FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Wir legen immer nach dem soge- nannten Hantelprinzip an. Auf der einen Seite der Hantel haben wir starke Wachstumswerte, die derzeit vor allem aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz kom- men. Momentan ist meine größte Position in allen drei Fonds Tai- wan Semiconductor, die zweit- größte Position ist Alphabet. Auf der anderen Seite haben wir Aktien von Unternehmen, die etwa Konsumgüter oder Health- care-Produkte herstellen. Diese bringen zwar wenig Rendite, aber sie stabilisieren das Portfolio. Sollte es zu einem Börsencrash kommen und die Seite der Hantel mit den Wachstumswerten nach unten kippen, ziehen die eher konservativen Aktien den Fonds ein Stück weit nach oben. KI ist ein spannendes Thema. Setzen Sie hier vor allemauf die „glorreichenSieben“? Nein, neben Alphabet habe ich zwar etwa auch Microsoft, Nvidia oder Meta im Portfolio. Viel größere Chancen sehe ich aber bei Unternehmen, die von den gigantischen Ausgaben der Hyperscaler SURljWLHUHQ 'LHV VLQG XQWHU DQGHUHP Unternehmen aus dem Bereich der Halb- leiterspeicher. In den vergangenen Jahren haben sich diese Firmen hochzyklisch entwickelt. Der KI-Boom der jüngsten Vergangenheit hat die Nachfrage aber so stark steigen lassen, dass sie das Angebot übersteigt. Dadurch können die Preise angehoben werden. Heute gehören die 8QWHUQHKPHQ WDWVÌFKOLFK ]X GHQ SURljWD - belsten der Welt. Können Sie ein Beispiel für ein solches Unternehmennennen? Ja, nehmen wir etwa den koreanischen Hersteller SK Hynix. Die Firma gibt es schon seit vielen Jahren, und sie hat in der Vergangenheit immer wieder Gewinne und Verluste gemacht. Aber der KI-Boom hat dafür gesorgt, dass sich der freie Cash- ijRZ DXI ĞEHU 0LOOLDUGHQ (XUR belief. Der Grund dafür ist, dass Unter- nehmen wie Nvidia inzwischen bereit sind, langfristige Verträge abzuschließen, um sich die Chips zu sichern. Zudem können Hersteller von KI-Beschleunigern heute sehr hohe Preise aufrufen, weil die Nachfrage so enorm ist. DannhabenSiedieAktievonSKHynixsicher in IhrenFonds? Ja, die Aktie zählt zu den größten Positio- nen im Fonds. Zuletzt war eine sehr dyna- mische Kursentwicklung zu beobachten. Größere Bewegungen sind im Technolo- giesektor nicht untypisch, in dieser Inten- VLWÌW KDEH LFK VROFKH (QWZLFNOXQJHQ ELV - lang jedoch nicht gesehen. Das verdeut- licht, wie außergewöhnlich das aktuelle Marktumfeld ist. Allerdingsgibt esauchvieleKI-Verlierer. Nicht jedes Unternehmen, das als KI-Ver- lierer gilt, zählt wirklich dazu. Die Aktien der Börsenbetreiber sind zuletzt unter Druck geraten. Aber sie werden meiner Ansicht nach nicht zu den Verlierern gehören. Börsen haben oft quasi Mono- pole für verschiedene Finanzprodukte und besitzen viele proprietäre Daten. Die sind nicht im Internet verfügbar, daher kann sie keine KI der Welt durchsuchen oder nachahmen. Man muss schon genau hinsehen, bevor man von Gewinnern und Verlierern spricht. Vielen Dank für das Gespräch. ANDREA MARTENS FP » Ich sehe große Chancen bei Unternehmen, die von den gigantischen Aus- gaben der Hyperscaler profitieren. « Andre Köttner, DWS Online weiterlesen: QR-Code scannen oder fponline.de/DWS226 eingeben. fondsprofessionell.de 2/2026 145 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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