FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Entscheidung hat Effekte auf die Vermö- genssituation, auf die Liquiditätsströme und auf die Steuer“, so Löbbel. Financial Planning erlaube es, diese im Gesamt- kontext zu visualisieren. „Und das ist die Champions League, finde ich“, sagt der Finanzplaner. Fundierte Ausbildung nötig Um in dieser „Champions League“ mit- zuspielen, brauchen Finanzplaner eine fundierte Ausbildung. Bundesweit bieten verschiedene Institute Weiterbildungen zum Financial Planner, zum Generatio­ nenberater oder Nachlassplaner an. Aller- dings sind lediglich fünf Einrichtungen vom deutschen Verband der Finanz- planer, dem Financial Planning Standards Board (FPSB), akkreditiert (siehe Über- sicht nächste Seite). Nur wer hier seine Ausbildung absolviert, kann sich danach vom FPSB zertifizieren lassen. Michael Löbbel hat gleich zwei Zerti- fikate, er ist Certified Financial Planner und Certified Foundation and Estate Plan- ner (CFEP). „Wenn man sich intensiv mit Menschen und ihrem Leben beschäftigt, kommt früher oder später das Thema auf, was denn geschehen soll, wenn es eines Tages zu Ende ist“, sagt Löbbel. Auch bei diesen Fragen wollte er seinen Kunden zur Seite stehen. „Daher habe ich mich ent- schieden, den Estate Planner noch drauf- zusatteln“, sagt er. Das war zeitaufwendig – zumal an allen fünf Weiterbildungsinsti- tuten die Ausbildung zumNachlassplaner erst möglich ist, wenn zuvor der Abschluss als Generationenberater erworben wurde (zu Berufsbildern und Zertifikaten siehe Kasten vorige Seite). Das Thema früh erkannt Heinz Ripperger hat das Thema Nach- lassplanung schon früh für sich erkannt. „Ich war schon viele Jahre in der Vermö- gensberatung tätig“, sagt der Bereichslei- ter Generationenberatung und Vorsorge im Private Banking bei der Volksbank Darmstadt Mainz. Als vor gut 25 Jahren das Thema Financial Planning bei Ban- ken und Sparkassen aufkam, überlegte er zunächst, sich in diese Richtung fort- zubilden. „Schon damals war für mich klar, dass die Digitalisierung die Beratung in der Zukunft verändern wird“, sagt Ripper- ger. „Bei Themen wie Erben, Vererben und Vermögensnachfolge stoßen digitale Lösungen jedoch an Grenzen“, findet er. Wenn es um Familie, Verantwortung und das Lebenswerk eines Menschen geht, suchten Kunden einen vertrauenswürdi- gen Ansprechpartner. „Deshalb habe ich mich damals bewusst auf die Nachfolge- planung spezialisiert“, sagt Ripperger. Zuweilen lässt er seine Kunden mit einer speziellen Software einen Nachlass- fall simulieren. „An den Ergebnissen kön- nen wir sehen, was mit dem Vermögen und der eigenen Versorgung geschehen würde, wenn alle Verfügungen so blieben, wie sie sind“, erklärt der Experte. „An die- ser Stelle geht die Beratung dann über den Tod des Kunden hinaus“, sagt Ripperger. Estate Planner bewegen sich bei ihrer Arbeit rechtlich oft auf einem schmalen Grat. Meist kennen sie sich im Steuer- und Erbschaftsrecht sehr gut aus. Trotzdem dürfen sie nicht wie Steuerberater, Rechts- anwälte oder Notare handeln (siehe Arti- kel ab Seite 336). Deshalb brauchen sie ein großes Netzwerk aus Experten, an die sie ihre Kunden verweisen, wenn sie selbst nicht tätig werden können. Elefantenrunden „Das ist für Estate und auch für Finan- cial Planner ganz wichtig“, sagt Löbbel. „Das Optimum sind ‚Elefantenrunden‘, bei denen ein Steuerberater, ein Rechts- anwalt und ein Notar mit am Tisch sitzen und die verschiedenen Kompetenzen sich gegenseitig ergänzen“, findet er. Damit Finanz- und Nachlassplaner ihre Kompetenzen immer auf dem neuesten Stand halten, sieht das Financial Planning Standards Board die Pflicht zur Rezerti­ fizierung vor. Alle zwei Jahre ist eine bestimmte Anzahl von Credit Points ein- zureichen, die belegen, dass der Financial oder Estate Planner sich in bestimmten vorgeschriebenen Gebieten ausreichend weitergebildet hat – und sich an die ethi- schen Grundsätze des FPSB hält. Kommt 332 fondsprofessionell.de 3/2026 FINANZPLANUNG SPEZIAL Berufsbilder & Ausbildung € FOTO: ©DENISE KÜNZER | FOTOSTUDIO KARL | FPSB DEUTSCHLAND, BERNHARD BRUEHMANN MAINZ | KNIPSIKASTEN | VOLKSBANK DARMSTADT MAINZ Marcel Reyers, Finakons – Finanz Konsilium: „In der Finanzplanung schauenwir nicht punktuell auf einzelne Fragestellungen.“ Heinz Ripperger, Volksbank Darmstadt Mainz: „BeimEstate Planning geht die Beratung sozusagen über den Tod des Kunden hinaus.“

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