FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
besteht in der langfristigen Bewirtschaf- tung von Bestandsobjekten. Widersprüchliche Entwicklung Wie aber passt nun die Attraktivität der Wohnimmobilie als Investment auf der einen Seite zusammen mit dem erhöhten Kündigungsaufkommen bei den offenen Wohnimmobilienfonds auf der anderen Seite, das bei dem einen zu einer radi- kalen Abwertung der Objekte führte, bei den beiden anderen dazu, dass sie einstweilen keine Anteile mehr zurück- nehmen? „Rückgaben sind nicht automatisch ein Urteil über die Qualität der Immobilien. Anleger und mehr noch ihre Berater reagieren auch auf das Zinsumfeld, auf andere Anlagemöglichkeiten und auf Erfahrungen aus früheren Fondskrisen. Ich kann das nachvollziehen – auch wenn es Rückgabeentscheidungen auslöst, obwohl sich an der Qualität des Portfolios zunächst nichts geändert hat“, erklärt Marcus Kemmner, Vorstand bei Wert- grund Immobilien, der KVG des offenen Immobilienfonds Wertgrund Wohnse- lect D, der seit Januar keine Anteile mehr zurücknimmt. Verkäufe Seit Juni 2024, als der Fonds Uniimmo Wohnen ZBI sein Portfolio radikal wert- berichtigen musste, wurden daraus über 600 Objekte verkauft. „Die erzielten Ver- kaufserlöse liegen im Saldo über dem Niveau der zuletzt von den Gutachtern festgestellten Verkehrswerte der Immo- bilien“, teilt ein Sprecher der ZBI-Gruppe auf Anfrage der Redaktion mit. Dass sich der NAV des Fonds trotz der massiven Verkäufe in den letzten zwei Jahren stabil entwickelt hat, unterstützt die Aussage. Die Verkäufe der beiden offenenWohn- immobilienfonds, die seit einigen Mona- ten keine Anteile mehr zurücknehmen, halten sich im Vergleich zum ZBI-Fonds mit vier beziehungsweise sechs Objekten in überschaubaren Grenzen. Die Höhe der dabei erzielten Verkaufserlöse zeigt jedoch, dass die jeweils zuletzt erstellten Gutachten zu Objektbewertungen sehr nah an den amMarkt erzielbaren Preisen lagen (siehe Tabelle links). TILMAN WELTHER FP Geringfügig unter Wert Objektverkäufe zweier Immobilienfonds nach Aussetzung der Anteilsrücknahme Industria Fokus Wohnen Deutschland Objekt Verkehrswert 1 Verkaufserlös Differenz Frankenthal (Mahlastraße) 13,010 Datennichtverfügbar Datennichtverfügbar Neustadt an der Weinstraße 7,000 Datennichtverfügbar Datennichtverfügbar Frankfurt (Heisterstraße) 4,995 Datennichtverfügbar Datennichtverfügbar Ginsheim-Gustavsburg (Beethovenstraße) 4,125 Datennichtverfügbar Datennichtverfügbar Gesamt 29,130 28,200 –3,19 % WertgrundWohnselect D Objekt Verkehrswert 2 Verkaufserlös 2 Differenz Dresden (Wilisch-/Nagelstraße) 23,460 23,000 –1,96% Dresden (Dobritzer-/Winterbergstraße) 13,395 14,250 +6,38% Berlin (Uhlandstraße) 21,400 20,600 –3,74% Hamburg (Mendelssohnstraße) 9,200 9,100 –1,09% Dresden (Borthener-/Gorisch-/Winterbergstraße) 29,925 30,000 +0,25% Bielefeld (Merianstraße) 46,030 46,000 -0,07% Gesamt 143,410 142,950 –0,32 % 1 lautFactsheetvom31.3.2026,Angaben inMio.Euro| 2 jeweilsaktuellsterVerkehrswertbeimonatlicherBewertung,Angaben inMio.Euro Quelle:Anbieter » Investoren im dreistelligen Millionen- bereich agieren weiterhin sehr selektiv. « Marco Högl, Savills 204 fondsprofessionell.de 3/2026 SACHWERTE Wohnungsinvestments FOTO: © PATRIZIA, MARCUS VETTER | WERTGRUND Jochen Reith, Patrizia: „Investoren favorisieren Sektorenmit einer starken, langfristigen Nachfrage und resilienten Cashflows.“ Marco Högl, Savills: „Insbesondere im kleineren undmittleren Segment treffen Objekte auf eine robuste Nachfrage.“
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