FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Projekt Marktintegration Die Förderung erneuerbarer Energien soll an ihren Marktpreis und ihre Netzkompatibilität gekoppelt werden. Das trifft bei Anbietern von Erneuerbare-Energien-Investments auf verhaltenes Echo. B is Ende des Jahres muss das Erneuer- bare-Energien-Gesetz (EEG) novel- liert werden. Denn: Die staatliche Förde- rung einzelner Wirtschaftszweige bedarf der Genehmigung durch die Europäische Union, und die zuletzt erteilte läuft zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Mit demZiel, den Ausbau erneuerbarer Energien zwar weiterhin zu fördern, sie aber marktkonformer und verlässlicher zumachen, hat die Bundesregierung Ende Juli dieses Jahres zwei Gesetzentwürfe beschlossen: die EEG-Novelle 2027 und das sogenannte Netzanschlusspaket. EEG-Novelle 2027 Mit dem EEG-Entwurf vollzieht die Regierung eine Abkehr von der bishe- rigen Förderpolitik. Bundeswirtschafts­ ministerin Katherina Reiche sprach bei der Präsentation denn auch von einem „Paradigmenwechsel bei den Erneuerba- ren“. Im Kern sieht sie den Übergang von einer mengen- und einspeisevergütungs- orientierten zu einer stärker markt- und systemorientierten Förderung vor. Am deutlichsten zeigt sich das bei der – von der EU vorgegebenen – Einführung von Differenzkontrakten. Mit ihnen tritt eine Orientierung am Marktpreis an die Stelle einer fixen Vergütung jeder produ- zierten Kilowattstunde. Betreiber neuer Anlagen sollen ihren Strom eigenverant- wortlich vermarkten. Als Förderung gibt es nur noch einen Ausgleich zwischen einem festgelegten Referenzpreis und dem tatsächlich erzielten Marktpreis – allerdings in beide Richtungen: Liegt der erzielbare Marktpreis unterhalb des Refe- renzwerts, bekommt der Betreiber eines Öko-Kraftwerks die Differenz als Förde- rung ausbezahlt, erzielt er jedoch einen höheren Preis, dann muss er die Differenz als sogenannten Refinanzierungsbeitrag abführen (siehe Grafik Seite 216). Engpass Netzanschluss In den vergangenen Jahren ging der Ausbau von Erneuerbare-Energien-Kraft- werken schneller voran als der Ausbau der Netzkapazitäten. Deshalb kam es regelmäßig zu technischen Engpässen. Weil der produzierte Strom nicht in aus- reichendem Maß dorthin transportiert werden konnte, wo er gerade gebraucht wurde, haben Netzbetreiber Wind- und Solaranlagen abgeregelt, um die Stabili- tät der Netze zu sichern (Redispatch).Das führte dazu, dass der Anteil der erneuer- baren Energien an der Stromproduktion in den vergangenen drei Jahren immer größer war als ihr Anteil an der ins Netz eingespeisten Strommenge (siehe Grafik nächste Seite). Die Bundesnetzagentur gibt die Kosten für Redispatch-Maßnahmen mit mehr als drei Milliarden Euro allein für 2025 Die bevorstehende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht den Übergang von einer men- gen- und einspeisevergütungsorien- tierten zu einer stärker markt- und systemorientierten Förderung vor. » Mit diesem Paket schaffen wir einen Paradigmenwechsel bei den Erneuerbaren. « Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie 212 fondsprofessionell.de 3/2026 SACHWERTE Erneuerbare Energien FOTO: © LOVELYDAY12 | STOCK.ADOBE.COM

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