FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
durchaus erklecklichen Teil des Gewinns bei. Allerdings offenbart dieser Fall, dass selbst das solide Asset Management mit- unter erhebliche Risiken bergen kann. Betrügerische Portfoliomanager in den USA bescherten der Gesellschaft einen handfesten Skandal, einen milliarden- schweren Schaden und brockten ihr hohe Straf- und Entschädigungszahlungen ein. „Als börsennotierter Asset Manager ohne unsere Mutter im Rücken wären wir pleitegegangen“, räumte Allianz-GI-Chef Tobias Pross später im Interview mit FONDS professionell ein. Kanal gesperrt Schließlich präsentiert sich die franzö sische Fondsgesellschaft Amundi als Erfolgsgeschichte. Als Gemeinschaftsun ternehmen der Großbanken Crédit Agri- cole und Société Générale gegründet, stiegen die Pariser per Übernahmen zum größten europäischen Asset Manager auf. Allerdings blieb auch diese Erfolgs geschichte zuletzt nicht ohne Makel. Eines der akquirierten Häuser war die von der italienischen Unicredit übernommene Pioneer Investments. Damit erbten die Franzosen eine Vertriebskooperation und den wertvollen Zugang zum Filialnetz der Mailänder Gruppe, inklusive der Hypover- einsbank in Deutschland und der Bank Austria in Österreich. Nun lässt die Unicredit die Vertriebs kooperation jedoch auslaufen. Die Italie- ner wollen das Neugeschäft im Invest- mentbereich augenscheinlich auf die eigene Plattform lenken. „Es scheint für die Unicredit vorteilhafter zu sein, eine Vertragsstrafe zu zahlen, als das Geschäft Amundi zu überlassen“, stellt Morning star-Experte Scholtz fest. Amundi-Chefin Valérie Baudson gibt sich betont gelassen: „Unsere Finanzziele werden wir unabhän- gig davon erreichen, wie sich die Situation mit der Unicredit entwickelt.“ Starke Konkurrenz Angesichts der Attraktivität des Asset Managements könnte das kein Einzelfall bleiben. Statt das Geschäft an Dritte abzu- geben, behalten es Banken und Versiche- rer lieber im Haus oder holen es wieder zurück. „So eine Internalisierung könnte Schule machen“, sagt Scholtz. Dies deutet darauf hin, dass das Modell einer haus- eigenen Fondstochter innerhalb eines Finanzkonzerns durchaus Zukunft hat. Im Verdrängungswettbewerb, auch mit den mächtigen US-Riesen, haben euro- päische Häuser gute Überlebenschancen, wenn sie eine starke Mutter im Rücken wissen. Dies sichert die nötige Größe und den entscheidenden Zugang zu Ver triebsnetzwerken. SEBASTIAN ERTINGER FP 394 fondsprofessionell.de 3/2026 VERTRIEB & PRAXIS Fondsanbieter FOTO: © MAGALI DELPORTE | AMUNDI Steter Überschuss Nettogewinn Crédit Agricole* Europas größtes Fondshaus beschert der Mutter über die Jahre einen stattlichen Beitrag zumGewinn. *ausgewiesenerGewinn|Quelle:CréditAgricole Amundi 0 2 4 6 8 Amundi Gesamtkonzern 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 Mrd. Euro Gesamtkonzern Crédit Agricole Asset Management* 0 2 4 6 8 10 12 Asset Management* Gesamtkonzern 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 Mrd. Euro Gesamtkonzern Allianz DWS -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 7 DWS Gesamtkonzern 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 Mrd. Euro Rettungsanker Nettogewi n D utsche Bank und DWS Ein Ausfalljahr Nettogewinn Allianz St te Überschuss Nettogewinn Crédit Agricole Ge amtkonzern Deutsche Bank Mal Aktien, mal Renten Verteilung des verwalteten Vermögens nach Anlageklasse* Bei einigen Häusern verraten die Fonds-Assets, ob der Mutterkonzern eine Bank oder Versicherung ist. *nurFonds,keineMandateo.Ä.|** IntesaSanpaolo|Quelle:Morningstar|Stand:30.6.26 0% 20% 40% 60% 80% 100% UBS AM Nordea Eurizon** BNP Paribas AM Allianz AM Schroders DWS Amundi Aktien Anleihen Multi-Asset Sonstige Amundi 0 2 4 6 8 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 Mrd. Euro Gesamtkonzern Crédit Agricole Asset Management* 0 2 4 6 8 10 12 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 Mrd. Euro Gesamtkonzern Allianz Ein Ausfalljahr Nettogewinn Allianz Steter Überschuss Nettogewinn Crédit Agricole » Unsere Finanzziele werden wir unabhängig davon erreichen, wie sich die Situation mit der Unicredit entwickelt. « Valérie Baudson, Amundi
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