FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

noch aktiven Dachfonds wurde in dieser Zeit aufgelegt. „Nach einer Phase gewisser Fluktuation ist seit 2020 ein Abwärtstrend bei den Auflagen zu beobachten“, berich- tet László Harsányi, Analyst bei Scope und Autor der Studie. Dies könne zumin- dest teilweise mit der zunehmenden Ver- breitung von börsengehandelten Fonds (ETFs) und der Nutzung von Online­ brokern erklärt werden. Gegenwind getrotzt „Durch den einfachen Zugang zu ETFs können Privatanleger heute problemlos selbst ein diversifiziertes Portfolio auf- bauen“, führt Harsányi aus. „Sie behal- ten dabei die volle Transparenz über die Allokation und können die zusätzlichen Gebührenebenen vermeiden, die bei Dachfonds anfallen.“ Er verweist damit auf ein grundlegendes Dilemma dieser Gattung: Anleger tragen hier sowohl die Kosten der Zielfonds als auch die Managementgebühren des Dachfonds. Dies beschert ihnen, etwa im Vergleich zur günstigen ETF-Welt, einen Nachteil. Trotz des Gegenwindes erreicht das Volumen der in Deutschland zugelasse- nen Dachfonds mit 210 Milliarden Euro per Ende 2025 einen beachtlichen Wert, wie die Studie des Freiburger Greiff Research Instituts zeigt. Auch in Öster- reich liegt das in dieser Gattung verwaltete Vermögen mit fast 50 Milliarden Euro auf Rekordniveau, wie die neue jährliche Aus- wertung des österreichischen Dachfonds- marktes von FONDS professionell belegt. „Dachfonds haben sich in den vergange- nen Jahrzehnten als eigenständige Anlage- form im Portfoliomanagement etabliert“, meint Werner Lang, Geschäftsführer des Greiff Research Instituts. „Durch die Bündelung unterschiedlicher Zielfonds ermöglichen sie eine breite Diversifika- tion über Anlageklassen, Regionen und Managementstile hinweg.“ Zugleich war- ten Dachfonds aber aufgrund ihrer mehr- stufigen Struktur mit Besonderheiten bei Kosten und Transparenz auf. Dies erfor- dere eine eingehende Analyse. Meist gemischt Auffällig ist, dass mehr als 70 Prozent der Dachfonds einen Multi-Asset-Ansatz verfolgen (siehe Grafik „Klar verteilt“). „Im Gegensatz zu reinen Aktien- oder Ren- tenfonds stehen bei Mischfonds oftmals Entscheidungen zwischen verschiedenen Anlageklassen im Vordergrund“, erläutert Scope-Analyst Harsányi. „Dachfonds bie- ten hierfür eine geeignete Struktur.“ Denn sie würden es ermöglichen, die Allokation „über spezialisierte Zielfonds umzusetzen, anstatt einzelne Wertpapiere auszuwäh- len“, so der Experte. „Somit erleichtern sie die Umsetzung komplexer Multi-Asset- Strategien und sind imMischfondsbereich » Trotz der höheren Gebühren gelingt es der Produktkategorie, einen Mehrwert zu erzielen. « László Harsányi, Scope Fund Analysis 88 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Vermögensverwaltende Fonds FOTO: © SELINA SCHRADER | SCOPE FUND ANALYSIS Klar verteilt Dachfondstypen nach Volumen Die Struktur des Dachfonds passt perfekt zuMulti-Asset-Strategien. Das spiegelt sich auch in der Produktwelt wider. Quelle:ScopeFundAnalysis|Stand:30.4.2026 Mischfonds 73 % Aktienfonds 15 % Andere 10 % Rentenfonds 2 % Mischfonds 74 % Aktienfonds 14 % Andere 2 % Rentenfonds 10 % AT Amerika-Liebe Anteil der Weltregionen Manager legen vor allem in den USA an – angesichts der Größe des Kapital- marktes keinWunder. *EntwickelteMärkte|nurausgewählteRegionen|Quelle:GreiffResearch Institut|Stand:Ende2025 0% 5% 10% 15% 20% 25% Übrige Asien* Japan Schwellen- länder Europa* USA Länder-Verteilung bei Dachfonds nach Investmentvolumen 25,6 % 14,2 % 4,8 % 2,8 % 2,5 % 1,9 % Mischfonds 74 % Aktienfo ds 14 % Andere 2 % Rentenfonds 10 % AT

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