SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026

der neue Goldstandard jetzt 50:30:20. Man reduziere die Anteile von Aktien und Anleihen um jeweils zehn Prozentpunkte und erwerbe dafür Privatmarktprodukte. Korrelationen Die einzelnen Assetklassen der Private Markets haben gemeinsam, dass sie nicht auf öffentlichen Märkten, also an der Börse, erworben und individuell wieder verkauft werden können. Sie erfordern eine langfristige Investitionsstrategie des Anlegers und sind bei ihrer Bewertung den Ungenauigkeiten eines im Vergleich zu liquiden Assets größeren Spielraums ausgesetzt. Diese Eigenschaften könnten geeignet sein, eine fehlende Korrelation zu den anderen Portfoliobestandteilen zu restituieren. Der ELTIF scheint dafür wie gemacht: Er ist depotfähig, durch niedrige Einstiegs- hürden ist er für jedes Portfolio in der richtigen Größenordnung arithmetisch bestimmbar, wenn jemand möchte, auch stark binnendiversifiziert (siehe Grafik). Und nicht zuletzt ist mit ihm sogar das regelmäßige Rebalancing eines Portfolios möglich, denn als Evergreen strukturiert kann man Anteile nachkaufen und mit- tels Gatings regelmäßig andienen. Zwei Versprechen Der Erfolg des Tausendsassas hat aller- dings mit zwei Versprechen zu tun, die er möglicherweise nicht immer halten kann. Das erste Versprechen lautet, der ELTIF sei zumindest in Grenzen liquide, das zweite, der Zugang zu ihm sei demokratisch, der ELTIF ebne schließlich Zugänge zu vor- mals lediglich privilegierten Eliten vorbe- haltenen Investmentchancen. Der ELTIF ist von seiner Geburt an ein Zwitter. Er ist ein Langläufer, weil seine Investitionsgegenstände langfristig bewirt- schaftet werden müssen. Weil sich Brei- tenwirkung aber nur einstellt, wenn auch kurze und mittlere Bindungsfristen mög- lich sind, muss er Liquidität vorhalten. Die technischen Regulierungsstandards machen hier zwar verbindliche Vorgaben, sie lösen aber das grundsätzliche Problem nicht: Kein Sachwert ist semiliquide. Die Demokratisierung der Private Mar- kets endet schnell, wo es um Transparenz und den freien Zugang zu Informationen geht. Sich bereits mit einem Euro an einem Private-Equity-ELTIF beteiligen zu können, mag demokratisch aussehen, Ver- tragsdetails bei Firmenübernahmen im Buy-out werden dann aber trotzdemunter Verschluss gehalten. TILMAN WELTHER FP Alles, was an Privatanleger verkauft wird, erfordert größere Transparenz, höhere Standards und weniger potenzielle Interessenkonflikte. Jamie Dimon, J.P. Morgan Private Debt DerPrivatkreditemarktumfasstnachAngaben von J.P.Morganweltweit einVolumen von1,8 BillionenUS-Dollar.JamieDimonhatinseinem jüngstenBriefandieAktionärevonJ.P.Morgan vor der Assetklasse Private Debt gewarnt. Es herrschten Dilettantismus, Zyklusvergessen- heit, zu wenig Transparenz und keine hinrei- chend strengen Bewertungsmaßstäbe.Wenn Kreditinvestments ihrerseits noch kreditiert würden, seien hoheVerluste zu erwarten. Dimons Einschätzungen dürften unter dem Eindruckgestandenhaben,dass kürzlichUS- PrivatkreditfondsAuszahlungeninMilliarden- höhe nicht bedienen konnten. Die Schärfe im Ton erstaunt dennoch, schließlich bietet die europäische Asset-Management-Sparte von J.P. Morgan selbst einen Multi-Asset-ELTIF an, für dessen Portfolio auch Private-Debt- Engagements vorgesehen sind. WeildieFAZDimonsWarnungAnfangMaiauf- griffundindenKontextdergroßenFinanzkrise von 2008 stellte, dürfte es kein Zufall sein, dassTilmannGaller,Kapitalmarktstrategevon J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt, dort kurzdarauf ineinemGastbeitragbetonte, dassdieVorfälleindenUSAkeinZeicheneiner systemischenKriseseien,weilsieehermitder Zielbranche Software alsmit der Assetklasse Private Debt zusammenhingen. Im FONDS professionell Roundtable kamen wir zu ähnlichen Ergebnissen: Entscheidend sind der Fondsmanager und seine Auswahl einzelnerUnternehmen.LeisteterguteArbeit, ist die Assetklasse hochinteressant. Ihr TilmanWelther | Leiter Sachwerte Editorial fondsprofessionell.de 2/2026 15 FOTO: © NATHAN LAINE | 2026 BLOOMBERG FINANCE LP

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