FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Long Törn Investment Fund Hätte es ihn nicht vorher schon gegeben, man hätte den ELTIF fürs Altersvorsorgedepot erfinden müssen. Grundsätzlich ist er gut geeignet, wenn man ein paar Besonderheiten berücksichtigt. M it der Etablierung des Altersvorsor­ gedepots (AVD) als wesentlicher Baustein der Alterssicherung ist der Bun­ desregierung ein Coup gelungen. Ent­ gegen jahrzehntelangen Bedenken und Vorbehalten ist jetzt ein Teil der staatlich geförderten Altersvorsorge für den Kapi­ talmarkt zugänglich. Das eröffnet Bürgern eine Chance auf höhere Altersbezüge – und der Finanzwirtschaft öffnet sich ein Milliardenmarkt. Das AVD ist dreigegliedert: das Stan­ dard-, das freie und das Garantiedepot. Förderfähig sind sie alle drei gleicherma­ ßen. „Die staatliche Förderung ist pro­ duktneutral: Zulagen und Sonderausga­ benabzug unterscheiden nicht zwischen Standarddepot, freiem Altersvorsorge­ depot und Garantieprodukt. Maßgeblich ist allein der zertifizierte Vertragsstatus“, sagt Daniel Wildhirt, Partner bei PwC. Man kann auch zwei Verträge abschlie­ ßen, allerdings gilt der förderfähige Höchstbetrag von jährlich 1.800 Euro pro Person und nicht pro Vertrag. „Die Ein­ zahlungsobergrenze von 6.840 Euro ist dagegen nach Paragraf 1 Absatz 1 Num­ mer 5 AltZertG eine Vertragsbedingung und gilt je Altersvorsorgevertrag. Zulagen, Erträge und steuerfreie Übertragungen zählen nicht in diese Grenze“, soWildhirt. Rollenverteilung Die entscheidenden Player im AVD- Markt werden der Anbieter, dessen Pro­ duktpartner, die Depotstelle und techni­ sche Dienstleister sein. „Wir werden Anbieter eines Altersvorsorgedepots sein. Das heißt, wir werden Vertragspartner der Endkunden und kümmern uns um die administrative Infrastruktur. Die Produkt­ selektion findet aber über unsere Asset- Management-Partner statt. Die suchen die Produkte aus, managen den Vertrag mit dem Endkunden und nehmen zum Bei­ spiel auch die Umschichtung zu immer weniger riskanten Produkten vor, je älter der AVD-Kunde wird“, erläutert Jörg Stotz, Geschäftsführer der Hansainvest. Die Service-KVG bietet eine White-Label- Lösung an, sodass beispielsweise Makler­ pools, Versicherer oder Arbeitgeber und Verbände unter ihrem eigenen Label als Anbieter eines AVD auftreten können, während Hansainvest den administrati­ ven Part übernimmt. „Im Ökosystem des Altersvorsorgedepots sind wir als depot­ führende Bank Teil der Infrastruktur und im Sinne des Altersvorsorgereformgeset­ zes auch Produktanbieter für dieses neue Depot, nicht jedoch für Anlageprodukte“, sagt Patrick Hinrichsen, Managing Direc­ tor der Baader Bank. Aus Sachwertperspektive ist vor allem das freie AVD interessant. „Der Anlage­ horizont von Private-Market-Produkten passt perfekt zur Langfristigkeit von Eigentlich passt es perfekt: Sach- werte sind langfristig zu bewirt- schaftende Investitionsgüter, und die Altersvorsorgemuss auch langfristig angelegt werden. Aber so einfach ist es nun auchwieder nicht. » Die Richtigkeit der Kostenberechnung ist mindestens alle drei Jahre bestätigen zu lassen. « Daniel Wildhirt, PwC 222 fondsprofessionell.de 3/2026 SACHWERTE Altersvorsorgedepot FOTO: © DAGMAR RICHARDT | STOCK.ADOBE.COM

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