FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Björn Bohnhoff, Leben-Vorstand der Zurich in Deutschland, über das Fondspolicengeschäft des Anbieters, die Bedeutung von Produktratings und die Frage, wie wichtig ihmMakler angesichts des starken Exklusivvertriebs des Versicherers überhaupt sind. V or der Kölner Zurich-Zentrale ist seltsam verkleidetes Volk unterwegs, was freilich nichts mit demVersicherer zu tun hat, sondern mit der „Gamescom“, wo auf dem benachbarten Messegelände die Videospiele der Zukunft präsentiert werden. In Björn Bohnhoffs Büro geht es auch um die Zukunft, allerdings um einen völlig anderen Aspekt: Der Zurich- Vorstand, qua Amt auch Vorstandschef der Deutscher Herold Lebensversiche- rung, äußert sich im Interview zur Alters- vorsorge. Herr Bohnhoff, das Geschäft mit der Lebensversicherung entwickelt sich bei Zurich schneller als der Markt, heißt es im Geschäftsbericht 2025. Wie lässt sich das belegen? Björn Bohnhoff: Die Lebensversicherung mit den Segmenten fondsgebundene Altersvorsorge, Biometrie und betriebliche Altersversorgung (bAV) ist für Zurich ein strategisches Wachstumsfeld. Wir profi- tieren davon, früh auf kapitalmarktorien- tierte Altersvorsorge gesetzt zu haben. Während klassische Garantieprodukte im Markt insgesamt an Bedeutung ver- lieren, sehen wir bei Fondspolicen und modernen Vorsorgelösungen eine anhal- tend hohe Nachfrage. Das Neugeschäft ist in den Jahren 2018 bis 2025 um durch- schnittlich sieben Prozent gewachsen, doppelt so schnell wie im Gesamtmarkt. 2025 machte das Neugeschäftsvolumen im Leben-Segment 167 Millionen Euro aus. Wir sehen uns als „First Mover“ bei der fondsbasierten Altersvorsorge: Mit einem Fondsbestand von 20 Milliarden Euro rangiert Zurich auf Rang drei der größten Fondspolicenanbieter in Deutsch- land. Entscheidend ist aus unserer Sicht aber nicht allein das Wachstum, sondern die Qualität des Neugeschäfts und die langfristige Bindung der Kunden. Das ist für Zurich der eigentliche Erfolgsmaßstab. WoranmachenSiedasAttribut„FirstMover“ fest? Wir haben den strategischen Wandel von klassischen Garantieprodukten hin zu kapitalmarktorientierter Vorsorge deutlich früher eingeleitet als viele Marktteilneh- mer. Mittlerweile verfügen wir über mehr als 54 Jahre Erfahrung bei Fondsrenten, professionell gemanagten Anlagelösun- gen und flexiblen Auszahlungsmodellen. Wer langfristig Vermögen für das Alter aufbauen möchte, kommt an den Kapital- märkten kaum vorbei. Eine Erkenntnis, die mittlerweile auch bei Politik und Verbraucherschützern ange- kommen ist. Genau. Wo sich früher über die Abwesen- heit von hohen Garantien in Produkten echauffiert wurde, hört man heutzutage, dass Garantien Geld kosten. Konsequen- terweise greifen sowohl die Rentenkom- mission als auch die Reform der geförder- ten privaten Altersvorsorge genau dieses Thema auf und fordern für Verbraucher die Möglichkeit, auch Produkte ohne Garantien abschließen zu können. Gleich- zeitig braucht Altersvorsorge mehr als nur Kapitalaufbau. „ Altersvorsorge endet nicht mit dem Vermögensaufbau“ » Vertrauen entsteht nicht durch Werbebotschaften, sondern durch konkrete Erlebnisse. « Björn Bohnhoff, Zurich FONDS & VERSICHERUNG Björn Bohnhoff | Zurich 232 fondsprofessionell.de 3/2026

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=