FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

wenden wir uns seitdem an Kunden, deren Vermögen nicht ausreicht, um von einem Multi-Family-Office betreut zu werden, die aber ähnliche Dienstleistun- gen benötigen. Das ist unsere Nische“, so Harscher. Unternehmenskäufe Ein weiterer Grund für die Neuaus- richtung des Geschäfts auf vermögendere Kunden ist, dass sie finanziell schlicht interessanter sind. Harscher und er merk- ten jedoch schnell, dass das organische Wachstum der Gesellschaft Grenzen hatte. Darum übernahmen sie 2023 und 2024 je einen Maklerbestand. Im vergan- genen Jahr kaufte Gronau das größere HdB, das vergleichbare Dienstleistungen anbietet wie die Capgro – Gronau spricht von einem „Match“. Die Übernahmen wurden teilweise aus Eigenmitteln, teil- weise mithilfe der Hausbank gestemmt. Für Gronaus Einstieg bei der HdB- Gruppe gibt es aber noch einen wichtigen Grund: „Wir wollten die Kompetenzen für die Immobilienseite und die Hausver- waltung ins Haus holen“, sagt er. Die Cap- gro hatte diese Services mithilfe externer Partner angeboten. An den HdB-Tochter- firmen, die die entsprechenden Dienst- leistungen anbieten, sind die vormaligen HdB-Inhaber Gerd Maier und Jürgen Weidel weiterhin beteiligt, bei der Hol- ding ist Gronau der alleinige Eigentümer. Durch den Zusammenschluss mit dem HdB hofft Gronau auch auf Cross- Selling-Potenzial sowie Synergieeffekte. „Wenn für einen Kunden im Rahmen der Finanzplanung ein Immobilieninvest- ment sinnvoll erscheint, können wir ein entsprechendes Objekt vermitteln oder als Bauträger selbst errichten sowie die Verwaltung von vermieteten Immobilien übernehmen“, berichtet er. „Und wenn jemand eine Immobilie verkauft, sind wir erster Ansprechpartner für die Wieder­ anlage des Geldes“, ergänzt Harscher. Zentrale Ansprechpartner Nach dem Zusammenschluss der bei- den Unternehmen setzten sie die internen Prozesse neu auf: Das HdB hat wie die Capgro umfassend zu Fonds, Versiche- rungen und Immobilien beraten. Aller- dings hatten die Kunden keinen zentra­ len Ansprechpartner. „Wir betrachten seit jeher jedes Mandat als Ganzes. Alle Themen greifen ineinander und werden aufeinander abgestimmt, was gerade bei komplexeren Vermögensstrukturen nur geht, wenn ein Berater die Fäden in der Hand hat“, erläutert Gronau. Mit Blick auf das Vergütungsmodell fahren sie mehrgleisig: Für die Vermitt- lung und Betreuung der Fondsanlagen, die auf Basis einer Erlaubnis gemäß Para- graf 34f Gewerbeordnung erfolgt, veran- schlagen sie abhängig vom Anlagevolu- men eine Service Fee. Für Versicherungen und die Vermittlung von Immobilien bekommen sie Provisionen, für die Haus- verwaltung gibt es Gebührensätze. Die Generationenberatung und alle sonstigen Services erfolgen gegen Honorar. Mehr Marketing Seit der Übernahme des HdB forcieren Gronau und seine Mitstreiter die Kun- denwerbung. Bisher kamen neue Kunden zumeist über Empfehlungen bestehender Mandanten. So haben sie ihre Social- Media- und Marketingaktivitäten hoch- gefahren. Hinzu kommt das Sponsoring verschiedener Vereine und Events. Für die Social-Media-Aktivitäten haben sie eine Vollzeitkraft, eine Teilzeitkraft kümmert sich ums restliche Marketing. „Wir wollen noch größer werden. Dafür legen wir nun die Fundamente“, erklärt Gronau. Dass er und Harscher dieses Handwerk beherrschen, haben sie bewiesen: Bei der Capgro starteten sie mit 8,5 Millionen Euro an betreutem Kundenvermögen in liquiden Assets, mittlerweile sind es mehr als 100 Millionen Euro. JENS BREDENBALS FP » Wenn jemand eine Immobilie verkauft, sind wir erster Ansprech- partner für die Wieder- anlage des Geldes. « Marvin Harscher, Haus der Berater 298 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Alexander Gronau | Haus der Berater FOTO: © CELINA ALEXANDER | HAUS DER BERATER Das „Haus der Berater“-Führungsteam (v.l.n.r.): Gerd Maier (Geschäftsführer HdB-Gruppe), Sina Unger (Geschäftsführerin der Hausverwaltung), Marvin Harscher (Geschäftsführer HdB-Gruppe) und Alexander Gronau (Geschäftsführer HdB-Gruppe).

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