FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Nicole Grützmacher, Co-Head des Private-Markets-Investment- Teams beim Vermögensverwalter Feri, über die Kriterien, mit denen sie illiquide Anlageprodukte selektiert, irreführende Begriffe in der Branche und die Frage, woran man Qualität erkennt. D as Bad Homburger Unternehmen Feri versteht sich als ganzheitlicher Multi-Asset-Manager, das heißt, es berät institutionelle Investoren und vermögende Privatkunden sowohl in Sachen traditio­ neller als auch alternativer Anlagen. Nicole Grützmacher leitet gemeinsammit Sören Hein das Private-Markets-Invest- ment-Team, das entsprechende Anlage- produkte für seine Kunden analysiert und auswählt. Feri managt rund 65 Milliarden Euro fremdes Vermögen, 18 Milliarden davon im Bereich der alternativen Invest- ments, wovon wiederum ein Großteil auf die Private Markets mit den Hauptseg- menten Private Equity, Infrastruktur, Real Estate und Private Credit entfällt. FONDS professionell trifft die Betriebswirtin und Immobilienökonomin in ihrem Büro. Draußen herrschen 35 Grad, zum Glück funktioniert die Klimaanlage. Frau Grützmacher, woran erkennt man die Qualität einesPrivatmarktprodukts? Nicole Grützmacher: Endgültig zeigt sich die Qualität mit dem Verkauf des letzten Investments. Dann sieht man, was tatsäch- lich erwirtschaftet wurde. Legen Sie sich da nicht eine Rechtfertigung zurecht, die immer funktioniert: Das habe manamAnfangschließlichnichtsehenkön- nen? Gute Vermögensverwaltung hält doch auf sich,Qualität schonvorherzuerkennen, oder sehe ichdas falsch? Es gibt durchaus ein Zusammenspiel mehrerer Parameter, das man bereits im Vorfeld beurteilen kann: Wie gut ist der Zugang zu den Produktmanagern, wie werden diese ausgewählt, und wie wählen sie ihrerseits wiederum Produkte aus? Wie transparent sind Abläufe und Kosten und gibt es eine gute Balance zwischen Mana- ger und Anleger? Wenn diese Punkte zusammenpassen, ist das eine wichtige Grundlage für qualitativ überzeugende Produkte. Was verstehen Sie unter Balance zwischen Management undAnlegern? Es muss sichergestellt sein, dass Themen wie Gebühren, Gewinnbeteiligung, Mitspracherechte der Anleger oder das Management von Interessenkonflikten Win-win-Situationen schaffen. Nur dann funktioniert es am Ende für beide Seiten. Wo schauen Sie hin, wenn Sie ein Privat- marktproduktindieDueDiligencenehmen? Als Erstes schauen wir uns den Mana- ger an. Ein entsprechendes Marktscree- ning ist bei uns aber ein fortlaufender Prozess. Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren 1.300 Managergesprä- che geführt, mal kürzer, mal länger, per Teams, per Telefon oder auf Konferenzen. Wir haben da einen guten Überblick. Und wir gucken uns natürlich deren jeweili- gen Track Record an. Zu einem sicheren Urteil, wen man näher unter die Lupe nehmen sollte und wen nicht, gelangen Sie nur, wenn Sie sich regelmäßig viele Manager anschauen. Können Sie präzisieren, worauf Sie beim TrackRecordachten? „Wir haben 1.300 Manager­ gespräche geführt“ » Wir lassen uns sehr viele Daten offenlegen, bevor wir eine Investitionsempfehlung geben. « Nicole Grützmacher, Feri SACHWERTE Nicole Grützmacher | Feri 194 fondsprofessionell.de 3/2026

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