FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
ung wird deutlich geringer und lässt sich mit verschiedenen Lösungen darstellen, die einen schrittweisen Einstieg in den Ruhestand ermöglichen“, erklärt Michael Leis, Prokurist der Wealthkonzept Ver- mögensverwaltung, die zum Maklerpool Fondskonzept gehört. Andere Vermögens- verwalter bestätigen, dass dieses Motiv des gleitenden Ruhestands für ältere 34f-Vermittler eine immer größere Rolle spielt, wenn sie Vermögensverwaltungen wählen. Werttreiber Plant der 34f-Vermittler, sofort in Rente zu gehen und seinen Bestand zu verkau- fen, ist die Umstellung auf eine White- Label-Vermögensverwaltung ebenfalls ein Werttreiber – zumindest wenn die Stra- tegie gut performt und die Umsätze auf gleicher Höhe gehalten werden können. Experten nennen verschiedene Gründe: „Eine professionelle Vermögensverwal- tung bietet wiederkehrende, kalkulier- bare Erlöse, standardisierte Prozesse und eine hohe regulatorische Sicherheit“, sagt Petra Walter, Geschäftsführerin der DFP Deutsche Finanz Portfolioverwaltung. Die Mandate müssen schließlich nicht regelmäßig neu verhandelt und vomBera- ter erklärt werden. „Zudem ist letztlich der Vermögens- verwalter für die Asset-Allo- kation verantwortlich, nicht der 34fler. Dadurch ist das Haftungsrisiko deutlich nied- riger als bei wiederkehrenden Beratungen und Portfolioan- passungen“, ergänzt Andreas Grimm, Geschäftsführer des Resultate Instituts, das Finanz- anlagen- und Versicherungs- vermittler bei Bestandsüber- tragungen berät. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: „Berater können bei vielen White-Label-VV die Gebühren freier bestimmen, also auch erhöhen“, sagt Grimm. „Das ist gerade hinsichtlich eines Verkaufs inter- essant.“ Denn der Verkaufswert bemesse sichmeist am operativen Gewinn (Ebitda), der durch höhere Gebühren bei gleich- bleibenden Kosten steige. René Delrieux, Inhaber des Aufkäufers DTFH Deutsches Fondshaus, bestätigt, dass derartige VV- Bestände als attraktiv gelten. „Im Schnitt werden Fondsbestände mit einem Faktor 2,5 bis 3,5 der wiederkehrenden Umsätze verkauft. Bei solchenWhite-Label-VVwer- den durchaus Faktoren zwischen drei und vier aufgerufen“, berichtet er. Verträge Genau hinschauen muss man bei den Verträgen – aber von vorn: „Bei White- Label-Vermögensverwaltungen schließt der Vermittler einen Vertrag mit dem Finanzportfolioverwalter, von dem er eine Vergütung bekommt, und nicht mit den einzelnen Kunden“, erklärt Philipp Mertens, Partner der Kanzlei BMS Rechts- anwälte in Düsseldorf. Diese Vergütungs- ansprüche kann man veräußern. „In der Praxis sind diese Verträge zwar unter- schiedlich ausgestaltet, im Kern regeln sie aber die Anlageberatung zur Zusammen- setzung des vom Vermögensverwalter betreuten Portfolios und die Zuführung des Kunden, meist zusammen mit Pflich- ten zur Kundenkontaktpflege“, ergänzt Christoph Küppers, Syndikusrechtsanwalt der Reuss Private Holding (siehe auch FONDS professionell 1/2025, Seite 410). Pros und Cons Diese Konstellation hat Plus- und Minuspunkte. „Ein großer Vorteil ist, dass ein Käufer weder für den Über- trag im Kaufprozess noch bei der späteren Weiterbe- treuung die Zustimmung der Kunden einholen muss“, so Delrieux. „Kunden können nach einem Bestandsverkauf natürlich immer noch kündi- gen, wenn sie mit dem neuen Berater nicht zufrieden sind. Allerdings ist der Abrieb deut- 286 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Vermögensverwaltung FOTO: © BMS RECHTSANWÄLTE Immer beliebter Von 34f-Vermittlern beratene Fonds-Vermögensverwaltungen Die Volumen der Fonds-VV steigt deutlich. *basierend auf Angaben von BfV,DFP,NFS Hamburger Vermögen, ReussPrivateBankundWealthkonzept(nurstandardisiertePortfolios) Quelle:FONDSprofessionellErhebung 0 1 2 3 4 5 2026 2025 2024 Verwaltetetes Vermögen * 4,2 Mrd. Euro 3,0 Mrd. Euro 2,3 Mrd. Euro Mrd. Euro » Kunden können nach einem Bestandsverkauf natürlich immer noch kündigen, wenn sie mit dem neuen Berater nicht zufrieden sind. « Philipp Mertens, BMS Rechtsanwälte
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