FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Und wie erklären Sie Kunden und Vermitt- lern den Unterschied zwischen stabilen ErträgenundKapitalerhaltaufdereinenund einerGarantieauf der anderenSeite? Krummet: Kapitalerhalt und stabile Erträge sind eine Anlagestrategie. Man bleibt investiert, aber das hat mit einer Garantie nichts zu tun. Denn eine frei am Markt investierte Anlage lässt sich nicht garan- tieren. Das muss gegenüber dem Kunden klar kommuniziert werden. Genau des- halb sprechen wir hier von einer Strategie und nicht von einer harten Garantie. Erst in der Rentenphase, wenn das Produkt in die Auszahlung der Rente übergeht, bieten wir tatsächlich eine echte Garantie. Welche Rolle spielt Longevity, sprich das Langlebigkeitsrisiko, bei der Konstruktion derRuhestand-Portfolios?Undwoendetdie reine Investmentlösung? Treacy: Im Zeitalter von Longevity kann ein One-size-fits-all-Ansatz den unter- schiedlichen Bedürfnissen der Menschen im Ruhestand nicht gerecht werden. Der Einkommensbedarf unterscheidet sich, da Menschen ihr Geld unterschiedlich verwenden. Zu Beginn haben sie häufig einen etwas höheren Bedarf für Reisen und andere Aktivitäten. Später steigt er in Bereichen wie Gesundheit und Pflege, und das Thema Vererben rückt stärker in den Fokus. Genau deshalb haben wir die Portfolios um eine Einkommenskompo- nente sowie defensive und wachstums- orientierte Komponenten ergänzt. So kön- nen wir die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden erfül- len, auch wenn sie dann ihre lebenslange Rente beziehen. WiestehenSiezumneuendeutschenAlters- vorsorgedepot, das ab 2027 an den Start gehensoll? Krummet: Wir halten das grundsätzlich für eine enorm spannende Entwicklung. Deutsche Anleger waren traditionell stets extrem zurückhaltend gegenüber den Kapitalmärkten und haben vor allem auf Garantien Wert gelegt. Aber mehr und mehr Menschen verstehen zunehmend, dass Garantien auch eine Kehrseite haben, weil sie die Ertragschancen einengen. Diese Öffnung wird nun von staatlicher Seite erfreulicherweise stark unterstützt und dürfte den Markt für Lösungen in der Ruhestandsphase spürbar verändern. Das ändert aber nichts an unserer Über- zeugung, dass es dabei weiterhin Beratung braucht, gerade bei einer so wichtigen Entscheidung. Wie positioniert sich Canada Life selbst zu diesemneuenProdukt? Krummet: Wir beobachten die Entwick- lung zunächst, weil wir bislang kein klas- sisches Riester-Produkt angeboten haben und daher nicht direkt von entsprechen- den Umschichtungen betroffen sind, wie sie andere Anbieter erleben werden, wenn Kunden zum neuen Altersvorsorgedepot wechseln. Typischerweise haben deutsche Versicherer den Markt für Riester-Pro- dukte dominiert, künftig dürfen auch Banken und Fondsgesellschaften die- ses Geschäft anbieten und haben durch ihren direkteren Kundenzugang sogar einen Zugriffsvorteil. Wir sind in diesen speziellen Wettbewerb nicht involviert und sehen uns weiterhin als alternativen Provider für die zweite und dritte Schicht der Altersvorsorge, vor allem die betrieb- liche Altersvorsorge. Deshalb beobachten wir die Entwicklung beimAltersvorsorge- depot zunächst von der Seitenlinie, bevor wir über eigene Lösungen entscheiden. VielenDank für dasGespräch. HANS HEUSER FP KURZ-VITA: Frederick Krummet Frederick Krummet leitet seit November 2025 den Ver- trieb von Canada Life Assurance Europe. Der promovierte Betriebswirt verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Assekuranz. Vor seinemAntritt bei Canada Life hat er denMaklervertrieb von Axa Deutschland verantwortet. » Die Entwicklung beim Altersvorsorgedepot beobachten wir zunächst von der Seitenlinie, bevor wir über eigene Lösungen entscheiden. « Frederick Krummet, Canada Life VERTRIEB & PRAXIS Frederick Krummet | Canada Life + Aoibheann Treacy | Keyridge Asset Management 356 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © STEFAN GREGOROWIUS FÜR FONDS PROFESSIONELL
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