FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Wir schauen uns an, welche Assets für welchen Fonds gekauft wurden und wie diese Assets im Einzelnen performt haben. War der Fonds wirklich so erfolg- reich, wie es auf den ersten Blick scheint? Vielleicht gab es nur einen Gewinner im ganzen Portfolio, der die Rendite zwar ins Positive gehoben hat, aber ansonsten nur Flops. Das wäre für uns ein Fall von Glücksspiel und es käme eine Red Flag dran. Wiegeht esdannweiter? Das nächste Thema ist die Investitions- strategie. Worin und wie wird investiert? Passt das für unsere Kunden? Wenn ja, dann schauen wir uns das Team näher an. Wie groß ist es, wie steht es um die Fluktuation, welche Art von Incentivie- rung gibt es? Ist diese so ausgestaltet, dass alle im Team den langfristigen Erfolg des Fonds im Blick haben? Ein „Investment Proposal“ von uns umfasst am Ende 80 Seiten. Wir lassen uns sehr viele Daten offenlegen, bevor wir eine Investitions- empfehlung geben. Insbesondere bei Private-Equity-Anbietern fällt auf, dass angeblich alle ausschließlich mitManagernundFondsdesoberstenQuar- tilsarbeiten.Daskannschonstatistischnicht funktionieren. Stimmt, ich kann aber nur beschreiben, wie wir vorgehen. Wir verfolgen einen systematischen Analyse- und Selektions- prozess: Von 100 Angeboten, die wir rein- bekommen, bleiben allein schon nach unserer Managementbewertung häufig nur fünf übrig. Ich kann hier nicht allzu viel offenlegen, schließlich reden wir über Privatunternehmen. Aber in unseren Managergesprächen gehen wir sehr ins Detail, fragen nach Hintergründen, Kon- takten, Selektionskriterien. Unser Ziel ist immer, Manager mit dauerhaft überzeu- gender Qualität zu identifizieren. Quartile sind dabei wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. 50:30:20seidasneue60:40,sagtLarryFink. Ermöchtealso20ProzentdesAnlegerport- folios in Alternatives allokiert sehen. Was haltenSiedavon? Das klassische Aktien-Renten-Portfolio hat tatsächlich ausgedient. Feri ist davon überzeugt, dass Private Markets in ein gut strukturiertes Portfolio gehören. Zu wel- chem Prozentsatz genau hängt von der individuellen Situation des Kunden ab. Werden durch die große Aufmerksamkeit, diePrivateMarketsinsbesonderedurchden ELTIF-Boombekommen, tatsächliche neue Zielgruppen erschlossen? Wird der Anle- germarkt also größer oder kommt es nur zueinerVerlagerung? Unterm Strich kommen eher neue Anle- gergruppen hinzu, ich denke vor allem an die Segmente Wealth Management und Private Wealth. Dass die Institutio- nellen sich zurückziehen würden, sehen wir nicht. Sie investieren nur selektiver. Sie haben sehr früh angefangen, in Private Equity zu investieren, und stellen sich jetzt breiter auf, indem sie sich neue Anlage- klassen erschließen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren zurückgegangenen Exits. Daher auch die erhöhte Nachfrage institutioneller Investo- » Es muss sichergestellt sein, dass Themen wie Gebühren, Gewinn beteiligung, Mitsprache rechte der Anleger oder das Management von Interessenkonflikten Win-win-Situationen schaffen. « Nicole Grützmacher, Feri fondsprofessionell.de 3/2026 195 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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