FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Bekommt die Konsolidierung auch Univer- sal Investment zu spüren, weil durchÜber- nahmen immer mehr Asset Manager aus derKundschaft verschwinden? Natürlich beobachten wir auch bei Uni- versal Investment einen Konsolidierungs- prozess. Aber das Haus betrifft das meist nicht direkt. Denn wenn die Asset Mana- ger in einer anderen Einheit aufgehen, bleibt in der Regel das betreute Ver- mögen auf der Plattform. Was ich aber durch die Brille der Universal beobachte, ist die Neigung der Asset Manager, mög- lichst viel auszulagern: Fondsbuchhaltung, Administration, Risikocontrolling und so weiter. Sogar beim Vertrieb kommt es zu immer mehr Kooperationen. Viele Mana- ger wollen sich darauf konzentrieren, ein- fach nur das Vermögen zu verwalten. Den Rest geben sie ab. Trotz der Konsolidierung gibt es immer wieder Neugründungen, die sich amMarkt behaupten. Absolut. Auch in einem sich konsolidie- renden Markt können sich neue oder kleinere Anbieter mit einer klaren Posi- tionierung und einem überzeugenden Leistungsversprechen durchsetzen. Eines der wenigen Häuser, das es geschafft hat, die Kunden auf Dauer zu überzeugen, ist Flossbach von Storch. Da kommen ein verständlicher Prozess, eine klare Meinung und ein starkes Marketing zusammen. Und sie haben sich nie versteckt, wenn es mal eine schwächere Phase gab. Auf die Performance allein kommt es nicht an. Das Gesamtpaket muss stimmen. DiePerformance ist alsoeigentlichegal? Sie muss nicht zwingend herausragend sein, aber sie muss natürlich langfristig stimmen. Konstanz und Nachvollziehbar- keit sind dabei wichtiger als einzelne Spit- zenjahre. Aber wettbewerbsfähig muss die Performance schon sein. Ich kann noch so viele Schleifen um ein Geschenk wickeln: Wenn nur Kitsch drin ist, nützen auch die schönsten Schleifen nichts. Zum Schluss Hand aufs Herz – haben Sie genugZeit, umallePostenauszuüben? Ja, sonst hätte ich das HRK-Lunis-Mandat mit all seinen Herausforderungen nicht übernommen. Die Zauberformel lautet, dass sich Routine einstellt, wenn erst ein- mal die Themen durchdrungen sind und die Prozesse sich eingeschliffen haben. Das lief immer so. Und es kommt natür- lich darauf an, wie heimisch ich in einem Feld bin. Asset Servicing etwa ist nicht meine Kernkompetenz. Bei der Deka habe ich mich dann im Rahmen meiner Gesamtverantwortung als Wertpapier- chef intensiv damit beschäftigt, was mir heute bei Universal Investment hilft. Bei HRK Lunis bin ich dagegen ganz in mei- ner Welt: dem Wealth Management und den Investments. Das macht es einfacher. Dazu verändert sich mit zunehmender Reife von Strukturen der Arbeitsaufwand. Dann sinkt mein Zeitaufwand spürbar. DannhabenSiejaZeitfüreinneuesMandat. Das möchte ich praktisch ausschließen. Ich will meinen betagten Eltern, meiner Frau, meiner Familie und mir selbst mehr Zeit widmen. Das war ja der Grund für meinen Ausstieg aus dem operativen Geschäft. Aber ich bin halt immer noch begeisterungsfähig. Die Mandate, die ich mir aus gutem Grund ausgesucht habe, machen mir einfach riesigen Spaß. VielenDank für dasGespräch. SEBASTIAN ERTINGER FP KURZ-V I TA : Stefan Keitel Stefan Keitel ist Aufsichts- oder Beirat bei HQ Trust, Uni- versal Investment, SG Value Partners, Andera Partners, Ventura Capital und HRK Lunis. Zuvor arbeitete er bei Deka, Berenberg und Credit Suisse. Er studierte inMainz und absolvierte eine Ausbildung bei der Deutschen Bank. Keitel bekleidet Ehrenämter bei der Franz-Beckenbauer- Stiftung und der Freundesgesellschaft des Ifo Instituts. Er ist zudemGesellschafter des Airport Club Frankfurt. » Ich kann noch so viele Schleifen um ein Geschenk wickeln: Wenn nur Kitsch drin ist, nützen auch die schönsten Schleifen nichts. « Stefan Keitel, HRK Lunis VERTRIEB & PRAXIS Stefan Keitel | HRK Lunis 388 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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