FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

zahlreiche Anleger regelmäßig investieren. Dieser Aspekt soll in künftigen Auswer- tungen genauer ausgelotet werden. Zudemweist Haus auf weitere Faktoren hin, die die Aussagekraft der Studie beein- flussen. „Die Nutzer von Portfoliotrackern zählen zu den gut informierten Selbst- entscheidern“, so der Vanguard-Experte. „Daher kann die Analyse nur einen Teil des Privatanlegersegments aufzeigen.“ Die Daten seien vollständig anonymisiert und würden keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen, betont der Markt- kenner. Wechsel zu ETFs Vor dem Hintergrund der Selbst- entscheider-Basis überrascht das ETF- Gewicht kaum. Dennoch offenbart die Auswertung anschaulich, wie stark diese Produktgattung an Boden gewinnt. So klettert der ETF-Anteil mit steigendem Volumen der Gesamtdepots auf bis zu 50 Prozent (siehe Grafik „Abweichende Dosierung“). Der Anteil von Einzelaktien nimmt mit der Portfoliogröße ebenfalls zu, klassische Fonds verlieren hingegen an Gewicht. Auch im Zeitablauf zeigt sich, dass der ETF-Anteil steigt, während die Nutzung klassischer Fonds zurückgeht. Diesem Trend kann eine bewusste Ent- scheidung der Sparer zugunsten von ETFs zugrunde liegen. „Einige Anleger dürften aus der beratenen Welt kommen“, erläu- tert Haus. „Mit zunehmender Investment- erfahrung wechseln sie zu ETFs.“ Klas­ sische Publikumsfonds würden teils den- noch im Bestand bleiben. „Hier können unter anderem steuerliche Aspekte eine Rolle spielen.“ Eine andere Erklärung der Studienautoren ist, dass ETFs schlicht eine bessere Wertentwicklung verzeichneten und somit ihr Gewicht in den Portfolios zugenommen hat. Kosten als Treiber Als wichtigen Entscheidungsfaktor ver- weisen die Forscher zudem auf die Gebüh- ren. Dies dürfte insbesondere bei den Anlegern mit großen Gesamtdepots aus- schlaggebend für die Wahl von ETFs sein. „Bei größeren Portfolios fallen die Kosten allein schon nominell höher aus“, erläutert Vanguard-Mann Haus. „Daher achten die Anleger augenscheinlich stärker auf die Kosten und greifen verstärkt zu günsti- gen ETFs.“ Neben der reinen Wahl der Instru- mente ist auch bemerkenswert, wie die Privatanleger investieren. „Zu den Highlights der Auswertung zählt die Erkenntnis, dass viele Privatanleger sehr diszipliniert und breit gestreut anlegen“, stellt Haus fest. Fast zwei Drittel des ETF-Vermögens stecken im Schnitt in weltweit investierenden Fonds. Einen weiteren Schwerpunkt nehmen die USA 378 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Depotanalyse FOTO: © JONA PHOTOGRAPHY | VANGUARD Hohe Quote Anteil der Portfolios mit mindestens einem ETF Jegrößer dasGesamtdepot vonPrivatanlegern, destoeher stecktmindestens ein ETF darin. Quelle:OscarStolper,DominikScheld 0% 20% 40% 60% 80% 100% Juni 2025 Juni 2023 100 bis 250 Tsd. Euro 50 bis 100 Tsd. Euro 20 bis 50 Tsd. Euro 5 bis 20 Tsd. Euro 0 bis 5 Tsd. Euro Juni 2025 Juni 2023 21 % 9 % 7 % 5 % 2 % 2 % 7 % Abweichende Dosierung Portfolioanteil von ETFs, Einzelaktien und Fonds Jegrößer einPortfolio ist, destohöher fällt auchder Anteil börsengehandelter Fonds aus. *wieBBBiotech|Quelle:OscarStolper,DominikScheld|Stand:EndeJuni2025 Juni 2025 Juni 2023 0% 20% 40% 60% 80% 100% 100 bis 250 Tsd. Euro 50 bis 100 Tsd. Euro 20 bis 50 Tsd. Euro 5 bis 20 Tsd. Euro 0 bis 5 Tsd. Euro ETFs Einzelaktien O ene Fonds Beteiligungsholdings* 21 % 9 % 7 % 5 % 2 % 2 % 7 % » Zu den Highlights zählt, dass viele Privatanleger sehr diszipliniert und breit gestreut anlegen. « Axel Haus, Vanguard

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