FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Der Preisverfall durch passive Konkurrenz setzt klassischen Asset Managern zu. Wie J O Hambro Capital Management damit umgeht und warum der Fondsanbieter zuletzt Abflüsse erlitten hat, erklärt Firmenchef Bill Street. D ie Abgänge von Starmanagern wie Alex Savvides haben der Investment boutique J O Hambro zugesetzt. Anleger zogen unterm Strich massiv Mittel ab. Obendrein gerieten weitere Anlagestrate gien der zum australischen Finanzkon zern Perpetual gehörenden Gesellschaft in Bedrängnis. Die Hintergründe dazu und wie sich das Haus im gegenwärtigen Umfeld positionieren will, erläutert Bill Street, der 2025 an die Spitze der Boutique rückte, im Interview. Herr Street, Ihre Gesellschaft konzentriert sich auf Aktien. Wie können Siemit diesem Geschäftsmodell im Wettbewerb mit der preiswerten passiven Konkurrenz über- leben? Bill Street: Tatsächlich geraten manche Asset Manager unter starken Druck durch Indexfonds. Dahinter steht ein umfassen der Umbruch in der Branche. Die Land schaft wandelt sich von weit verstreuten Häusern zu einem deutlich konzentrierte ren Geflecht. Damit geht eine Konsoli dierung einher. Durch den Aufstieg der indexgebundenen Vermögensverwaltung sehen die aktiven Manager, die nur eine geringe Mehrrendite gegenüber ihrem Vergleichsmaßstab erzielen, ihre Relevanz infrage gestellt. Doch wir stecken nicht in dieser Lage. InwelcherPositionsehenSie IhrHaus? Als Boutique verfügen wir über Kompe tenzen in Bereichen, in denen eine effizi ente Nachbildung der Kursentwicklung durch Indizes schwierig ist. Wir bieten entweder Strategien für breitere Märkte, die regelmäßig Ergebnisse abliefern, die ein Index nicht erzielen kann. Oder unsere Produkte zielen auf Marktseg mente, die sich nur schwer passiv abbil den lassen. Wir positionieren uns also auf der Seite der Spezialisten in der Branche, nicht auf der der Generalisten. Wir zählen zu den sehr aktiven Aktienmanagern, die sich bei ihren Investmententscheidungen von starken Überzeugungen leiten lassen. EinAssetManagerkannalsonuralsGenera- listoderSpezialistimWettbewerbbestehen? In der Asset-Management-Branche bildet sich eine Hantel heraus. Auf der einen Seite steht ein Pulk an Generalisten. Diese Häuser decken alles ab: Aktien, Anlei hen, Privatmärkte und aktive wie pas sive Ansätze. Dank ihrer Größe können sie dieses Geschäft profitabel betreiben. Auf der anderen Seite stehen Spezialisten wie wir. In der Mitte drängen sich aktive Häuser, die sich zwar als Generalisten auf stellen, die jedoch nicht das notwendige Volumen für nennenswerte Skaleneffekte erreicht haben. Zudem setzen sie sich nicht ausreichend von der Entwicklung der Vergleichsindizes ab. Diese Mitte gerät unter Druck. Doch Ihr Haus deckt nur Aktien ab. Dieser Markt gilt als sehr effizient. Der Anteil der Fondsmanager,diehierwiederkehrendeine Mehrrenditeerzielt, ist gering. Da möchte ich widersprechen. Schwel lenländerbörsen beispielsweise lassen sich nur sehr schwer passiv abdecken. Zwar bestehen sicherlich Möglichkeiten, dabei „Das ist das Schicksal einer Investmentboutique “ » Manche Asset Manager geraten unter starken Druck durch Indexfonds. « Bill Street, J O Hambro VERTRIEB & PRAXIS Bill Street | J O Hambro Capital Management 396 fondsprofessionell.de 3/2026
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