FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Offene Wünsche KI-basierte Software kann Finanzplanern eine große Hilfe sein. In einigen Bereichen setzen die Berater sie schon eifrig ein. Allerdings gibt es noch viel Luft nach oben – gerade in den Kerndisziplinen. S oftwaretools auf Basis generativer künstlicher Intelligenz (KI) sind nicht mehr aus der Finanzbranche weg- zudenken. Statt beispielsweise mit Excel- Tabellen zu hantieren und Daten auf- wendig manuell abgleichen zu müssen, versprechen ein paar gut gewählte Befehle oder „Prompts“ rasch Abhilfe. Auch die Gruppe der Finanzplaner, ob mit dem vom Financial Planning Stan- dards Board Deutschland (FPSB) vergebe- nen CFP-Zertifikat oder ohne, arbeitet mit KI-Tools. Allerdings hadern viele Finanz- profis mit dem vorhandenen Angebot. Sie träumen von einer KI, die Kunden- dokumente aus verschiedenen Quellen scannt, selbstständig analysiert und auf- bereitet – und womöglich schon Empfeh- lungen für weitere Schritte unterbreitet. Entsprechende Ansätze gibt es schon, bis eine wirklich überzeugende Lösung am Markt ist, wird es aber wohl noch dauern. Andere Länder sind da weiter. Ein Blick auf die KI-Nutzung der Finanzplaner. Mehrheit nutzt KI Die Mehrheit der in Deutschland täti- gen Finanzplaner setzt bereits KI im All- tag ein. 62 Prozent nutzen entsprechende Software, zeigt eine Umfrage des FPSB unter 1.046 Finanzplanern im Juli dieses Jahres. Weitere 23 Prozent testen solche Anwendungen. Die meisten nutzen die neue Technik für die Kundenkommuni- kation, die Zusammenfassung von Unter- lagen oder die interne Weiterbildung. KI wird auch für die Vorbereitung von Kundengesprächen und die Recherche zu bestimmten Themen genutzt. Bei anderen genuinen Aufgaben von Finanzplanern wie der Nachfolgeplanung, bei Steuer- simulationen oder der Erstellung gan- zer Finanzpläne bleibt KI dagegen noch außen vor (siehe Grafik nächste Seite). Bei den im Gebrauch befindlichen Systemen dominieren Large Language Models (LLM) wie ChatGPT, Claude oder Gemini (79 %), gefolgt von Micro- soft Copilot (52 %) und internen unter- nehmenseigenen Lösungen (30 %). „Ich nutze KI, wie fast alle meine Kollegen, in der Kommunikation mit Kunden. Außer- dem setze ich Agenten für die Suche in verschiedenen LLM-Modellen ein, etwa wenn es um Fragen zu Gesetzen geht. Dafür habe ich eine Reihe von Prompts entwickelt“, berichtet Marcel Reyers, Inhaber der Finanzberatung Finakons – Finanz Konsilium in Limburg und stellvertretender Vorsitzender des FPSB. Viele Finanzplaner aus Deutschland sehnen eine KI herbei, die sie umfas- send bei ihrer Arbeit unterstützt. In Großbritannien und den USA sind entsprechende Lösungen bereits erhältlich, hierzulande noch nicht. » Aktuell haben wir es mit einem Flickenteppich an Software zu tun, der konsolidiert werden muss. « Patrick Alex, Sabia 346 fondsprofessionell.de 3/2026 FINANZPLANUNG SPEZIAL Künstliche Intelligenz € FOTO: © STUDIO ROMANTIC | STOCK.ADOBE.COM Wie lässt sich KI sinnvoll in der Finanz- und Nach- folgeplanung einsetzen? Darüber spricht FPSB- Vorstandschef Rolf Tilmes am7. Oktober 2026 auf demWorld Financial Planning Day. ANMELDUNG: fponline.de/wfpd26
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