FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Anpassungs fähig Indem sie die Chancen von Aktien mit der Sicherheit von Anleihen kombinieren, schaffen Wandelanleihen ein attraktives Ertrags­ profil. Das aktuelle Umfeld ist günstig für die Wandler. W er angesichts der jüngsten Rekord­ stände vor dem Einstieg bei Aktien zurückschreckt, sollte vielleicht über Wandelanleihen nachdenken. Wan­ delanleihen oder „Convertibles“ sollen schließlich die Kurschancen von Aktien mit den laufenden Erträgen von Unter­ nehmensanleihen verbinden. Dabei waren sie zuletzt im steigenden Aktienmarkt sehr erfolgreich: Auf Sicht eines Jahres erzielten spezialisierte Fonds Renditen von teils 20 Prozent und mehr und übertrafen damit viele reine Aktienfonds deutlich. Der Aufwärtstrend könnte sich durchaus fortsetzen, insbesondere wenn die Börsen weiter steigen. Und wenn dem Aktien­ boom irgendwann die Luft ausgeht, sollten Wandelanleihen immerhin eine gewisse Absicherung bieten. Zwei Komponenten Eine Wandelanleihe besteht im Kern aus zwei Komponenten: einer Unterneh­ mensanleihe mit festemZins und Laufzeit sowie einer Kaufoption auf die Aktie des Emittenten. Der Wert dieser Option hängt vor allem vom Aktienkurs, dessen Volati­ lität und der Restlaufzeit der Anleihe ab. Steigt der Aktienkurs deutlich und nähert sich demWandlungspreis, ab dem sich ein Tausch in Aktien lohnt, dann gewinnt die Optionskomponente deutlich an Wert. Steigt der Wandler weit „ins Geld“, bewegt sich sein Kurs sogar nahezu eins zu eins zum Aktienkurs. Fällt die Aktie dagegen deutlich unter den Wandlungspreis, ver­ liert die Option anWert. Der Convertible verhält sich dann zunehmend wie eine Unternehmensanleihe, der Kurs wird vor allem von Zinsniveau, Bonität und Rest­ laufzeit bestimmt. Diesen Bereich bezeich­ nen Experten als Bond Floor. Nur wenn sich die Bonität des Emittenten verschlech­ tert und das Ausfallrisiko in den Fokus tritt, kann der Wandler noch tiefer sacken. Diese besondere Konstruktion verleiht Convertibles eine asymmetrische Auszah­ lungsstruktur: Anleger profitieren von steigenden Aktienkursen, während ein deutlicher Kursrückgang der Aktie meist nicht im gleichen Umfang auf denWand­ ler durchschlägt. Die Sensitivität gegen­ über Veränderungen des Aktienkurses, das Delta, schwankt zwischen null, wenn die Anleihe weit aus dem Geld ist, und eins, wenn sie weit im Geld ist. Span­ nend ist vor allem der konvexe oder hyb­ ride Bereich dazwischen bei einem Delta zwischen null und eins (siehe Kasten nächste Seite). Hier nutzen Anleger einen Teil des Aktienpotenzials ohne das volle Aktienrisiko. Nicht umsonst Angesichts der Vorteile fragt man sich, wo der Haken an der Sache ist. Den gibt es natürlich: Als Ausgleich für die zusätz­ liche Aktienchance fällt der Kupon der Wandler oft drei bis vier Prozentpunkte Chamäleons sindMeister darin, sich ihrer Umgebung anzupassen. ImFinanzmarkt fällt diese Rolle denWandelanleihen zu: Sie tragen Elemente von Aktien und festver- zinslichenWertpapieren in sich. » Die Papiere schlagen eine Brücke zwischen Anleihen- und Aktieninvestments. « Dorian Carrell, Schroders 138 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Wandelanleihen FOTO: © BLACKDIAMOND67 | STOCK.ADOBE.COM

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