FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2022

Kunden sehr.Mit diesemMerkmal gewin- nen wir neue Anleger und Marktanteile. Immer mehr Fondsanbieter expandieren in Richtung alternativer Anlagen. Sie nicht? Sullivan: Wir schlagen ebenfalls den Weg zu alternativen Investments und Real Assets ein. Im Lauf der Zeit bauen wir ein entsprechendes Angebot auf. Damit bieten wir unseren Kunden dann ein abgerunde- tes Sortiment und relevantere Produkte. Peilen Sie Übernahmen an? Sullivan: Praktisch jede Woche werden Deals an uns herangetragen. Wir schauen uns das natürlich an. Aber ich vermag keine akute Lücke in unserem Angebot zu erkennen, die wir zwangsläufig schließen müssen. Wir können gut mit dem wach- sen, was unser Haus hergibt. Klar: Sollte sich eine Chance ergeben und der Preis stimmen, schlagen wir zu.Größe zu gewin- nen schadet nicht. Grundsätzlich betrachte ich Übernahmen allerdings eher aus der Perspektive heraus, welche Kompetenzen das Haus damit gewinnt, sei es bei Invest- mentansätzen oder Vertriebskanälen. Das erscheint mir wesentlich interessanter als ein Deal nur um der Größe willen. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 476 Milliarden Dollar rangiert Allspring genau in dem Segment, das besonders unter Druck und in der ersten Reihe der Kandidaten für eine Konsolidierung steht. Sullivan: Wir müssen nicht größer sein, um Erfolg zu haben. Wir müssen besser sein. Was ich gegenüber unserer Mannschaft immer betone: Die Private-Equity-Gesell- schaften kauften uns nicht für das Haus, das wir gerade sind, sondern für das Haus, das wir sein können. Wir können größer sein und wachsen. Jon Baranko: Die Branche durchläuft eine massive Konsolidierung. Asset Manager versuchen, durch Größe Skaleneffekte zu heben und dem Preisdruck etwas entge- genzusetzen. Für uns stellt es hingegen eine große Chance dar, nicht mehr Teil eines börsennotierten Konzerns zu sein, sondern in privaten Händen zu liegen. Das ver- schafft uns den Atem, das Unternehmen von Grund auf neu aufzustellen und an die Welt nach der Corona-Pandemie anzu- passen.Der Umbau erfasst etwa die techno- logische Aufstellung, die Administration und reicht bis hin zu den Bürogebäuden. Was bedeutet der Umbau für die Mitarbei- terschaft? Sullivan: Die Branche geht auf eine Reise. Dabei wird es zu Disruption kommen.Die Aussicht, unser Unternehmen vom Reiß- brett aus völlig neu für diese Reise zu ent- werfen, lockt sehr fähige Köpfe an. Gewiss erscheint diese Aussicht nicht für alle im Haus angenehm. Denn es ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Wir führen hier nicht einfach nur Routinewartungsarbeiten am laufenden Geschäft durch.Wir graben uns in die Tiefen hinein und prüfen genau,was wir behalten, was wir verändern und was wir über Bord werfen. Wir können vieles bereits sehr gut. Aber wir können auch » Die Private-Equity- Gesellschaften kauften uns nicht für das Haus, das wir gerade sind, sondern für das Haus, das wir sein können. « Joe Sullivan, Allspring Global Investments k k Jon Baranko, Leiter der fundamentalen Anlage- strategien bei Allspring Global Investments Joe Sullivan, Vorstandschef und Verwaltungsrats- vorsitzender von Allspring Global Investments FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH fondsprofessionell.de 3/2022 331

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