FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
PARTNER-PORTRÄT D ieGeschichtewiederholt sichnicht, aber sie kann Parallelen aufweisen. Es gibt erste Anzeichen, die an die Technologieblase des Jah- res 2000 erinnern, und in den Schlagzeilenwird häufig eine tiefgreifende KI-getriebene Disrup- tion in den Bereichen Software, Vermögensver- waltung, Datendienste und Logistik prognosti- ziert. Doch unter der Oberfläche weichen die Marktentwicklungen stark voneinander ab. Diese Divergenz zeigt sich bereits innerhalb des Technologiesektors. ImLauf des vergange- nen Jahres hat sich die Performancelücke zwi- schen dem Software-ETF (IGV) und demHalb- leiter-ETF (SMH) auf fast 80 Prozent ausgewei- tet – eine ungewöhnlich große Kluft zwischen zwei zentralen Teilsektoren. Generative KI-Tools wie ChatGPT, Copilot und Claude verbreiten sich rasch, insbesondere in der Softwareentwick- lung, doch die Produktivitätsgewinne sind nach wie vor uneinheitlich und werden durch Hype, Skepsis und Integrationsprobleme gebremst. Zwei Billionen US-Dollar bis 2030 Bis Ende 2025 erreichten die Investitionen in Technologieausrüstung und Software rund 4,4 Prozent des BIP und lagen damit nahe an den Höchstständender Dotcom-Ära. Die fünf Hyper- scaler – Amazon, Google, Meta, Microsoft und Oracle – werden bis 2030 voraussichtlich mehr als zwei Billionen US-Dollar an KI-bezogenen Investitionsausgaben tätigen, darunter rund 650 Milliarden US-Dollar, die allein für 2026 ange- kündigt wurden. Gleichzeitig verliert KI-Infra- struktur schnell an Wert. Bei einer angenom- menen jährlichen Abschreibungsrate von 20 Prozent bedeutet dies rund 400 Milliarden US- Dollar pro Jahr – was fast den kombinierten Gewinnen der Gruppe im Jahr 2025 entspricht. Der Markt hat die Auswirkungen einesWandels von kapitalarmen, margenstarkenModellen hin zu höherer Kapitalintensität, geringeren freien Cashflow-Margen und höherem Ausführungs- risiko noch nicht vollständig verarbeitet. Da die Ausgaben zunehmen, ist mit einer vorüberge- henden Flaute bei Wachstum und Rentabilität zu rechnen. Auch Behauptungen über eine führende Rolle im Bereich der nachhaltigen KI sollten kritisch hinterfragt werden. KI weist keine starkenNetz- werkeffekte auf, erfordert kontinuierliche Rein- vestitionen in Rechenleistung und Energie und stützt sich auf zunehmend offene und reprodu- zierbare Technologien. Infolgedessen gleicht sie immer mehr einer kapitalintensiven, wettbe- werbsorientierten Branche mit begrenzten und nur vorübergehenden Vorteilen für Vorreiter. Auswirkungen auf die Positionierung des Portfolios Bei Fiera Apex spiegelt unser Growth-Equity- Ansatz die Überzeugung wider, dass Innovation allein keinen dauerhaften Unternehmenswert schafft. Anstatt uns auf Bereiche zu konzentrie- ren, die besonders anfällig für Kommodifizie- rung und Margendruck sind, richten wir unser Augenmerk auf Unternehmen mit mehreren langfristigen Wachstumstreibern, widerstands- fähigen Margen, einer starken Cash-Generie- rung und angemessenen Bewertungen. Wir betrachten KI als eine branchenübergrei- fende Basistechnologie – und nicht als eigen- ständiges Anlagethema. Die entscheidende Frage lautet nicht, wer ammeisten investiert, sondern wer die Einführung dieser Technologie in nachhaltige Kapitalrenditen umsetzt. Auswirkungen eines aggressiven Wachstums der Investitionsausgaben Künstliche Intelligenz treibt einen der größten Investitionszyklen in der modernen Technologie voran. Während ihre langfristigenAuswirkungenauf Produktivität und Innovation erheblich sind, sehen sich Investorenmit kurzfristigen Fragen hinsicht- lichderNachhaltigkeit derRenditen, steigender Kapitalintensität, desWettbewerbs- verfalls und der Frage konfrontiert, ob die Wachstumserwartungen mittlerweile falsch bewertet sind. Kontakt Neue Rothofstraße 13–19 60313, Frankfurt am Main Deutschland Tel.: +49/160/97 39 81 13 E-Mail: apichler@fieracapital.com Internet: fieracapital.com Firmenporträt Fiera Capital Corporation ist ein unabhängiger inter- nationaler Asset Manager für börsennotierte und nicht börsennotierte Anlagen. Mit 119,7 Milliarden US- Dollar verwaltetem Vermögen und einer weltweiten Asset-Allokation konstruieren wir individuelle Multi- Asset-Lösungen. Dabei haben wir nur ein Ziel: stabi- les und finanziell nachhaltiges langfristiges Alpha. Unser europäischer Hauptsitz ist London. Hinzu kommen Niederlassungen in Frankfurt, Zürich und Den Haag. Alexander Pichler SVP, Intermediaries Distribution ÜBER DEN TELLERRAND DER „KI“ HINAUS ANZEIGE FOTO: © FIERA CAPITAL
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