FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

tet ist“, erläutert Helmuth. „Sie stehen vor einem Spagat: Sie tragen die Kosten für das alte Geschäftsmodell, die Filialen, das Personal und die bestehende IT.“ Zugleich müssten sie ihre Kraft darauf verwenden, die junge Zielgruppe anzusprechen. Dies umfasst etwa, für KI-Modelle auswertbare Informationen bereitzustellen, um im Internet auffindbar zu sein. „Ein Neobro- ker kann auf der grünen Wiese einfacher moderne Systeme errichten“, so Helmuth. Hürde für Neobroker Selbst für die Herausforderer ist der Digital-Trend allerdings kein Selbstläufer. Immerhin setzen sie auf Selbstentscheider, die überwiegend ETFs nutzen. „Neobro- ker verfügen über die Zielgruppe, aber nicht über das Geschäftsmodell für eine Beratung“, erläutert der Experte. „Die Furcht vor Verlusten und die Überforde­ rung angesichts des Produktdickichts stellen emotionale Hürden dar, die gezielt angegangen werden müssen.“ Eine reine Selbstentscheiderplattform eines Neobro- kers räume diese Hürden nicht weg. Einen noch fundamentaleren Bedarf nach Beratung, trotz aller Hilfen durch Google, ChatGPT und Co., beobachtet die Beratungsgesellschaft Roland Berger in einer Studie. „Während Neobroker und digitale Plattformen den Kapitalmarktzu- gang demokratisiert haben, ist das Finanz- wissen vieler Menschen nicht im gleichen Tempo gewachsen“, schreiben die Autoren Viktoria Danzer, Thomas Richter und Matthias Tewes. Die Analysten befragten 1.000 Retail-Bankkunden in Deutschland. Geringes Wissen „Ein erheblicher Teil der Befragten ver- fügt nicht über ein belastbares Verständnis grundlegender Finanzkonzepte“, hält Co- Autorin Danzer fest. Nur rund die Hälfte der Befragten könne einfache Wissensfra- gen zu Inflation, Diversifikation und Zin- seszins korrekt beantworten. Gleichzeitig investierten immer mehr Menschen eigen- ständig in Anlageklassen, die ein hohes Maß an Risikoverständnis voraussetzen. So gab etwa ein Fünftel an, beträchtliche Summen oder sogar das meiste Vermögen in Kryptowerten angelegt zu haben. Im Großen und Ganzen überwiegt jedoch ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis. Dieses Spannungsfeld zwischen Wis- sensstand, Risikobereitschaft, Verlustangst und Orientierungslosigkeit bereitet den Boden für eine Beratung. „Bei großen Anlageentscheidungen bleibt das persön- liche Gespräch der bevorzugte Abschluss- kanal“, betont Danzer. Ähnlich sieht das 414 fondsprofessionell.de 3/2026 BANK & FONDS Fondsvertrieb FOTO: © STRATEGY& Anderer Bezug Informationsquellen der Bankkunden Nach Bankengruppen Nach Altersgruppen Welche InformationsquellenMenschen nutzen, unterscheidet sich stark nach Alter und Bankengruppe. Während Ältere sowie Sparkassen- und Volksbankkunden auf persönliche Beratung vertrauen, informieren sich Jüngere primär in neuenMedien. AnteilderNennungen inProzent|Mehrfachnennungenmöglich,Umfrageunter1.000deutschenPrivatanlegern|Quelle:Strategy& 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Neobroker &Direktbanken Commerzbank & Deutsche Bank Volks- und Rai eisenbanken Sparkassen Fin- fluencer Soziale Medien ChatGPT/ Gemini Internet/ Website Kunden- berater Spar- kassen Volks- und Rai eisen- banken Commerz- bank & Deutsche Bank Neobroker & Direkt- banken 21 % 9 % 7 % 5 % 2 % 2 % 7 % 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Fin- fluencer Soziale Medien ChatGPT/ Gemini Internet/ Website Kunden- berater Neobroker &Direktbanken Commerzbank & Deutsche Bank Volks- und Rai eisenbanken Sparkassen Unter 35 Jahre Über 35 Jahre 21 % 9 % 7 % 5 % 2 % 2 % 7 % » Der klassische Bank- vertrieb verliert seine Daseinsberechtigung. « Utz Helmuth, Strategy&

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