FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Umstrittener Start Aufstieg eines Börsenstars oder Rohrkrepierer mit Ansage? Die Meinungen über das Parkettdebüt des Raumfahrtriesen Space X und die Perspektiven der Branche gehen auseinander. V om Senkrechtstarter zur Bauchlan- dung – so würden kritische Stim- men das Börsendebüt des Raumfahrtkon- zerns Space X zusammenfassen. Bereits Wochen vor dem Parkettgang war der Hype um das Elon-Musk-Unternehmen entfacht. Mit 75 Milliarden US-Dollar Emissionsvolumen war dies der bislang größte Börsengang der Geschichte. Nach der Erstnotiz schoss der Kurs in die Höhe, setzte dann aber zum Sinkflug an. Der Giga-IPO rief Produktanbieter auf den Plan. Gleich drei neue börsen- gehandelte Fonds (ETFs) kamen kurz vor oder nach der Erstnotiz auf den europäi- schen Markt. Damit hat sich die Zahl der Fonds und ETFs, die sich dezidiert der Raumfahrt verschrieben haben, verdop- pelt (siehe Tabelle). Doch birgt der Hype um Raketen und Satelliten einen soliden Kern, der als Investmentthema trägt? Die Anbieter führen naturgemäß Gründe ins Feld, warum Hersteller von Trägerraketen, Abschussrampen und Satel- liten-Terminals vor einer großen Zukunft stehen. „Der Weltraum wandelt sich von einem Nischenbereich unter staatlicher Führung zu einem breiteren wirtschaft- lichen Ökosystem mit wachsender kom- merzieller und strategischer Bedeutung“, argumentiert etwa Pierre Debru, Leiter Research Europa bei der ETF-Gesellschaft Wisdom Tree. Bei dieser Entwicklung weist Debru einem Unternehmen die Rolle als Kata- lysator zu. „Space X hat maßgeblich dazu beigetragen, die Zugangsbarrieren zum Weltraum zu senken, die Startfrequenz zu erhöhen und die Beteiligung der Privat- wirtschaft in diesem Sektor zu fördern“, zählt Debru auf. In die gleiche Richtung argumentiert Tobias Aellig, Aktienspezia- list imPrivate Banking der Liechtensteiner LGT. „Ein neues Wettrennen ins All ist im Gange, das nicht mehr nur von Staaten, sondern zunehmend auch von privaten Unternehmen geprägt wird.“ Neue Generation Unternehmen seien zwar seit Langem in Raumfahrtprogramme eingebunden, die Art des Engagements habe sich jedoch grundlegend verändert. „Eine neue Gene- ration von Unternehmen entwickelt, besitzt und betreibt heute eigene Raketen und Raumfahrzeuge und bietet Transport- und andere Dienstleistungen an, statt lediglich staatlich vorgegebene Designs auszuführen“, erläutert Aellig. Diese Ent- wicklung führe zu geringeren Kosten für Raketenstarts und Nutzlast. „Der kostengünstigere Zugang zum All ebnet den Weg für die Expansion der Raumfahrtwirtschaft“, ergänzt der LGT- Spezialist. „Daraus ergeben sich Investi- tionsmöglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der zugrunde Launch einer Rakete: Manche Anlageexperten prophezeien der Raumfahrtbranche einen kometen­ haften Aufstieg. AndereMarkt­ beobachter warnen hingegen vor überzogenen Erwartungen. » Ein neues Wettrennen ins All ist im Gange, das nicht mehr nur von Staaten, sondern auch von privaten Unter- nehmen geprägt wird. « Tobias Aellig, LGT 158 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Weltraumfonds FOTO: © ARTSIOM P | STOCK.ADOBE.COM

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