FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Da kommt was in Bewegung Um das Altersvorsorgedepot zu vermitteln, brauchen Berater die Unterstützung von Fondsanbietern, Vermögensverwaltungs- plattformen und Maklerpools. Und die bringen sich jetzt in Position. E s war eine echte Kampfansage, mit der Erik Podzuweit Ende August breitenwirksam via „Bild“-Zeitung an die Öffentlichkeit ging: „Wir machen das Standarddepot gebührenfrei“, erklärte der Chef des Neobrokers Scalable Capital. Die vereinfachte Variante des von der Bundes- regierung geplanten Altersvorsorgedepots (AV-Depots), das am 1. Januar 2027 an den Start gehen wird, will sein Unternehmen Anlegern quasi kostenlos offerieren. Für die Kunden sollen nur die Gebühren der dahinterliegenden ETFs anfallen, die der Firmengründer auf maximal 0,15 Prozent im Jahr beziffert. Im ersten Jahr will Sca­ lable sie sogar auf null drücken. Anfang September legten der Online- vermögensverwalter Quirion und der ETF-Gigant Vanguard mit einem kosten- losen Vertrag und Indexfonds nach, die sich mit Kosten von 0,07 bis 0,08 Prozent im Jahr begnügen. Schon wenige Tage später konterte Smartbroker. „Ihr Alters- vorsorgedepot kommt ohne Depot-, Spar- plan- und Smartbroker-Orderprovisionen aus sowie mit einer ETF-Kostenerstattung für Standard-Altersvorsorgedepots“, kün- digte der Onlinebroker werbeträchtig an. Und nicht viel später stieg die Deka in den Wettbewerb um das AV-Depot ein. Die Effektivkosten für die Standardvariante sollen sich auf lediglich 0,1 Prozent pro Jahr belaufen, teilte das Wertpapierhaus der Sparkassen mit. Preiskampf eröffnet Damit ist klar: Der Preiskampf um das AV-Depot ist eröffnet. Doch was für Spa- rer auf den ersten Blick positiv erscheinen mag, muss ihnen auf lange Sicht nicht unbedingt zum Vorteil gereichen. Wer etwa eruieren möchte, ob es sich lohnt, einen bestehenden Riester-Vertrag in das neue Fördersystem zu überführen, braucht Beratung. Aufwendige Dienst- leistungen dieser Art sind auf Dauer nicht kostenlos anzubieten. Ganz abgesehen davon müssen Finanzberater erst einmal Zugang zu einem AV-Depot bekommen, das sie vermitteln können. Denn klar ist, dass sie darüber zwar informieren kön- nen, selbst auflegen dürfen sie es aber nicht. Dafür brauchen sie Fondsgesell- schaften, Depotbanken, Maklerpools oder Vermögensverwaltungsplattformen, die ein Altersvorsorgedepot anbieten. Und die bringen sich so langsam in Stellung. White-Label-Lösungen Die digitale Plattform Apeiron Wealth Cloud, die unabhängigen Finanzberatern die Vermögensplanung und -verwaltung sowie Wertpapierabwicklung anbietet, will in den Preiskampf um das AV-Depot nicht einsteigen. „Unser Individualdepot wird mit einem Prozent nicht mehr kos- ten als die Standardvariante“, sagt Lars Reiner, Mitgründer von Apeiron. Die Plattform kooperiert mit der lizenzierten Depotstelle Upvest und verfügt über eine Bafin-Lizenz für die Vermögensver- waltung und das Brokerage. Damit ist Apeiron in der Lage, ein Altersvorsorge- depot selbst aufzulegen und zu verwalten. „Bei Kosten von einem Prozent bleibt für den Berater natürlich nicht allzu viel übrig“, räumt Reiner ein. Daher soll die White-Label-Lösung von Apeiron ein Manchmal ist nur ein kleiner Schubs nötig, damit etwas in Bewegung kommt: Das von der Bundesregie- rung initiierte Altersvorsorgedepot rüttelt denMarkt der Finanzbera- tungwach. 306 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Altersvorsorgedepot FOTO: © PESHKOVA | STOCK.ADOBE.COM

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