FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Neu erwachtes Interesse Infrastrukturfonds erleben ein überraschendes Comeback: Nach beträchtlichen Abflüssen flossen der Produktgruppe seit Jahresbeginn 2026 wieder mehr als drei Milliarden Euro zu. D ass Anleger derzeit wieder verstärkt traditionell zinssensitive Infrastruk- turfonds nachfragen, erscheint angesichts steigender Anleihenrenditen am langen Ende ungewöhnlich. Nach einem signifi- kanten Nachfragerückgang in den Jahren 2023 und 2024 drehte die Nachfrage ab 2025 leicht ins Plus, und seit Jahresbeginn 2026 strömten mehr als drei Milliarden Euro in die Fondsgruppe. Das zeigt die aktuelle Mittelzu- und -abfluss-Statis- tik des Datenanbieters Mountain-View. Damit knüpft die Kategorie an bessere Zeiten an. Vor den beiden Negativjahren erfreuten sich Infrastrukturfonds meh- rere Jahre lang einer laufend wachsenden Nachfrage. Das Interesse endete 2023 abrupt (siehe Grafik). Binnen 24 Monaten zogen Investoren in Summe 4,83 Milliarden Euro aus dem Segment ab. Erklärt wurde dies auch damit, dass die Trendwende an den Anleihenmärkten in Richtung steigender Zinsen Infrastruk- turfonds – relativ betrachtet – unattraktiver machten. Es ist daher überraschend, dass sie nun wieder stärker nachgefragt werden, denn an der Zins- front hat sich nichts Grund- legendes verändert. Von April bis August 2026 summierten sich die Zuflüsse auf rund 2,2 Milliarden Euro, vier der fünf Monate endeten im Plus (siehe Tabelle nächste Seite). Damit widersetzen sich die Infrastruk- turfonds auch dem generellen Trend bei aktiv verwalteten Aktienfonds, die von April bis August rund 3,5 Milliarden Euro verloren. Die große Ausnahme: Technologiefonds – ihnen flossen im sel- ben Zeitraum rund 13,3 Milliarden Euro zu. Aktien-ETFs sammelten in den fünf Monaten übrigens rund 134,6 Milliarden Euro ein. Alle ETFs zusammen erzielten von April bis August sogar ein Nettomit- telaufkommen von rund 184,6 Milliarden Euro. Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie weit die Absatzentwicklung aktiver und passiver Produkte inzwischen ausei- nanderläuft. Gekauft wurden zuletzt nicht nur pas- sive Aktienprodukte, im Jahresverlauf strömte auch reichlich Kapital in aktiv verwaltete Anleihenfonds. Von April bis August flossen ihnen in jedem Monat netto Mittel zu: insgesamt 43,4 Milliarden Euro. Damit setzt sich die kräftige Erholung der vergangenen Jahre fort. Nach Rekordabflüssen von fast 107 Milliarden Euro im Jahr 2022 kehrten Anleger zunächst zag- haft zurück. 2024 sammelten Anleihenfonds bereits knapp 86 Milliarden Euro ein, 2025 waren es sogar rund 134 Mil- liarden Euro. Seit Jahresbeginn 2026 sind weitere 52,6 Milliar- den Euro hinzugekommen. CORNELIA FUSSI FP Die Tabellen zumArtikel finden Sie auf der nächsten Seite. 176 fondsprofessionell.de 3/2026 MARKT & STRATEGIE Mittelzu- und -abflüsse FOTO: © ARDAN FUESSMANN | STOCK.ADOBE.COM Milliardenzuflüsse Nettomittelaufkommen von Infrastrukturfonds Imaktuellen Jahr verzeichneten aktiv gemanagte Infrastrukturfonds wieder deutliche Zuflüsse. Quelle:Mountain-View -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 ’26 2025 2020 2015 2010 2008 ’08 Infrastrukturfonds in Mrd. Euro Mrd. Euro Akt in Infrastrukturfonds: Nach hohen Abflüssen 2023 und 2024 drehte dasMittelaufkommen bei dieser kon- servativen Fondsklassewieder deutlich ins Plus.

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