SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026
rungsgesetz kippt die 65-Prozent-Erneuer- baren-Regel des Habeck’schen Heizungs- gesetzes. Wer aber als Vermieter eine Gas- oder Ölheizung verbaut, muss ab 2028 die Hälfte der Netzentgelte und der CO₂-Kosten tragen, und ab 2029 müssen die Heizungen auch biogene Brennstoffe verwenden. Auf europäischer Ebene kom- men durch die EU-Gebäude- richtlinie neue Vorschriften für Neubauten, Renovierungen und Energieversorgung auf die Eigen- tümer zu. VDP-Hauptgeschäfts- führer Jens Tolckmitt warnte neulich vor „ausufernden, kom- plexen und in sich nicht konsis- tenten“ Vorgaben. Lahner sieht einen abnehmen- den Grenznutzen weiterer Effizi- enzverschärfungen, denn: „Der heute geltende Standard – Effi- zienzhaus 55 – stellt nach über- wiegender Fachmeinung bereits das volkswirtschaftliche Opti- mum dar.“ Abgesehen davon sei im Bestand die Rentabilität von Sanierungen wegen gestiegener Material- und Handwerkerpreise spürbar kleiner geworden. Hilfe für den Neubau Nach dem Motto „Fordern und för- dern“ will die Politik den Wohnungs- markt mit dem Bau-Turbo und mit dem Gebäudetyp E ankurbeln. Der Bau-Turbo (§ 246e BauGB), seit Oktober 2025 in Kraft, erlaubt Kommunen bis Ende 2030 vereinfachte Genehmigungen ohne Bebauungsplan. Die Wirkung ist bis jetzt nur punktuell. „Die Umsetzung hängt stark von der Verwaltungskultur vor Ort ab“, sagt Kruno Crepulja, Chef des Pro- jektentwicklers Instone. „Einige Kommu nen setzen das neue Instrumentarium konsequent ein, andere warten ab.“ Beim geplanten Gebäudetyp E dürfen Bauherren von Planungs-, Bau- und Kom- fortstandards abweichen. Dadurch sollen die Baukosten sinken. Konkrete Einspar- potenziale bieten zum Beispiel der Ver- zicht auf Tiefgarage, Aufzug und Keller und die natürliche Fensterbelüftung statt einer mechanischen Anlage. Für ein ent- sprechendes Gesetz legten Bund und Län- der im November 2025 Eckpunkte vor, verabschiedet ist es noch nicht. Während die Politik im Neubau experimentiert, plädiert Lahner für einen Perspektiven- wechsel: „Die eigentliche Ressource für bezahlbares Wohnen ist der gut bewirt- schaftete Bestand.“ Insbesondere Mehrfa- milienhäuser der 1990er-Jahre seien dank robuster Bausubstanz und des überschau- baren Instandhaltungsbedarfs „die kos- teneffizienteste Antwort auf den Wohn- raummangel, die der Markt der- zeit zu bieten hat“. Sein Appell: „Bestandserhalt muss politisch dieselbe Priorität bekommen wie Neubau.“ Fazit Wohnen ist eine Anlageklasse mit starken Fundamentaldaten, da die Nachfrage strukturell hoch ist. Doch die regulatori- sche Engmaschigkeit verteuert die Wohnraumschaffung und deckelt die Einnahmen. Damit mehr benötigtes Investorenkapi- tal in denWohnungsmarkt fließt und die Baublockaden gelöst werden, braucht es weniger poli- tische Eingriffe und mehr ver- lässliche Rahmenbedingungen. ALEXANDER ENDLWEBER FP Die Preise sind nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt. Gero Bergmann, VDP Die eigentliche Ressource für bezahlbares Wohnen ist der gut bewirtschaftete Bestand. Dieter Lahner, Wide Wertimmobilien Deutschland 62 fondsprofessionell.de 2/2026 SACHWERTE Wohnimmobilien SPEZIAL FOTO: © VDP, WERTIMMOBILIEN DEUTSCHLAND FONDSMANAGEMENT GMBH Einbruch nach der Zinswende Wohnimmobilieninvestments in Deutschland Der Spitzenwert 2021 entstand durch die Übernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia für 22Milliarden Euro. Quelle:BNPParibasRealEstate 0 10 20 30 40 50 60 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 Andere Immobilien* Investitionsvolumen in Mrd. Euro
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