FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
weit verbreitet.“ Sie eignen sich also genau für die Hauptzielgruppe von Mischfonds: Retailanleger. Die Scope-Studie bestätigt zudem zwar, dass auch im Multi-Asset-Feld Dachfonds im Schnitt höhere Gebühren verlangen als einfache Fonds. Bemerkenswert ist jedoch, dass trotz der strukturellen Kosten nachteile Dachfonds tendenziell besser abschneiden als einfache Mischfonds. Mehrwert erzielt Demnach erzielten Dachfonds in drei von vier Mischfondskategorien im Schnitt bessere Ergebnisse als der Durchschnitt der Kategorie. Scope-Analyst Harsányi untersuchte die Zeiträume ein, drei und fünf Jahre. Lediglich in der Kategorie „Mischfonds Global konservativ“ über- trafen Dachfonds nur über ein Jahr und drei Jahre den Schnitt (siehe die Grafiken „Gar nicht so übel“). „Trotz der höheren Gebühren gelingt es der Produktkategorie also, einen Mehr- wert zu erzielen“, folgert Harsányi. Er weist auch auf einen möglichen Grund hin: Die Outperformance dürfte zumin- dest teilweise auf eine offensivere Ausrich- tung zurückzuführen sein. Diese wiede- rum beschert den Vehikeln eine höhere Schwankungsanfälligkeit. „Anleger soll- ten die Renditechancen stets im Zusam- menhang mit dem zusätzlichen Risiko betrachten“, mahnt Harsányi. Insgesamt würden die Ergebnisse der Auswertung verdeutlichen, dass „die Kos- ten allein kein ausreichendes Urteil über die Attraktivität dieser Anlagekategorie erlauben“. Der Scope-Analyst sieht Dach- fonds daher „weniger als Auslaufmodell denn als spezialisierte Lösung für Anleger, die eine aktiv gesteuerte und breit diversi- fizierte Portfoliostruktur suchen“. ETF-Liebe Einen weiteren interessanten Aspekt för- dert die Studie des Greiff Research Insti tuts zutage. So stehen Dachfonds beim Ringen um Kunden zwar in Konkurrenz zu ETFs, doch die Dachfondsmanager scheuen sich nicht, börsengehandelte Vehikel selbst in erheblichem Umfang einzusetzen. So zeigt die Auswertung der Dachfondsbestände durch die Freiburger Branchenkenner, dass der durchschnitt- liche ETF-Anteil unter den Zielfonds je nach Volumen der Dachfonds bei über 40, teils bei weit über 50 Prozent liegt. Demgegenüber gibt es auch ETFs, die in andere ETFs oder Indexfonds investieren. Auch hier handelt es sich überwiegend um Mischfonds. Diese Produktkategorie fristet bislang allerdings ein Nischenda- sein. Allenfalls die 2020 aufgelegte Serie des Branchenriesen Vanguard kommt mit mehr als 2,5 Milliarden Euro auf ein mar- kantes Volumen. Dieser Vertriebserfolg » Dachfonds haben sich als eigenständige Anlageform im Portfolio- management etabliert. « Werner Lang, Greiff Research Institut 90 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Vermögensverwaltende Fonds FOTO: © ANJA THÖLKING I GREIFF CAPITAL MANAGEMENT AG Verschiedene Präferenzen Instrumente der Dachfonds nach Volumengruppen Börsengehandelte Fonds haben sich als gern genutzter Baustein bei Dach- fondsmanagern etabliert. *wieFutures/Optionen,Zertifikate Quelle:GreiffResearch Institut|Stand:perEnde2025 0% 20% 40% 60% 80% 100% Sonstige* Kasse ETCs Anleihen Aktien ETFs Aktive Fonds über 500 Mio. 100 bis 500 Mio. 50 bis 100 Mio. bis 50 Mio. Mischfonds 73 % Aktienfonds 15 % And re 10 % Rent fonds 2 % Aktienfonds 15% ETCs Kasse Sonstige* Aktive Fonds ETFs Aktien Anleihen Mischfonds 74 % Aktienfonds 14 % Andere 2 % Rentenfonds 10 % AT Große Differenz Dachfonds-Gebühren nach Anlageklasse Mit Blick auf dieKosten ist dieBandbreite sehr groß–ganz besonders bei der Gruppe der Mischfonds. Quelle:ScopeFundAnalysis|Stand:30.4.2026 0% 5% 10% 15% 20% 25% Übrige Asien* Japan Schwellen- länder Europa* USA Länder-Verteilung bei Dachfonds nach Investmentvolumen Sonstige* Kasse ETCs Anleihen Aktien ETFs Aktive Fonds 0% 1% 2% 3% 4% 5% 6% 7% Rentenfonds Aktienfonds Mischfonds Aktienfonds 15% Maximum Durchschnitt Minimum 25,6 % 14,2 % 4,8 % 2,8 % 2,5 % 1,9 % Mischfonds 74 % Aktienfonds 14 % Andere 2 % Rentenfonds 10 % AT
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