FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Die Bafin hat wegen Mängeln in der GeschäftsorganisationundderIT-Sicherheit einenSondergesandtenindieFFBentsandt. Istabsehbar,wielangeerinderBankbleibt? Schepanek: Unser Fokus liegt darauf, die Feststellungen der Bafin abzuarbeiten. Dabei erzielen wir gute Fortschritte und scheuen auch keine Ressourcen, um dies schnell zu erledigen. Wooders: Unser Programm läuft bis Ende nächsten Jahres. Den Großteil davon wer- den wir nach unserer Planung bis Mitte nächsten Jahres erfüllt haben. Dann muss natürlich der Sondergesandte entscheiden, ob es für ihn Zeit ist zu gehen. SchränktdieseÜberwachungSiebeiProjek- tenein,etwabeiderModernisierungderIT? Wooders: Im Gegenteil: Es ist auch eine Gelegenheit, unsere Technologie neu und dynamischer aufzusetzen und nicht ein- fach nur regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Wir wollen im digitalen Bereich noch schneller und moderner werden. Schepanek: Manche IT-Vorhaben, etwa den Umbau unserer Benutzeroberfläche, wür- den wir natürlich gern schneller umset- zen. Wir arbeiten jedoch auch an kun- denorientierten Projekten und Initiativen, die weniger Einfluss auf die IT haben – so möchten wir neben unserem „Festgeld Plus“ auch gern ein Tagesgeld einführen. Die Zusammenarbeit mit dem Regulator hat aber zunächst Priorität. EinwichtigesThemaistdasAltersvorsorge- depot. DieFondsbranche jubelt.Was haben Sievor? Wooders: Natürlich kommt jetzt ein Hype auf, weil die Branche auf Mittelzuflüsse hofft. Aber es geht vor allem darum, dass Deutschland eine Architektur für die Altersvorsorge erhält. So wie bisher wird die Rente künftig nicht mehr finanzier- bar sein, allein aus demografischen Grün- den. Jetzt muss es darum gehen, dass die Menschen selbst vorsorgen. Dabei genügt es jedoch nicht, ein Rahmenwerk aus Zuschüssen bereitzustellen. Die Menschen müssen sich auch mit dem Thema auseinandersetzen. Dabei spielt Finanz bildung eine wesentliche Rolle. ErhoffenSiesichvomAltersvorsorgedepot einenSchub für diedeutscheAktienkultur? Schepanek: Ja, es spielt ein kultureller Effekt hinein. Wenn mehr Menschen Erfahrungen mit dem Kapitalmarktspa- ren sammeln, legt sich vielleicht die in Deutschland ausgeprägte Risikoaversion. Wenn aus den 14 Millionen Aktionären hierzulande deutlich mehr werden, ist für unsere Volkswirtschaft viel gewonnen. Was in der Branche wiederum für Aufruhr gesorgt hat, ist der Kostendeckel. Scalable Capital etwa kündigte an, nur die Produkt- kostenzufordern. Lässt sichdasAltersvor- sorgedepot soüberhaupt anbieten? Wooders: Das Standardprodukt ist durch- aus mit dem Kostendeckel umsetzbar. Da steht zwar ein gewisser administrati- ver Aufwand dahinter, aber wie bei ETFs kommt es auf die Skaleneffekte an. MitwelchemAngebotwill IhrHausstarten? Schepanek: Im Standarddepot gehen wir mit zwei Versionen hinaus: Einerseits mit einer für Selbstentscheider, andererseits mit einer Variante für den beratenden Ver- trieb, bei der Provisionen gezahlt werden können. Dabei nutzen wir aktive ETFs. Und wie sieht es mit dem freien, allgemei- nenAltersvorsorgedepot aus? Schepanek: Auch das decken wir ab und stützen uns dabei auf unsere im britischen Markt etablierte „Futurewise“-Strategie. KURZ-V I TA : Jan Schepanek Jan Schepanek leitet seit 2023 die FIL Fondsbank. Zuvor verantwortete er das Direktgeschäft mit Privatkunden sowie das FFB-Advisory-Plattformgeschäft. Er stieß 2015 zu Fidelity International. Zuvor arbeitete er bei Morgan Stanley, der Deutschen Bank und bei Sal. Oppenheim. » Wir möchten neben unserem ›Festgeld Plus‹ auch gern ein Tagesgeld einführen. « Jan Schepanek, FFB VERTRIEB & PRAXIS Susanna Wooders + Jan Schepanek | Fidelity International 316 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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