FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Günstige Zutaten Der aktuelle Tarifüberblick bestätigt zwei Trends: Der Siegeszug der ETFs erreicht die Fondspolicen. Und die Bruttomethode sorgt für mehr Transparenz bei der Ermittlung der Ablaufleistung. W er einen Kuchen backt, der weiß, dass das Ergebnis von mehreren Faktoren abhängt: Die besten Zutaten können ein schlechtes Rezept nicht retten – und umgekehrt. Natürlich sollte auch der Ofen einwandfrei funktionieren, und beim Verzieren sind sowohl Geschick als auch Erfahrung von Vorteil. Ähnlich sieht es bei Fondspolicen aus. Ohne performante Fonds und ETFs las- sen sich für die Anleger kaum überzeu- gende Ergebnisse erwirtschaften, so gut der Versicherungsmantel auch sein mag. Und weil für den Anlageerfolg die Kos- ten nun mal ein wichtiger Faktor sind, ist es aus Sicht der Kunden sicherlich keine schlechte Nachricht, dass ETFs und her- kömmliche Indexfonds in den Policen eine immer relevantere Rolle spielen. Das zeigt die Produktübersicht, für die FONDS professionell die Versicherer in diesem Jahr wieder gebeten hat, ihre nach eigener Einschätzung attraktivste Fonds- police für einen Musterfall vorzustellen. Immerhin 18 von 25 Lebensversiche- rungsgesellschaften gaben an, dass im genannten Tarif mindestens ein ETF oder Indexfonds zu den drei wichtigsten Invest- mentbausteinen gehört. Im vergangenen Jahr traf das auf 13 von 24 Gesellschaften zu, vor sechs Jahren führten nur sieben von 26 befragten Versicherern ETFs unter den Top-drei-Einzelfonds. Das dürfte auch die Bafin freuen, die seit einigen Jahren auf niedrige Effektivkosten pocht, damit die Rendite der Anleger nicht von vorn- herein zu sehr geschmälert wird. Gemanagte Portfolios Bis auf drei haben alle Versicherer gemanagte Portfolios im Programm. Sie bieten ihren Kunden also gewissermaßen eine Küchenmaschine an, die das Kuchen- backen übernimmt. Das erspart den Bera- tern im übertragenen Sinne das eigenhän- dige Durchkneten respektive die Reallo- kation der Portfolios (siehe auch FONDS professionell 2/2025, Seite 262). Damit Policeninhaber eine realistische Vorstellung davon gewinnen, welches Ergebnis sie später einmal erwarten dür- fen, sollten sie zudem auf die Methode zur Hochrechnung der Ablaufleistung achten: Bei der Nettomethode werden die Fondskosten nicht berücksichtigt. Bei der Bruttomethode, für die es drei Varianten gibt, werden alle Kosten eingerechnet. Die aktuelle Abfrage zeigt, dass die Ver- sicherer kundenfreundlicher werden: Nur acht Anbieter nutzen die Nettomethode, 14 die Bruttomethode. Die übrigen drei gaben an, dass sie zwar auf die Bruttome- thode setzen, aber auch die Nettomethode möglich ist. Insgesamt hat die Redaktion in diesem Jahr 51 Unternehmen angefragt, 25 lie- ferten bis Redaktionsschluss alle erforder­ lichen Daten zu ihren Tarifen (siehe Tabel- len „Fondspolicen im Vergleich“ auf den nächsten Seiten). Ihre Policen mit allen Details finden Sie auch in unserem On­ linetool unter www.fondsprofessionell.de/ versicherungen/fondsgebundene-versiche- rungen zum Vergleich. Wie in den Vor- jahren gilt auch für die aktuelle Tarifüber- sicht: Sie ist nicht als Ranking zu verste- hen, sondern nur als Orientierungshilfe für Makler. JENS BREDENBALS FP Obman einen Kuchen backt oder ein Portfolio für eine Fondspolice zusammenstellt: Die einzelnen Bestandteile tragen erheblich zum Endergebnis bei, sind aber nicht allein entscheidend. 252 fondsprofessionell.de 3/2026 FONDSPOLICEN SPEZIAL Tarifvergleich FOTO: © BENJAMIN | STOCK.ADOBE.COM

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