FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
lung steht die Baader Bank, deren CEO wir persönlich kennen, was sich als hilf- reich erweist. Unseren Vertriebspartnern wollen wir zudem ein White-Label-Tool mit voll digitalisiertem Onboarding zur Verfügung stellen, damit sie sich um den gesamten Bereich der komplexen admi- nistrativen Prozesse nicht selbst kümmern müssen. Wobei das natürlich nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. Deshalb pei- len wir den Start tatsächlich zum 1. Januar 2027 an, auch wenn bisher die genauen Ausführungsbestimmungen der Reform noch fehlen. WiemussmansichdenEinsatzunddieRolle von KI bei Ihnen im Portfoliomanagement eigentlichkonkret vorstellen? Leber: Wir verstehen einen sinnvollen KI- Einsatz nicht als Delegation der finalen Anlageentscheidung an die Maschine, sondern eher als Programmierhilfe, als eine Art Zwischending zwischen einer komplett automatisierten und einer rein manuellen Arbeit im Fondsmanagement. Man würde ja heute auch keinen Airbus mehr allein von Hand gesteuert fliegen wollen. Wir bauen dazu das Cockpit, das automatisiert die Vorauswahl von Invest- ments übernimmt. Ideen unserer Port foliomanager kommen dadurch gewisser- maßen vorsortiert bei mir an, sodass ich nicht alle Geschäftsberichte von Unter- nehmen selbst lesen muss. Wir sind aktu- ell bei Modell 48 der Portfoliomodellie- rung, durch die Parameter wie Zeitraum und Titelzahl festgelegt werden. Aus die- sem Prozess gehen vier Modellportfolios mit je 50 Titeln hervor, aus denen wir auswählen können. Tatsächlich gehandelt wird aber weiterhin von uns Menschen. Siewollendabeioffenbarauchdasinstitutio- nelleGeschäft ausbauen.MitwelchemZiel? Schrieber : Priorität haben bei uns nach wie vor das Wholesale- und Retailgeschäft, wozu ich unter anderem auch Family Offices und kleinere Stiftungen zähle. Das klassische institutionelle Geschäft mit Pensionskassen, Kirchen und großen Stiftungen wollen wir professionalisie- ren. Das Spezialfondsgeschäft ermöglicht einen stabilisierenden Einfluss auf Ertrag und Wachstum. Wir haben auch festge- stellt, dass aus dieser professionellen Kun- denschicht gute Ideen entstehen, die sich für das Wholesale-/Retailgeschäft leicht modifizieren lassen. Und das bietet eine gute Möglichkeit in unseremGeschäft mit Sparkassen und Volksbanken, für das wir noch enormes Potenzial sehen. VielenDank für dasGespräch. HANS HEUSER FP » Wir verstehen einen sinnvollen KI-Einsatz nicht als Delegation der finalen Anlage- entscheidung an die Maschine, sondern eher als Programmierhilfe. « Hendrik Leber, Acatis VERTRIEB & PRAXIS Hendrik Leber + Thorsten Schrieber | Acatis 374 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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