FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Verkaufs vorteil Viele Finanzberater planen die Veräußerung ihres Bestands. Die Umstellung auf eine White-Label-Vermögensverwaltung kann dabei helfen, auch wenn es einige Punkte zu beachten gilt. S eit einigen Jahren gibt es einen neuen Trend unter gewerblichen Finanzanlagenvermittlern: Viele von ihnen beraten Anleger nicht mehr zuvor- derst zu Investmentfonds, sondern ver- mitteln ihren Kunden lieber eine standar- disierte Vermögensverwaltung (VV). Am Markt finden sich rund 200 Angebote unabhängiger Vermögensverwalter, die mit Vermittlern kooperieren (siehe FONDS professionell 3/2025, Seite 294). Vermittler mit Erlaubnis gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) oder Anschluss an ein Haf- tungsdach können auch selbst festlegen, was in den Kunden- depots passiert: Acht Vermö- gensverwalter bieten entspre- chende White-Label-Lösungen an. Sie gehören zu Dienstleistern, die für ihr Pool- oder Haftungsdach- geschäft bekannt sind. Informatio- nen zu deren Konditionen für die White-Label-Angebote finden Sie auf den folgenden Seiten. Die Nachfrage nach solchen White-Label-Angeboten wächst, wenn- gleich sie insgesamt noch keine domi- nante Rolle am Markt spielen. Über alle Gesellschaften hinweg ist die Zahl solcher gewerblichen Strategieberater in den ver- gangenen zwei Jahren von rund 300 auf mittlerweile fast 400 gestiegen. Auch das verwaltete Volumen dieser White-Label- Vermögensverwaltungen hat zugenom- men, wenngleich die gute Börsenent- wicklung einiges dazu beigetragen haben dürfte (siehe Grafik nächste Seite). Elegante Lösung Für den Trend hin zur VV gibt es bekanntlich mehrere Gründe. Da Anle- ger den Vermögensverwaltern ein volu- menabhängiges Entgelt zahlen, von dem wiederum der Vermittler einen Anteil erhält, der regulatorisch nicht als Zuwen- dung gilt, können die 34f-Vermittler die Diskussion um ein Provisionsverbot ent- spannt verfolgen. Außerdem erleichtert eine solche Lösung die Tagesarbeit enorm: Statt jedem Kunden mit viel Dokumen- tations- und Zeitaufwand eine Depot- umschichtung zu empfehlen, werden die VV-Portfolios gewissermaßen auf Knopf- druck angepasst. Hinzu kommt, dass White-Label- Vermögensverwaltungen für Ver- mittler interessant sind, die alters- bedingt kürzertreten oder in den Ruhestand gehen und ihren Bestand verkaufen möchten. Sowohl Vermögensverwalter als auch unabhängige Experten berichten, dass dieser Aspekt immer öfter ein Grund für gewerb- liche Vermittler ist, auf VV-Modelle umzustellen. Doch obwohl eine White-Label-VV einWerttreiber für den Bestand des Vermittlers ist, gilt es, einige Aspekte zu beachten. Vorteile Die Vorteile liegen klar auf der Hand: „Der Aufwand für die Kundenbetreu- » Berater können bei vielen White-Label- VV die Gebühren freier bestimmen, also auch erhöhen. « Andreas Grimm, Resultate Institut Eine Vermögensverwaltung, die den eigenen Namen trägt, obwohl man die dafür eigentlich nötige Bafin-Erlaubnis gar nicht hat?White-Label-Modellemachen esmöglich. 284 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Vermögensverwaltung FOTO: © MARCEL PASCHERTZ | STOCK.ADOBE.COM | FOTOMONTAGE: FONDS PROFESSIONELL

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