FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Kunden und dessen Vorteil funktionieren und Leistung bringen. Keyridge bekommt keine Art Freifahrtschein. Auch wir wer- den mit dem gleichen Maßstab gemessen wie externe Anbieter und stellen zu Recht an uns selbst dieselben hohen Anforde- rungen wie an jeden Dritten. Welche Kunden adressieren Sie mit den Keyridge-Lösungen besonders, Sparer in derAnsparphase,MenschenvordemRuhe- standoder bereitsentnehmendeKunden? Krummet: Aktuell setzen wir unsere Lösungen vor allem beim Übergang in den Ruhestand und während der bereits laufenden Ruhestandsphase ein, eingebet- tet in unseren flexiblen Kapitalplan. Wir haben ihn vor Kurzem durch die Einbe- ziehung von drei „Ruhestand-Portfolios“ von Keyridge erweitert. Treacy: Die Fondsbranche hat sich jahr- zehntelang in erster Linie auf das Wachs- tum des Vorsorgetopfs konzentriert. Im Ruhestand ändert sich aber sehr vieles: Es fließen keine Beiträge mehr, stattdessen wird entnommen. Und Menschen ent- nehmen erfahrungsgemäß und sinnvoller- weise ungern Kapital und lieber laufendes Einkommen. Zudem werden Menschen älter. Über 50 Prozent der Frauen und ein Drittel der Männer erreichen heute ein Alter von 90 Jahren und mehr. WarumhabenSiesichgeradefürdreiRisiko- stufenmit35,55und77ProzentAktienquote entschieden?WolltenSieeinfachanderssein alsklassischeAngebote? Treacy: Das orientiert sich am Bedarf und an der Risikobereitschaft der Kunden. Wer zusätzliche andere Einkommensquel- len hat wie etwa Mieteinnahmen, kann bei einem Teil seines Vermögens mehr Risiko eingehen, um das Erbe für die nächste Generation stärker wachsen zu las- sen. Daher die etwas höhere Aktienquote als bei ähnlichen Lösungen im Wettbe- werb. Konservativere Kunden wählen die niedrigste Stufe, wobei der Großteil der Gelder in der mittleren Risikostufe liegt. WiestellenSiesicher, dassKundenmit lau- fenden Entnahmen nicht in einer ungünsti- gen Marktphase zu Verkäufen nach Kurs- rückgängengezwungenwerden? Treacy: Wir denken das Portfolio wie ein Auto: Aktien sind der Motor, festverzins- liche Anlagen wirken wie die Bremse, und Alternative Investments fungieren als Stoßdämpfer, weil nicht alle Bausteine gleichzeitig gut laufen. Diese Diversifika- tion und defensive Aktienbausteine sollen verhindern, dass ein Kunde in einem frühen, ungünstigen Marktumfeld über- mäßig hart getroffen wird. Denn genau das schadet der langfristigen Tragfähigkeit eines Entnahmeplans ammeisten. Können Sie das an einemBeispiel wie dem MarktschockimFrühjahr2025festmachen? Treacy: Am „Liberation Day“ reagierten die Märkte enorm heftig, viele Fonds ver- loren zweistellig. Die in unseren Ruhe- stand-Portfolios verwendete Risikostufe 3 hat in diesem Zeitraum sogar leicht zuge- legt, Risikostufe 4 verlor nur rund 0,2 Pro- zentpunkte, und Risikostufe 5 etwa 0,45 Prozentpunkte. Das zeigt: In Abschwung- phasen so viel wie möglich zu schützen, ohne das Wachstumspotenzial allzu stark zu bremsen, genau das ist das Ziel unserer Konstruktion. Denn wir alle wissen, dass sich gerade ein Performanceeinbruch zu einem frühen Zeitpunkt im Ruhestand langfristig deutlich stärker auswirkt als zu einem späteren Zeitpunkt. KURZ-V I TA : Aoibheann Treacy Aoibheann Treacy ist Head of Group Individual Markets bei Keyridge Asset Management undMitglied des ExecutiveManagement Teams. Sie verfügt über 30 Jahre Erfahrung in Asset Management, Vertrieb und Kunden- beziehungen, unter anderembei State Street Global Advisors und Bank of Ireland Asset Management. » Die Fondsbranche hat sich jahrzehntelang in erster Linie auf das Wachstum des Vorsorge- topfs konzentriert. Im Ruhestand ändert sich aber sehr vieles. « Aoibheann Treacy, Keyridge AM Aoibheann Treacy war via Video-Schaltung aus Dublin beimGespräch dabei. VERTRIEB & PRAXIS Frederick Krummet | Canada Life + Aoibheann Treacy | Keyridge Asset Management 354 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © STEFAN GREGOROWIUS FÜR FONDS PROFESSIONELL

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