FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Fidelity International will das verwaltete Vermögen in Deutsch- land verdoppeln. Susanna Wooders und Jan Schepanek erläu- tern, wie sie auf aktive ETFs und das neue Altersvorsorgedepot setzen – und wann die Bafin wieder aus der FFB abrücken könnte. E in möglicher Verkauf der FIL Fonds bank (FFB) und eine Finanzaufsicht, die in das Institut einrückt – die Anfangs zeit von Susanna Wooders als Deutsch landchefin von Fidelity International und Jan Schepanek als Geschäftsführer der FFB verlief alles andere als gemütlich. Wie es weitergehen soll, erläutern die Fidelity- Führungskräfte im Interview. FrauWooders, Fidelity peilt in Deutschland eine Verdopplung des verwalteten Vermö- gens in fünf Jahren an. Das liegt über dem Branchenschnitt. Ist diesesZiel realistisch? Susanna Wooders: Ein Blick in die Historie zeigt, dass dieses Ziel durchaus erreichbar ist. Vor fünf Jahren, also 2021, standen wir noch bei einem betreuten Vermögen von 60 Milliarden Euro, heute sind es 100 Milliarden. Unser Haus unterscheidet sich von anderen Akteuren. Fidelity ist hierzu lande breit gefächert aktiv. Wir sind mehr als nur ein klassischer Asset Manager und verfügen eben auch über die FIL Fonds bank und dementsprechend eine Invest mentplattform. Das ist derWachstumstreiber? Wooders: Nicht nur. Darüber hinaus sind wir im Liquiditätsbereich unterwegs und verfügen über ein sehr starkes Altersvor sorgegeschäft. Wir stehen den Produkt anbietern in allen Bereichen der privaten und betrieblichen Altersvorsorge zur Seite. Dies sind alles Beispiele strategischer Wachstumsfelder für uns, die wir weiter hin ausbauen. Und wie sieht es im Privatkundengeschäft aus? Wooders: Dort gibt es einen grundsätz lichen Trend, der uns hilft. Es liegen fast vier Billionen Euro an Vermögen auf gering verzinsten Sparkonten. Sparer erhalten durch die Rentenreformen einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt mit seinen höheren Renditen, und davon wer den wir profitieren. Je mehr Menschen am Kapitalmarkt aktiv sind, desto mehr kommen diese Investitionen auch der deutschenWirtschaft und damit Deutsch land selbst zugute. VieleAkteurebuhlenumPrivatkunden,etwa günstigeundmoderneNeobanken.Wiewol- lenSiedamithalten? Jan Schepanek: Der Großteil der Invest mentprodukte in Deutschland kam bis her über die Hausbank. Dieses Gefüge bricht auf. Neobroker spielen hier eine Rolle. Diese sprechen vorwiegend Selbst entscheider an. Aber es wird auch künf tig Beratungsbedarf geben. Hier nehmen unabhängige Vermittler und Berater eine wichtige Funktion ein. Auch Banken wird weiterhin eine große Bedeutung zukom men, allein weil sie einen großen Bestand aufweisen. Das heißt, dass verschiedene Kanäle zu unseremWachstum beitragen. IstmitdemGeschäftsvolumenauchdieZahl derMitarbeiter gewachsen? Wooders: In Deutschland arbeiten rund 450 Menschen bei uns, zwei Drittel davon bei der Bank. Dort haben wir die Zahl um 20 Prozent aufgestockt und besonders die Digitalexpertise erweitert. Ein Institut benötigt natürlich vielfältige Kompeten„Zugang zu Endkunden wird spielentscheidend sein“ » Der Großteil der Invest- mentprodukte kam über die Hausbank. Dieses Gefüge bricht auf. « Jan Schepanek, FFB VERTRIEB & PRAXIS Susanna Wooders + Jan Schepanek | Fidelity International 314 fondsprofessionell.de 3/2026
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