FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
ein, gefolgt von anderen Regionen und Ländern. Themen-ETFs fristen dagegen mit vier Prozent ein Nischendasein (siehe Grafik „Globetrotter“). Frisches Phänomen Auch wenn das Phänomen der ETFs, die Elemente des aktiven Managements umfassen, an Fahrt gewinnt, taucht die- ser Trend in der Analyse noch nicht auf. Stimmen aus der Branche berichten, dass diese Gattung im Retailbereich einstwei- len noch keine große Rolle spielt. „Aktive ETFs fanden bei Privatanlegern in Europa bislang nur wenig Anklang“, sagt etwa Simon Klein, Leiter Global Private Wealth Coverage bei der DWS. „Die Hauptkun- den sind Dachfonds, Family Offices oder Vermögensverwalter.“ Der ausgeprägte Aktienschwerpunkt fällt demgegenüber ins Auge. Allein im ETF-Teil nehmen Aktienprodukte mit 84 Prozent ein hohes Gewicht ein (siehe Grafik „Aktiendominanz“). Geldmarkt- ETFs erreichen immerhin acht Prozent, Anleihen- und Multi-Asset-ETFs kommt lediglich eine untergeordnete Bedeutung zu. Betrachtet man die gesamte Vermö- gensaufteilung nach ETFs, Einzelaktien und Fonds, rangiert die Aktienquote je nach Gesamtdepotvolumen zwischen 70 und 90 Prozent. Die Studienautoren erachten diese hohe Gewichtung nicht als bedenklich. „Aktien nehmen zwar eine dominierende Rolle in den Portfolios ein“, sagt Haus. „Wir gehen jedoch davon aus, dass ein großer Teil des Vermögens in Tages- und Festgeldern oder Immobilien steckt.“ Diese werden, wie eingangs erwähnt, hier nicht erfasst. Die Ergebnisse deuten also nicht zwangsläufig darauf hin, dass die Aktienquote, gemes- sen am Gesamtvermögen, zu hoch ist. Im Gegenteil: „Angesichts des enormen Bestands an Sichteinlagen in Deutsch- land muss man davon ausgehen, dass die Aktienquote vieler Menschen allgemein sehr niedrig ausfällt“, argumentiert Haus. Klaffende Lücke Er appelliert, auch Geldmarktvehikel und Rentenpapiere stärker in Betracht zu ziehen. „Die Deutschen lieben Bareinla- gen“, führt der Kapitalmarktstratege aus. „Doch zwischen dem durchschnittlichen Tagesgeldzins und den Geldmarkt- und Anleihenrenditen klafft eine Lücke. Diese weitet sich im Lauf der Zeit über den Zinseszinseffekt zu einem riesigen Nach- teil aus“, sagt Haus. Die Auswertung zeigt, dass immerhin die Inhaber größerer Port- folios bereits verstärkt in Geldmarkt-ETFs investieren. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich der Vormarsch kostengünstiger Indexfonds in hohem Tempo fortsetzen dürfte. SEBASTIAN ERTINGER FP 380 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Depotanalyse FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH | FONDS PROFESSIONELL Aktiendominanz Anteil nach Anlageklassen ImETF-Teil der Portfolios überwiegen eindeutig Aktienvehikel. *wieGold-undSilber-ETCs,börsennotierteAlternativesoderKrypto-ETPs|Quelle:OscarStolper,DominikScheld|Stand:EndeJuni2025 0% 20% 40% 60% 80% 100% Juni 2025 Juni 2023 100 bis 250 Tsd. Euro 50 bis 100 Tsd. Euro 20 bis 50 Tsd. Euro 5 bis 20 Tsd. Euro 0 bis 5 Tsd. Euro 1 Aktien-ETFs 84 % Geldmarkt-ETFs 8 % Anleihen-ETFs 4 % Multi-Asset-ETFs 1 % Sonstige* 4 % Juni 2025 Juni 2023 21 % 9 % 7 % 5 % 2 % 2 % 7 % Globetrotter Anteil nach ETF-Typen Bei der ETF-Wahl setzen Privatanleger vor allemauf weltweite Strategien. Themeninvestments sind die Ausnahme. Quelle:OscarStolper,DominikScheld|Stand:EndeJuni2025 Juni 2025 Juni 2023 0% 20% 40% 60% 80% 100% 100 bis 250 Tsd. Euro 50 bis 100 Tsd. Euro 20 bis 50 Tsd. Euro 5 bis 20 Tsd. Euro 0 bis 5 Tsd. Euro Welt-ETFs 64 % Andere Regionen 20 % Themen-ETFs 4 % USA-ETFs 13 % ETFs Einzelaktien O ene Fonds Beteiligungsholdings* 21 % 9 % 7 % 5 % 2 % 2 % 7 % » Aktive ETFs fanden bei Privatanlegern in Europa bislang nur wenig Anklang. « Simon Klein, DWS
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