FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Softwareunternehmen –, erzielen hervor- ragende Ergebnisse. Doch die Vorteile der KI für diese Unternehmen werden sich wahrscheinlich eher in den nächsten drei bis fünf Jahren als in den nächsten drei bis fünf Monaten zeigen. Das Schwierige an diesem Job ist nicht, das Richtige zu tun. Das Schwierige ist zu sagen: Wir tun das Richtige aus den richtigen Gründen, aber die Ergebnisse werden erst in einigen Jah- ren sichtbar. WieistderFondsderzeitüberAktien,Anlei- hen, CashundGoldallokiert?Undwas sagt dasüber IhreRisikobereitschaft? Wir liegen bei rund 62 Prozent Aktien, etwa vier Prozent Gold, gut zwölf Prozent Anleihen, der große Rest, gut 20 Prozent, steckt in Liquidität und kurzlaufenden Staatsanleihen. Das Rentenbuch hat eine Duration von etwa anderthalb Jahren bei rund sechs Prozent Rendite. Wir werden also fürs Warten bezahlt, ohne ein Zins- risiko einzugehen. Cash ist das Einzige, das nie an nominalemWert verliert. Es ist unser Puffer und unsere Munition. Auf die Frage, warumman uns für das Halten von Liquidität bezahlen soll, antworte ich mit der Gegenfrage: Warum sollten Sie uns dafür bezahlen, voll investiert zu sein, wenn der Markt sich halbiert? Ihr Aktienportfolio ist konzentriert mit Schwerpunkt aufBörsenbetreibern, Daten- und Informationsdienstleistern sowie aus- gewähltenIndustrie-undKonsumtiteln.Was habendieseUnternehmengemeinsam? Wir kaufen im Kern drei Typen. Erstens Kategorie-Champions, also Monopole oder Duopole in wachsenden Märkten. Euronext, Deutsche Börse oder die Lon- don Stock Exchange Group (LSEG) sind typische Beispiele. Zweitens strukturelle Gewinner, die in fragmentierten Märkten dauerhaft Anteile gewinnen. Beispiele hierfür sind Einzelhändler wie Amazon, Zalando oder Jeronimo Martins. Und drittens halten wir manchmal Qualitäts- zykliker mit überlegenem Wachstum, die wegen schwankender Gewinne billig zu haben sind. Samsung war genau das. Gemeinsam sind ihnen dauerhafte Nach- frage, begrenzter Wettbewerb, hohe Ein- trittsbarrieren, Wechselkosten, Preisset- zungsmacht und eine starke Bilanz. Wo sehen Sie derzeit die attraktivsten asymmetrischenChancen, alsobegrenztes Abwärtsrisiko bei erheblichem Potenzial über fünf bis zehnJahre? Zum ersten Mal seit mehreren Jahren erscheinen die meisten Aktien in unserem Portfolio attraktiv: Das Nebenprodukt der KI-Blase imBereich „Aufregendes“ ist eine Anti-Blase bei den Aktien „langweiliger“, aber sehr guter Unternehmen. Zwei Bei- spiele: CTS Eventim und Scout 24, Eigen- tümer der Immobilienplattform Immo- scout 24. Beide sind Marktführer mit dominanter Wettbewerbsposition, soliden Bilanzen, außergewöhnlicher Rentabilität und einer beeindruckenden langfristigen Wachstumsbilanz. Verursacht KI eine Dis- ruption in diesen Unternehmen? Nutzen Menschen beispielsweise ChatGPT, um ihr nächstes Zuhause zu finden? Bislang sehen wir dafür kaum Anzeichen. Im Rentenbereich kombinieren Sie kurz- laufende Treasuries, inflationsindexierte Papiere und ausgewählte Credits. Wann gehenSieKreditrisikenein? Der Kreditteil ist der einfachere: Man kauft im Grunde dann, wenn sich die Risikoprämien einer bestimmten Lauf- zeitklasse extrem ausweiten. Aktuell sind diese Spreads extrem eng, dort gibt es derzeit sozusagen wenig zu tun. Bezogen auf die Duration hilft eine historische Beobachtung: Bis zumBeginn der großen Anleihenkäufe durch Notenbanken in den Jahren 2008/2009 notierte die zehn- jährige US-Rendite regelmäßig beim 1,7- » Unsere Klientel besteht großteils aus Familien, die selbst Unternehmen aufgebaut und mehrere Zyklen durchlebt haben. Für die ist Kapitalerhalt keine Marketingfloskel. « Edward Dearing, MFS MARKT & STRATEGIE Edward Dearing | MFS 146 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © NIGEL DICKINSON FÜR FONDS PROFESSIONELL

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