FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
So bleibt’s in der Familie Finanz- und Nachlassplaner lernen meist die ganze Familie eines Kunden kennen. Gehen sie sensibel vor, können sie sich schon heute ihre Mandanten für die Zukunft sichern. M anchmal bekommen junge Leute die besten beruflichen Impulse tatsächlich in der eigenen Familie. Bei Marcel Reyers war es jedenfalls so. „Mit Anfang 20 arbeitete ich bei der Sparkasse, bei der meine Eltern Kunden waren“, berichtet der Inhaber der Finanzberatung Finakons – Finanz Konsilium mit Sitz in Limburg. Betreut wurden sie von dem einzigen zertifizierten Finanzplaner, den das Institut in seinen Reihen hatte. „Meine Eltern waren mit ihrem Indi- vidualkundenberater, wie die offizielle Berufsbezeichnung damals noch lautete, extrem zufrieden“, erzählt Reyers. „Da dachte ich mir: ‚Mensch, der Kollege macht offensichtlich einen richtig guten Job, das will ich auch können‘“, sagt er. So absolvierte Marcel Reyers in den Jahren 2007 bis 2008 seine Ausbildung zum Finanzplaner an der Bankakademie, der heutigen Frankfurt School of Finance & Management. Danach erwarb er sein Zertifikat als Certified Financial Planner (CFP). Von der Finanzplanung war er so begeistert, dass er ins WealthManagement der Credit Suisse wechselte. 2018 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Holistische Betreuung „Bei Finakons betreuen wir auf Hono- rarbasis vermögende Kunden holistisch“, erklärt Reyers. Diese Ganzheitlichkeit sei es, die die Arbeit eines Financial Planners von der eines Anlageberaters, eines Ver- sicherungsvermittlers oder auch eines Steuerberaters unterscheide. „In der Finanzplanung schauen wir nicht punktuell auf einzelne Fragestel- lungen“, erläutert der Experte. Vielmehr betrachten er und seine Kollegen quasi aus der Vogelperspektive die gesamten Vermögensstrukturen eines Kunden, seine bestehende Altersvorsorge, alle Versiche- rungen, Finanzierungen, sämtliche Liqui- ditätsströme und viele weitere Themen. „Wir schauen uns sozusagen das kom- plette finanzielle Leben des Kunden an und entwickeln dann mit ihm einen Plan für seine finanzielle Zukunft“, sagt Reyers. Dazu können Fragen nachmöglichen Ver- mögensübertragungen auf Kinder oder Enkel ebenso gehören wie rein steuerliche Optimierungen. Tatsächlich arbeiten Financial Planner an der Schnittstelle zwischen Anlagebera- ter, Steuerfachmann und Rechtsanwalt. Sie tauchen viel tiefer in die Vermögens- und Familienstrukturen ihrer Kunden ein als andere Berater. Gehen sie umsichtig und sensibel vor, haben sie die besten Chan- cen, zu einer echten Vertrauensperson zu werden – nicht nur für den Kunden selbst, sondern für seine ganze Familie. Noch intensiver lernen oft Nachlass- planer, auch Estate Planner genannt, ihre Kunden und deren Angehörige kennen. Denn ihre Beratung geht über den Tod hinaus. Zuweilen überschneiden sich die Tätigkeiten von Financial und Estate Plannern allerdings, sie lassen sich nicht immer trennscharf voneinander abgren- zen. Eines gilt auf jeden Fall für die Vertre- ter beider Berufe: Sie können schon heute die Kinder der Kunden zu Mandanten von morgen machen. Michael Löbbel, Financial Planner beim Vermögensverwalter Spiekermann & Co. Bilder aus längst vergangenen Tagen: In einemFamilienalbum lassen sich Erinnerungen sicher aufbewahren. Darum, dass das Vermögen in der Familie bleibt, kümmern sich Financial und Estate Planner. 328 fondsprofessionell.de 3/2026 FINANZPLANUNG SPEZIAL Berufsbilder & Ausbildung € FOTO: © UDO KRUSE | STOCK.ADOBE.COM
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