FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

eher nicht dazu, sich am Ende tatsächlich für eine nachhaltige Geldanlage zu ent- scheiden. Spannende Studie Eine aktuelle Untersuchung des an die Goethe-Universität Frankfurt angeglieder- ten Centers for Financial Studies belegt das. Für die Studie haben die Forscher die Aufzeichnungen von 18.000 Beratungsge- sprächen analysiert, die ihnen eine mittel- große Sparkasse als Datenpartner zur Ver- fügung gestellt hat, sowie die Abschlüsse, die daraus resultierten. Dabei nahmen sie zum einen den Zeitraum zwischen Juli 2020 bis August 2022 unter die Lupe, da sich die Sparkasse entschieden hatte, die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Anlage- kunden schon zu erheben, bevor die $EIUDJH ]XU 3ijLFKW ZXUGH =XP DQGHUHQ untersuchten sie Beratungsgespräche, die zwischen August 2022 und August 2023 geführt worden sind, und die entsprechen- den Abschlüsse. Die Ergebnisse sind aufschlussreich. Zwischen Juli 2020 und Juli 2022 gaben 9,6 Prozent der Kunden an, sich für nach- haltige Finanzprodukte zu interessieren. Von August 2022 bis August 2023 sank der Anteil auf 5,9 Prozent. Das mag nun nicht allein an der komplizierten Präfe- renzabfrage liegen. So könnten etwa auch vorausgegangene Fälle von Greenwashing ein Grund für das gesunkene Interesse sein. Klar ist aber, dass die erklärungsbe- dürftigen Kategorien Anleger eher dazu bringen, sich mit dem Thema ESG nicht weiter zu beschäftigen. Denn: Von den Kunden, die zunächst an nachhaltigen Investments interessiert waren, wollten 3UR]HQW LKUH 3UÌIHUHQ] QLFKW VSH]Llj zieren, sondern überließen die Produkt- auswahl resigniert dem Berater. Nicht mehr und nicht weniger Wie die Studie zeigt, stieg der Anteil der Empfehlungen von ESG-konformen Produkten für Privatanleger mit Interesse an nachhaltigen Investments tatsächlich um 57 Prozent, nachdem die Abfrage YHUSijLFKWHQG JHZRUGHQ ZDU 'HQQRFK entschieden sich in dieser Anlegergruppe letzten Endes nicht mehr Kunden für ein nachhaltiges Investment als in der Gruppe derer, denen es von vornherein überhaupt nicht auf ESG-Produkte ankam. Damit wird klar: Das vom EU-Gesetzgeber gewünschte Ziel erreicht die Nachhaltig- keitspräferenzabfrage nicht. Auch eine gemeinsame Umfrage von AfW Bundesverband Finanzdienstleis- tung, Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und der Universität Kassel unter )LQDQ]SURljV NRPPW ]X HUQĞFKWHUQ - den Resultaten. Der Studie zufolge hat Nachhaltigkeit für knapp 70 Prozent der Keineswegs im Fokus Stellenwert von ESG in der Finanzberatung Kundeninteresse am Thema ESG Insgesamt stufen 67 Prozent der befragten Finanzprofis den Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit in ihrer Beratung als niedrig ein. Das Interesse ihrer Kunden an einer ESG-konformen Geldanlage bezeichnen lediglich 22 Prozent der Befragten als hoch. Quelle:BeraterumfragevonAfW,FNGundUniversitätKassel;N=239(linkeGrafik),N=202(rechteGrafik) Sehr hoch 10 % Weder noch / gleichgültig 11 % Eher hoch 12 % Sehr niedrig 35 % Eher niedrig 32 % Sehr hoch 5 % Weder noch / gleichgültig 14 % Eher hoch 17 % Sehr niedrig 32 % Eher niedrig 32 % fondsprofessionell.de 2/2026 407 FOTO: © PHOTORESQUE GMBH | UNIVERSITÄT KASSEL » Die in unserer Studie befragten Berater erken- nen bei ihren Kunden nur noch wenig Interesse an ESG-Investments. « Christian Klein, Universität Kassel

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