FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Anspruchsvoller Kreislauf Zum Ende der aktiven Berufsphase benötigen Kunden ein Update für den Ruhestand. Doch die Assekuranz tut sich meist schwer mit der Wiederanlage fälliger Lebenspolicen. Gründe und Lösungen. V iele sehnen ab Anfang 60 den Ruhestand herbei. Gut, wenn dann wenigstens die finanziellen Voraussetzun- gen passen – immerhin dau- ert der Ruhestand statistisch 20 Jahre und länger. Doch nur 22 Prozent der Rentner können ihren Lebensstan- dard halten, ergab jüngst eine HDI-Umfrage unter 1.000 Rentnern zwischen 63 und 70 Jahren. Traditionell sind viele Bundesbürger mit einer Lebensversicherung ausge­ stattet, die Mitte 60 fällig wird. Noch immer gibt es über 84Millionen Verträge im Bestand, Tendenz allerdings stark fallend. Hinzu kommt, dass es den Anbietern kaum gelingt, das Geld ihrer Kunden nach Fäl- ligkeit – immerhin rund 100 Milliarden Euro pro Jahr – bei sich zur Wiederanlage behalten. Die Wiederanlagequote liegt bei mage- ren 15 Prozent, ergab eine Umfrage der Ratingagentur Assekurata 2025 (siehe FONDS professionell 1/2026, Seite 264). „Das liegt auch daran, dass außer einer wenig lukrativen Verrentung meist keine interessanten Produkte verfügbar sind, mit denen sich zum Beispiel auch Ver­ mögen flexibel und steuerschonend an die nächste Generation weitergeben lässt“, erläutert Assekurata-Experte Lars Heer- mann. Eine vernünftige Wiederanlage- quote liegt bei 25 Prozent aufwärts, heißt es beim Strategieberater Simon-Kucher & Partners. Es herrscht ein Mangel an renditeträchtigen Pro- dukten, die den Bedürfnis- sen der Kunden im Ruhe- stand entgegenkommen – obwohl die Versicherer gern das Gegenteil behaup- ten. Standardangebote sehen meist so aus wie bei der Versicherungskammer Bayern: „Für die Wiederan- lage können Kunden wäh- len, ob sie ihr Geld zum Beispiel erneut gegen Ein- malbeitrag in eine fonds- gebundene Rentenversiche- rung, in eine Sofortrente oder zur steueroptimierten Vermögensübertragung in einemGenerationen-Depot anlegen möchten“, heißt es dort. Ein Wertpapierdepot im Versicherungsmantel, in dem der Kunde die Fondsanteile selbst erwirbt und viele Möglichkeiten zur Ruhestands- und Nachfolgeplanung hat, gibt es hingegen nicht. „Last-Minute-Rente“ Standard ist häufig eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag ab 65, mit der eine fällige Kapitallebensversicherung, eine Erbschaft oder der Erlös aus einer Fir- menübergabe wieder angelegt wird. Diese „Last-Minute-Rente“ sichert das Langlebig- » Außer einer wenig lukrativen Verrentung sind meist keine interessanten Produkte verfügbar. « Lars Heermann, Assekurata Eigentlich ein „No-Brainer“: Wenn das Geld aus einer fälligen Lebenspolice ausbezahlt wird, braucht der Kunde oft eine Anschlusslösung. Dochwas bietet sich hierfür an? 358 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Ruhestandsplanung FOTO: © NEW AFRICA | STOCK.ADOBE.COM

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