FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
zu können. „Diese Faktoren sind zwar bereits jetzt im Rahmen der Due Dili- gence relevant, werden künftig aber noch stärker in die Bewertung und Struktu- rierung der Investments einfließen“, sagt Bernd Müller, Head of Infrastructure Asset Management der Commerz Real. Differenzkontrakte Die Förderung erneuerbarer Ener- gien wurde bereits 2012 am Marktpreis orientiert: Lag der durchschnittliche Marktpreis höher als das, was die einzelne Anlage beim Verkauf ihres Stroms erzielen konnte, erhielt ihr Betreiber die Differenz als Förderung ausbezahlt. Gemäß einer EU-Vorgabe muss der Differenzausgleich künftig aber in beide Richtungen erfolgen. „Zweiseitige Diffe- renzverträge sind aus Sicht der Finanzierung hilfreich, weil sie die Cashflows stabi- lisieren. Gleichzeitig reduzie- ren sie aber die Partizipation an außergewöhnlich hohen Marktpreisen. Ein Marktkorridor kann deshalb ein guter Kompromiss sein“, sagt Thorsten Eitle, Vertriebsgeschäftsführer beim Solarinvestor HEP. Ein Marktkorridor, wie ihn die EE-Ver- bände fordern, würde einen Bandbrei- tenbereich oberhalb des Referenzwerts definieren, innerhalb dessen es zu keiner Erlösabschöpfung käme. „Damit würde ein finanzieller Anreiz geschaffen, eine bedarfsgerechte und flexible Einspeisung darzustellen“, sagt Busboom. Es würde erstens die Einspeisung bei hoher Nach- frage belohnt, und zweitens würde es sich lohnen, Speicherkapazitäten, die für das Gesamtsystem dringend erforderlich sind, zu bauen, ergänzt Busboom. Flexibilität Der Gesetzentwurf verlangt von den Betreibern von EE-Anlagen deutlichmehr Flexibilität, was Zeitraum und Menge ihrer Stromerzeugung betrifft. Insofern kommt Batteriespeichern eine wesentli- che Funktion zu. Das Netzanschlusspaket sieht dafür auch Erleichterungen beispiel- weise für Co-Location-Speicher vor, die – vor dem Einspeisepunkt installiert – Leis- tungsspitzen nach oben und unten abfe- dern. „Auch das Instrument der flexiblen Netzanschlussvereinbarungen wird weiter gestärkt und im Netzanschlussverfahren besser verankert. So sollen unter anderem zusätzliche Informations- und Transpa- renzpflichten für Netzbetreiber die Nut- zung flexibler Netzanschlüsse erleichtern“, sagt Dominik Schall, Leiter des Geschäfts- bereichs Energie und Infrastruktur beim Fondsanbieter BVT. Christiane Kaufholt-Mecke, Geschäfts- führerin der Reconcept, die dieses Jahr eine Anleihe zur Finanzierung von Batteriespei- chern platziert hat, sagt: „Für unsere Solar-BESS-Projekte ist insbesondere die geplante Begrenzung der Anschluss- leistung neuer Freiflächen- anlagen auf 70 Prozent der installierten Leistung relevant. Sie schafft einen zusätzlichen Anreiz, Erzeugungs- und Spei- cherleistung intelligent zu kombinieren.“ Die Richtung des neuen Gesetzes ist klar, Details har- ren jedoch noch der Ausar beitung. TILMAN WELTHER FP 216 fondsprofessionell.de 3/2026 SACHWERTE Erneuerbare Energien FOTO: © CHRISTOF MATTES I COMMERZ REAL, CSM RECONCEPT Wechselseitige Verpflichtung Modell des geplanten EEG-Differenzkontrakts 1 Differenzverträgemüssen in beide Richtungen gelten, hat die EU 2024 festgelegt. 1 aufBasisvonWertenfürSolarstrom inDeutschland2025 Quelle:Netztransparenz.de |Grafik:FONDSprofessionell er Last er Erzeugung 0 2 4 6 8 10 12 Refere zpreis Marktpreis Dez. Nov. Okt. Sept. Aug. Juli Juni Mai April März Feb. Jan. Betreiber erhält Di erenz als Förderung Betreiber muss Di erenz abführen Referenzpreis 1 Jahr Marktpreis 0,00 % 0,00 Bp 0,00 Mio. Euro/USD 0,00 Mrd. Euro/USD 0 Mio. Mrd. 0,00 % Cent/ kWh 2025 Bernd Müller, Commerz Real: „Netzdienlichkeit und Flexibilität werden künftig noch stärker in die Strukturierung der Investments einfließen.“ Christiane Kaufholt-Mecke, Reconcept: „Ein zusätzlicher Anreiz, Erzeugungs- und Speicher leistung intelligent zu kombinieren.“
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