FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Boden unter den Füßen Der Wohnungsinvestmentmarkt leidet nach wie vor unter den Folgen von Zinswende und Energiekrise. Es mehren sich aber die Zeichen einer Stabilisierung – und sogar einer Erholung. D er deutsche Markt für Wohnungs- investments hat sich in der ersten Hälfte dieses Jahres vergleichsweise stabil entwickelt. Die großen Maklerunterneh- men, deren Research-Abteilungen den Markt sehr genau beobachten, geben das Volumen der gehandelten Wohnimmo- bilien in einer Größenordnung zwischen 3,6 Milliarden (CBRE, siehe auch Grafik nächste Seite) und 4,4 Milliarden Euro (BNP Paribas Real Estate) an. Markt kleinteiliger Die Unterschiede sind überwiegend der jeweils unterschiedlichen Erhebungs- systematik geschuldet. So berücksichtigt CBRE beispielsweise lediglich Objekte mit mehr als 50 Wohneinheiten, bei BNP gehen demgegenüber bereits Objekte mit mehr als 30 Einheiten in die Statistik ein. Außerdem stieg die Zahl der einzelnen Transaktionen bei mehr oder weniger gleichgebliebenem Volumen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025, das heißt, das Volumen der einzelnen Transaktion ist im Schnitt zurückgegangen, der Markt ist kleinteiliger geworden. „Insbesondere im kleineren und mittleren Segment tref- fen Objekte auf eine robuste Nachfrage, während Investoren im dreistelligen Mil- lionenbereich weiterhin sehr selektiv agie- ren“, analysiert Marco Högl, Leiter Woh- nungsinvestments beimMaklerunterneh- men Savills. Für das restliche Jahr erwarten die Marktanalysten eine etwa gleichbleibende Transaktionsintensität, sodass die meisten von einer Verdopplung der Zahlen des ers- ten Halbjahres ausgehen. Das Marktvolu- men bleibt trotzdem deutlich hinter dem von CBRE ausgewiesenen langjährigen Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 von 16,8 Milliarden Euro zurück. Dennoch hat sich inzwischen wieder Zuversicht breitgemacht. „Der Markt kehrt Schritt für Schritt zurück. Mehr Investoren prüfen aktiv Opportunitäten, und die Preisvorstellungen nähern sich wieder an. Das sorgt für mehr Bewe- gung imMarkt“, sagt zum Beispiel Stefan Wilke, Head of Residential Investment Deutschland bei CBRE. Attraktives Asset Der Immobilienspezialist Patrizia kommt in seiner diesjährigen Befragung von rund 100 institutionellen Anlegern zu dem Ergebnis, dass sie Immobilien­ investments im Allgemeinen kritisch bewerten, weil das Transaktionsaufkom- men schrumpfen und die Bewertungen sinken würden, was wiederum die Finan- zierungskosten erhöhen würde. „Inves- toren favorisieren Sektoren mit einer starken, langfristigen Nachfrage und resilienten Cashflows. Aus diesem Grund schätzen sie vor allem die Bereiche Woh- nen und spezialisierte Wohnformen. Ein strukturell geringes Angebot, die demo- grafische Entwicklung und der Bedarf an modernen Wohnimmobilien schaffen Das Transaktionsaufkommen im deutschenWohnimmobilienmarkt ist gering, dafür sind die Renditen auf Spitzenniveau. Der Markt erholt sich – allerdings von einemsehr niedrigen Niveau kommend. » Der Markt kehrt Schritt für Schritt zurück. « Stefan Wilke, CBRE 200 fondsprofessionell.de 3/2026 SACHWERTE Wohnungsinvestments FOTO: © GRAND WARSZAWSKI | STOCK.ADOBE.COM

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