FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
ren nach Infrastruktur-und nach Private- Credit-Investments. Neue Anlegergruppen kommen hinzu, weil sie inzwischen mehr Zugangsmöglichkeiten haben. Befürworter der Private Markets machen stark,dassrund90ProzentderWertschöp- fungeinerVolkswirtschaftnichtanderBörse stattfinden und dass Aktienanlegern des- wegen die besten Chancen entgehen. Aber immerhin sorgt die Börse für Transparenz undqualitativeMindeststandards,mitdenen derPrivatmarkt nicht aufwartenkann. Ja, ein großer Teil der Wertschöpfung findet außerhalb der öffentlichen Märkte statt. Unternehmen bleiben länger privat und gehen erst mit einem viel höheren Wert an die Börse. Entsprechend würde man auf einen Großteil der Wertent- wicklung verzichten, wenn man die Pri- vatmärkte ausblendet. Die öffentlichen Märkte haben aber genauso ihre Daseins- berechtigung, und ihre Liquidität ist ein Riesenvorteil. Es geht nicht darum, sich für das eine und gegen das andere zu ent- scheiden. Es gilt, die richtige Kombination beider Welten zu finden – und die ist für jeden Anleger anders. Alter, Vermögens- situation, Risikoneigung: Das sind die Themen, die man berücksichtigen muss. Fast alle Anbieter von Private-Market-Pro- duktenführendenBegriffderDemokratisie- rung imMunde, behauptenalsoeinemögli- che Teilhabe von jedermann. In den Privat- märkten gibt es aber auch trotz der Her- absetzung der Mindestbeteiligung auf nur einen Euro, wie sie vereinzelt zu finden ist, keinJedermann-Produkt. Der Begriff der Demokratisierung hat sich auch in der öffentlichen Diskussion eingebürgert. Der Grundgedanke dahin- ter ist nachvollziehbar: Private Markets sollen nicht ausschließlich Investoren mit sehr großen Vermögen vorbehalten sein. Grundsätzlich ist das die richtige Entwick- lung. Es handelt sich um langfristige Anla- gen, in die man früh investieren sollte. Aber wer hat mit Mitte 20 oder Anfang 30 schon eine Million Euro, um hier zu investieren? Je kleinteiliger man einsteigen kann, umso wichtiger wird aber das Wis- sen um die Funktionsweise von Private Markets und die Aufklärung über Risi- ken, die damit verbunden sind. Mindest- beteiligungen ab einem Euro sehe ich kri- tisch. Was soll das den Anlegern unterm Strich wirklich bringen? DiemeistenELTIFssindalsEvergreenkon- zipiert.WashaltenSiedavon? Evergreen-Fonds haben den Vorteil, dass Anleger in ein bestehendes Portfolio inves- tieren, sie haben keinen J-Curve-Effekt, bis das zugesagte Kapital ins Arbeiten kommt. Für den Vertrieb kann ein Vorteil darin bestehen, dass ein dauerhaft verfüg- bares Produkt einfacher in Beratungspro- zesse eingebunden werden kann. ZudenheikelstenThemenzählenbeiFonds die Kosten. Privatmarktprodukte können keinen Indexnachbilden, sieerfordernakti- ves und vergleichsweise kostenintensives Management.WiebehauptensichhierEver- green-ELTIFsimVergleichetwazugeschlos- senenFonds? Der ELTIF hat ein anderes Gebühren- muster. Das Management eines Ever- green-ELTIF bezieht Gebühren über eine sehr lange Laufzeit. Wenn ein Teil seiner Vergütung in einer Gewinnbeteili- gung besteht, haben Sie das Problem der Abgrenzung. Wann ist ein tatsächlicher Gewinn oberhalb welcher Hurdle Rate entstanden? Auch die Tatsache, dass lau- fend neue Anleger hinzukommen und Altanleger aussteigen, ist für die Kalku- lation einer Gewinnbeteiligung ziem- lich herausfordernd. Geschlossene Fonds tun sich da leichter, weil alle Anleger zu einem sehr ähnlichen Zeitpunkt einstei- gen und über mehr oder weniger densel- ben Zeitraum an der Wertentwicklung partizipieren, auf deren Basis dann die Gewinnbeteiligung kalkuliert werden kann. Ähnliches gilt für Renditeangaben. » Das klassische Aktien-Renten-Portfolio hat ausgedient. « Nicole Grützmacher, Feri SACHWERTE Nicole Grützmacher | Feri 196 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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