalisie- rung aufs Parkett streben. „Im Schnitt ist das Alter eines Unter- nehmens zumZeitpunkt des Börsengangs von vier Jahren im Jahr 1999 auf zwölf Jahre in den letzten Jahren gestiegen“, erklärt Pruitt. „Die mittlere Marktkapita- lisierung ist in der Zeit von rund 500 Mil- lionen US-Dollar auf 1,8 Milliarden US- Dollar gewachsen.“ Die Finanzexpertin zieht daraus den Schluss, dass ein erheb- licher Teil des Wachstums bereits stattfin- det, „bevor ein Unternehmen überhaupt an die Börse geht“. „Der Zugang zu diesem Wachstum war bisher weitgehend auf Risikokapital­ gesellschaften, institutionelle Anleger und Family Offices beschränkt“, führt die Portfoliomanagerin aus. Privatsparer blei- ben in dieser lukrativen Frühphase somit außen vor und haben insgesamt schlech- tere Karten. Das bestätigt das Beispiel Space X. Die Begeisterungsstürme führten zu einem Emissionspreis von 135 Dollar. Die Erstnotiz lag bei 150 Dollar. In den ersten Wochen schoss der Kurs zeitweise auf mehr als 200 Dollar, geriet seither aber ins Trudeln. Als Profiteure gelten also zunächst Investoren, die im Zuge der Erstnotiz von Space X eine Zuteilung der neuen Aktien erhalten haben. Dazu zählt etwa Union Investment, der Fondsanbieter der Genossenschaftsbanken. „Beim Bör- sengang haben wir eine Topzuteilung in Europa bekommen“, berichtet Vorstands- chef André Haagmann. „Wir haben dann nach den deutlichen Kursanstiegen einen Teil wieder verkauft und für unsere Anle- ger Gewinne mitgenommen.“ Früher Einstieg Andere Akteure wie Mitarbeiter, Grün- der oder auch externe Investoren wie Liberty Street Advisors sind sogar noch länger dabei und verbuchen eine ganz andere Wertsteigerung. „Wir haben 2019 in das Unternehmen investiert, als es noch privat war“, sagt Portfoliomanage- rin Pruitt. „Die Beteiligung haben wir während des anschließenden Wachstums und des späteren Börsengangs gehalten.“ Solche Zugänge ermöglichen allenfalls Privatmarktvehikel, die Retailinvestoren bislang nur sporadisch offenstehen. Das Gros der Privatanleger kommt erst später zum Zug, etwa wenn die Aktien von Publikumsfonds gekauft oder in Indizes aufgenommen werden und somit in ETFs landen. Ob ein Investment sich Wochen oder gar Monate nach dem Bör- sengang als Griff ins fallende Messer oder als perfekte Einstiegschance herausstellt, lässt sich erst im Lauf der Zeit beantwor- ten. SEBASTIAN ERTINGER FP Kleiner Astronauten-Kreis | Raumfahrtfonds und -ETFs Name ISIN Volumen (in Mio. EUR) Laufende Kosten (in %) Performance in % Laufendes Jahr 1 Jahr 3 Jahre p.a. 5 Jahre p.a. Fonds Neuberger Next Generation Space Economy IE00018YKVN0 577,3 1,81 9,8 20,8 – – Echiquier Space LU2466448532 542,0 1,84 7,9 15,7 30,6 10,0 ETFs Van Eck Space Innovators ETF IE000YU9K6K2 1.509 0,55 19,0 46,3 45,4 – iShares Space Technologies ETF IE000A9G9R73 23,3 0,50 – – – – WisdomTree Space Economy ETF IE000VDH1PG3 9,2 0,50 – – – – SeraphimNewSpace ETF IE000SDZFVP4 – 0,75 – – – – Die Zahl der Fonds und ETFsmit „Space“ imNamen ist seit demSpace-X-Börsengang gewachsen. Quelle:Morningstar|sortiertnachVolumen|Stand:31.8.2026 162 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Weltraumfonds FOTO: © FUGGERBANK » Bisher kann Space X zwar eine beeindruckende Umsatz- entwicklung, aber nur Verluste ausweisen. « Oliver Grass, Fuggerbank

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