FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
die Imkerei? „Die Bienen sind pflege leicht“, lacht der Fondsmanager. Und wenn der Honig geerntet wird, helfen alle mit – seine Frau, die Kinder und auch seine Eltern, die immer noch bei Lever kusen wohnen. Als Patrick Vogel am 2. Mai 1982 gebo ren wird, leben seine Eltern in einem ganz anderen Teil der Welt. Sein Vater ist beim Chemiekonzern Bayer beschäf tigt und wird in das damals größte Werk außerhalb Deutschlands entsandt – ins brasilianische São Paulo. Als Patrick vier Jahre alt ist, zieht die Familie zurück nach Deutschland. Im nordrhein-westfälischen Odenthal, einem Ort zwischen Leverku sen und Bergisch Gladbach, wächst er mit seiner Schwester behütet auf, spielt gern Fußball und viel Tennis. Als er 15 Jahre alt ist, kommt ein Mit arbeiter der örtlichen Volksbank in sein Gymnasium und erklärt, wie Geldanlage mit Aktien funktioniert. Das findet der Schüler so fesselnd, dass er beginnt, in der Tageszeitung die Entwicklung von Aktien kursen zu verfolgen. Mit Papier und Blei stift stellt er sich ein kleines Depot zusam men und schichtet regelmäßig um. „Damals habe ich Blut geleckt“, sagt Vogel auf dem Weg zurück zum Park platz. Von dort aus geht es mit dem Auto Richtung Bad Homburger Schloss. „Ich fand das Thema Geldanlage so spannend, dass ich während meiner Ausbildung bei der Deutschen Bank in Düsseldorf oft nur Reis mit Ketchup gegessen habe, weil ich jeden Cent inmein Depot stecken wollte“, erzählt er. Interesse an Maschinenbau Bis Schüler Patrick seine Ausbildung bei der Deutschen Bank beginnen soll, ver gehen noch ein paar Jahre. Weil er auch Maschinenbau interessant findet, absol viert er mehrere Praktika in Kfz-Werk stätten und Elektrobetrieben. Nach dem Abitur im Jahr 2001 geht er erst einmal zur Bundeswehr. „Da habe ich überlegt, ob ich Wirtschaftsingenieurwesen studie ren soll oder ob ich eine Bankausbildung absolviere“, berichtet Vogel. Der Weg hinauf zum Bad Homburger Schloss ist nicht besonders steil, es lässt sich gut reden. Gleich zu Beginn seiner Ausbildung in Düsseldorf lernt er das Tra ding-Desk kennen und erfährt alles über Wetter-Swaps. „Dabei wollte ich doch alles von der Pike auf lernen“, schmunzelt er. Das gelingt ihm auch. Unter anderem schnuppert Vogel ins Privatkundenge schäft hinein, merkt aber schnell, dass er nicht dafür gemacht ist, Kunden Fonds zu verkaufen. Er möchte stattdessen große Vermögen anlegen. Doch diesen Plan kann er erst umsetzen, nachdem er nach Frankfurt übersiedelt ist, an der Frankfurt School dual studiert, seinen Bachelor-Abschluss gemacht – und ein Auslandssemester auf Hawaii absolviert hat. Schließlich setzt er berufsbegleitend noch den Master obendrauf. Entscheidung mit Coach Ab 2009 ist Vogel hauptberuflich im DB-Portfoliomanagement tätig, lernt viel, darf schließlich sogar demChefanlagestra tegen zuarbeiten. Seine Aufgaben machen ihm großen Spaß. Irgendwann landet er in einer Fördergruppe für junge Talente. „Da wurde mir ein Coach zur Seite gestellt, der eine Art Persönlichkeitsana lyse vorgenommen hat“, sagt Vogel. Der Coach erkennt, dass er „Drive“ hat, Dinge vorantreiben möchte, zuweilen ungedul dig ist. „Da kamdie Überlegung auf, ob es nicht besser wäre, in einem kleinen Unter nehmen zu arbeiten“, berichtet Vogel. So wechselt er 2012 zu Mainfirst. Hier hat er keine breite Investmentplattform mehr, keine Vielzahl von Analysten. „Es geht auch gut ohne, man muss sich ein fach klar auf das fokussieren, was man tut“, erklärt Vogel. Bei TBF liegt sein Fokus seit Anfang 2023 eindeutig auf dem Aktienfonds Smart Power. Für das Sondervermögen suchen er und seine Kollegen ständig nach Unternehmen, die von den großen Trends im Energiesektor profitieren. „Diese Trends müssen langfristig sein, zudem politisch und regulatorisch gewollt“, erläutert der Portfoliomanager. Eine große Entwicklung sieht er in den USA. „Seit Donald Trump Präsident ist, 152 fondsprofessionell.de 3/2026 PORTRÄT Patrick Vogel | TBF Global Asset Management FOTOS: CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL Auf dem Bad Homburger Schloss: Eine Eigenschaft, die ein starker Fondsmanager mitbringen sollte, ist Neugier, findet Patrick Vogel. Er selbst ist so neugierig, dass er private Reisen nie zweimal an denselben Ort unternehmenmöchte. „DieWelt ist schließlich so groß und so interessant“, meint Vogel.
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