FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
aus Osnabrück, sieht genau darin einen großen Vorteil. „Kürzlich hat eine Studie von Vanguard gezeigt, dass 70 Prozent aller Eheleute nach dem Tod des Partners den bisherigen Finanzberater wechseln“, sagt er. Bei Kindern, deren Eltern verster- ben, liege der Anteil noch höher. „Wenn man aber mit der Familie bereits seit Jah- ren ein Vertrauensverhältnis pflegt, dann ist ein solcher Wechsel sehr unwahrschein- lich“, erklärt Löbbel. Financial Planning sei ohnehin ein Dauerprozess. „Da ergibt es sich ganz von selbst, dass man irgendwann auch den Ehepartner des Kunden, die Kinder oder andere Familienmitglieder kennen- lernt“, so der Experte. Er selbst ist mit seiner Klientel sehr vertraut. „Montags bekomme ich ganz häufig Mails mit Fra- gen zu bestimmten Investmentideen“, schmunzelt Löbbel. „Die haben die Kunden am Wochenende oft bei einem FläschchenWeinmit Freunden entwickelt und wollen dann gleich meine Meinung dazu hören“, berichtet er. Für eine Ein- schätzung sei es gut, den großen Über- blick zu haben. In der Champions League „Weil ich die gesamte Vermögens- und Finanzstruktur meiner Kunden und die Wechselwirkungen zwischen den einzel- nen Assets kenne, kann ich beurteilen, ob es beispielsweise sinnvoll ist, in eine wei- tere Immobilie zu investieren oder nicht“, sagt er. Schließlich habe jedes Investment, jede neue Finanzierung Auswirkungen. „Das ist ein Dreiklang, jede finanzielle CFP, CFEP, CGA und EFA: Vier Zertifikate für vier Berufsbilder Das Financial Planning Standards Board (FPSB) Deutschland zertifi- ziert Financial Consultants, Finan- cial Planner, Generationenberater und Estate Planner. Eine Vorausset- zungdafür ist immer eineWeiterbil- dunganeiner vomFPSBakkreditie- ren Einrichtung (siehe Übersicht auf Seite 334). FONDS professionell gibt einen kur- zen Überblick darüber, welche Tätigkeiten sich hinter den einzelnen Begriffen verbergen – und was Finanzprofis für ein Zertifikat tunmüssen. Certified Financial Planner (CFP): DasZer- tifikat CFP erhalten Spezialisten für die Finanz- planung von Familien mit komplexen Vermö- gensverhältnissen. Für die Zertifizierung ist nebender ZentralprüfungbeimFPSBeine Erfah- rung im Finanzdienstleistungsbereich von min- destens drei Jahren und einemJahr imFinancial Planning nachzuweisen. Der FPSB-Mitgliedsbei- trag für das CFP-Zertifikat beträgt 330 Euro pro Jahr. Es wird eine einmalige Aufnahmegebühr von 400 Euro erhoben. Certified Foundation and Estate Planner (CFEP): Estate Planner, zu Deutsch auch Erb- schafts-, Nachfolge- oder Vermögensnachfolge- planer genannt, sind Ansprechpart- ner, wenn es darum geht, Erbfolgen zu gestalten, Stiftungen zu gründen oder Vermögen bereits zu Lebzeiten auf die nächste oder übernächste Generation zu übertragen. Häufig betreuen Estate Planner Unterneh- merfamilien. Für die Zertifizierung ist eineumfangreiche ZentralprüfungbeimFPSB erforderlich. Zudemist eineErfahrung imFinanz- dienstleistungsbereichvonmindestens drei Jah- ren und einem Jahr im Estate Planning nachzu- weisen. Der Mitgliedsbeitrag für das CFEP-Zerti- fikat beträgt 220 Euro pro Jahr. Sollten das CFP- und das CFEP-Zertifikat erworben worden sein, beträgt der jährliche Mitgliedsbeitrag 440 Euro. Die Aufnahmegebühr liegt wie bei beim CFP bei 400 Euro. Certified Generations Advisor (CGA): Wer dasZertifikatCGAhat,isteinProfifürqualifizierte Generationenberatung. Dazu gehört etwa die Gestaltung der Vermögensnachfolge in Privat- haushalten, bei der Vorsorgeverfügungengetrof- fenwerdenmüssenunddiegesamteStrukturie- rungderfinanziellenAbsicherungimBlickbehal- ten werden soll. Damit ist der Generationenbe- rater quasi die Vorstufe zum Estate Planner. Bei den vom FPSB akkreditierten Instituten ist die Weiterbildung auch entsprechend gestaltet: Nur wer sich zunächst in Sachen Generationenbera- tung fortbildet, kann in der nächsten Stufe Erb- schaftsplaner werden. Für eine Zertifizierung durchdasFPSBistnebenderPrüfungeineErfah- rung im Finanzdienstleistungsbereich von min- destens drei Jahren nachzuweisen. Die Lizenz- gebühr für das CGA-Zertifikat beträgt 150 Euro imJahr. Soferndas CGA- unddas CFEP-Zertifikat erworbenwordensind, ist die jährlicheLizenzge- bühr für denCGA imBeitragdes CFEP-Zertifikats inkludiert. Es wird eine einmalige Erstlizenzie- rungsgebühr von 150 Euro zzgl. MwSt. erhoben. EFPA European Financial Advisor (EFA): Sowieder Generationenberater dieVorstufe zum Estate Planner ist, ist der EFA die Vorstufe zum Financial Planner. EFAs sind Spezialisten für die Finanzberatung privater Familien ohne eigenes Unternehmen. Sie wurden anhand europäischer Bildungsstandards an akkreditierten Bildungs- einrichtungen ausgebildet. Wer sich als EFA zer- tifizieren lassenmöchte, hat zusätzlich zur Zen- tralprüfung eine Expertise im Finanzdienstleis- tungsbereich von mindestens drei Jahren zu dokumentieren. Der Jahresbeitrag für das EFA- Zertifikat beträgt 150 Euro zzgl. MwSt. DORA Digital Operational Resilience Act Zertifikat ELTIF European Long-Term Investment Fund. 2.0 O 2 € § 330 fondsprofessionell.de 3/2026 FINANZPLANUNG SPEZIAL Berufsbilder & Ausbildung € FOTO: © ANNEMIEKE VEENEMAN | SPIEKERMANN & CO Michael Löbbel, Spiekermann&Co.: „Ein großes Expertennetzwerk ist für Estate und auch für Financial Planner ganz wichtig.“
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