FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
ten großen Vertrieb übernommen, der in absehbarer Zeit frei zum Verkauf stehen kann. Deswegen sind wir nicht getrieben, weitere Fusionen zu tätigen, aber wir prü- fen immer ergebnisoffen. AbgesehenvonderTelis-Übernahmedurch IhrHausgibt esunterdenFinanzvertrieben keinegroßenM&A-Aktivitäten, ganzanders alsamMaklermarkt.Warum? Darauf kann ich nur allgemein und aus meiner persönlichen Sicht antworten. Fakt ist, dass viele Käufe mit Kapital von Beteiligungsgesellschaften erfolgen. Das sind in aller Regel angelsächsische Unter- nehmen, die den Maklermarkt in Groß- britannien konsolidiert haben und ihr Anlagemodell auf andere große Märkte übertragen, also auch auf Deutschland. Die Investoren setzen auf Größe, daher wurden hierzulande zuerst die großen Fir- menkundenmakler übernommen, mehr und mehr schauen sie sich jetzt den Pri- vatkundenbereich an. Das Problem bei den Finanzvertrieben ist für sie, dass in Deutschland kein wirklich großes Unter- nehmen aus diesem Segment zum Ver- kauf steht. Die Investoren müssten also kleinere Einheiten kaufen – das tun sie bislang aber nicht. Ich bin mir sehr sicher: Die Private-Equity-Gesellschaften ärgern sich, dass wir die Telis gekauft haben. Diese Firmengruppe wäre auch für sie ein logisches Ziel gewesen. Nach dem Kauf der Telis wurde gemeldet, dass Swiss Life Select die Handelsvertre- terverträge mit den Beratern überarbeitet hat.Waswar derAnlass? Dafür gab es mehrere Gründe. Wir sind immer noch dabei, die Back-Offices und die IT der vier Vertriebe weiter zu har- monisieren. Daraus folgte, dass wir auch die tatsächlich noch unterschiedlichen Vertriebspartnerverträge anpassen und auf den neuesten Stand bringen sollten – inklusiver einiger juristischer Updates. Außerdemmussten wir rechtliche Schutz- mechanismen einziehen, da zuletzt ver- mehrt Mitbewerber mit unlauteren Methoden Berater abgeworben haben. Experten haben einige der Neuerungen kritisiert, unter anderem die verschärften Regelungen zu Vertragsstrafen. Was ant- wortenSie? Der bei Weitem größte Teil der Wechsel von Beratern verläuft korrekt und pro- blemlos. Da setzt es keine Strafen. Aber wir hatten ein paar Fälle, ohne Details zu nennen, die gegen alle Regeln verstoßen haben – um es mal so zu formulieren. In diesen Fällen mussten Vertragsstrafen aus- gesprochen werden. Okay.ImZusammenhangmitdenneuenVer- trägen ist auch die Rede von einem neuen „Karriere-Plan“:Washeißt das? Wir haben die Beförderungen weiter objektiviert. Es gibt bei Swiss Life Select wie auch bei Mitbewerbern verschiedene Vergütungsstufen für die Berater. In den ersten Jahren und teilweise auch Jahr- zehnte nach der Gründung von Finanzbe- ratungen wie unseren konnte man über- all die höchste Stufe nur erreichen, wenn man weitere Berater anbaut. Es gibt aber viele Berater, die möchten keine weiteren Vermittler werben und führen, sondern sich ausschließlich um ihre Kunden küm- mern. Denen geben wir schriftlich, dass alle die höchste Stufe erreichen können und nicht nur einige wenige – voraus- gesetzt, er oder sie liefert Leistung in der geforderten Qualität. VielenDank für dasGespräch. JENS BREDENBALS FP KURZ-V I TA : Matthias Wald MatthiasWald, Jahrgang 1974, begann seine Karriere als Assistent des Vorstandschefs beimAWD, wo er nach mehreren Stationen 2011 zumDirektor Vertrieb auf- stieg. 2013wurde der promovierte Volkswirt Vertriebs- geschäftsführer von Swiss Life Select Deutschland, wie der AWD nach der Übernahme durch den Versicherer hieß. Seit 2015 ist WaldMitglied der Geschäftsleitung und Leiter der Finanzvertriebe von Swiss Life Deutschland. » Wir profitieren auch davon, dass andere Branchen in der Krise stecken. « Matthias Wald, Swiss Life Deutschland VERTRIEB & PRAXIS Matthias Wald | Swiss Life Deutschland 304 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © DANIEL GEORGE FÜR FONDS PROFESSIONELL
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