FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
HRK Lunis treibt die Konsolidierung unter Vermögensverwaltern voran – zuletzt mit der Übernahme von Eyb & Wallwitz. Welchen Kurs die Gesellschaft steuert, erläutert der neue Aufsichtsratschef Stefan Keitel in seinem ersten Interview seit Amtsantritt. K aum jemand kennt die Investment- welt aus so vielen Perspektiven wie Stefan Keitel. Er war Chefstratege bei der Credit Suisse, bei Berenberg und Deka. Dort leitete er dann das Asset Manage- ment und wurde schließlich Chef der Harald Quandt Holding. Heute ist er als Multi-Mandats-Träger unterwegs. Warum er auch noch Chefaufseher beim Vermö- gensverwalter HRK Lunis geworden ist, verrät Keitel beim Gespräch in Frankfurt. Herr Keitel, Sie sitzen in mehreren Auf- sichtsräten und Beiräten, etwa bei Univer- sal Investment Deutschland, beim Family Office HQ Trust oder der Boutique Andera Partners. Nun haben Sie noch den Vorsitz bei HRK Lunis übernommen. Wie bringen Siedasallesunter einenHut? Stefan Keitel: Eigentlich war ich – und meine Frau erst recht – der Meinung, dass ich kein weiteres Mandat mehr überneh- men möchte, da ich mit fünf Mandaten bereits mehr als ausgelastet war. Oben- drein bekleide ich noch Ehrenämter und verfolge unternehmerische Projekte wie den Airport Club Frankfurt. Für HRK Lunis habe ich mich aber doch noch mal gern überzeugen lassen. Das Unterneh- men gehört zu den spannendsten unab- hängigenWealthManagern im deutschen Markt mit klaremWachstumsfokus. Wasgenau ist IhreAufgabebei HRKLunis? Meine Kernaufgabe ist ganz klar die Kontrolle und die Begleitung der strategi- schen Entwicklung des Hauses. Daneben nehme ich die Rolle eines Sparringspart- ners für die Unternehmensleitung, eines Brückenbauers zwischen den Kulturen der Häuser und eines Türöffners zu Kunden, Talenten und potenziellen Partnern ein. Zuletzt habe ich den Auftrag, die operativ Verantwortlichen beim Optimieren des Investmentprozesses und beimWeiterent- wickeln der Produktpalette zu flankieren. Ich habe bei meinen früheren Arbeitge- bern die Anlagestrategie global verantwor tet, daher passt diese Zusatzaufgabe sehr gut zu meiner beruflichen Prägung. Bei HRK Lunis, das in den Händen der Pri- vate-Equity-GesellschaftSeven2liegt,haben mehrere Vermögensverwalter angedockt: nebenHuber,Reuss&KollegenauchGross- bötzl,Schmitz&PartnersowiezuletztEyb& Wallwitz.FührenSienundieInvestmentpro- zessedieserHäuser zusammen? Ich bin überzeugt davon, dass man die Ressourcen bei Infrastruktur, Administra- tion und Research über eine gemeinsame Plattform nutzen sollte. Bei einem Haus wie Eyb &Wallwitz, das seit Jahrzehnten seine Investmentphilosophie erfolgreich lebt, wäre ich extrem vorsichtig mit Ein- griffen. Hier geht es vielmehr darum, auf übergeordneter Ebene einen Kompetenz- transfer zu ermöglichen. Die Aufgabe lau- tet, einen Investmentprozess zu entwerfen, der sich auf alle im Haus vorhandenen Kompetenzen stützt, Synergien schafft, aber auch notwendige Freiheiten lässt. WiesetzenSiedas inderPraxisum? Das bedeutet zunächst ganz banal, ein Investmentkomitee einzurichten. Dort „Unser Anspruch sind zwei bis drei gute Deals im Jahr“ » Eigentlich war ich – und meine Frau erst recht – der Meinung, dass ich kein weiteres Mandat übernehmen möchte. « Stefan Keitel, HRK Lunis VERTRIEB & PRAXIS Stefan Keitel | HRK Lunis 382 fondsprofessionell.de 3/2026
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