FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
einen Index abbildeten, hin zu aktiven ETFs ist tatsächlich bemerkenswert. Dieses Vehikel bietet mittlerweile sehr viel mehr Möglichkeiten als früher. In den USA dreht sich die Nachfrage fast ausschließ- lich in Richtung ETFs. Was unser Haus betrifft, peilen wir in der zweiten Jahres- hälfte den Markteintritt in den USA an. BringenSieKopienIhrerbestehendenFonds auf den Markt, oder setzen Sie auf andere Ansätze, umdieAngeboteabzugrenzen? Wenn man ein Investmentfondsgeschäft betreibt und dann ETFs auflegt, ist ein solcher Schritt zum Teil defensiver, zum Teil offensiver Natur. Einen bestehen- den Fonds eins zu eins in einen ETF zu kopieren, ist nicht die richtige Lösung. Aber man kann Konzepte verfolgen, die einem bestehenden Produkt ähneln. Und man kann auch ganz neue Ansätze ent- wickeln. Wir werden ein bisschen etwas von beidem tun. Einige unserer Kunden wünschen sich nach wie vor die klassi- sche Hülle eines Investmentfonds und halten daran fest. Wir würden ein Risiko eingehen, wenn wir unseren Kunden ein bestimmtes Format aufzwingen würden. Planen Sie auch in Europa die Auflage von ETFs? Auf jeden Fall. Aber die Dynamik entfal- tet sich bislang vor allem im US-Markt. Daher legen wir den Fokus zunächst auf die Vereinigten Staaten. Danach werden wir auch zügig nach Europa kommen. Zugleich ringt Ihr Haus aber mit Mittelab zügen.WiewollenSiedieseeindämmen? In der Vergangenheit verzeichneten wir ein starkes Wachstum bei bestimmten Strategien, die ein großes Volumen erlang- ten. Im Zuge der Coronarise und des Ukrainekonflikts kamen diese Produkte jedoch unter Druck. Die Wertentwick- lung hinkte hinterher. Diese Fonds sind sehr fokussiert und stehen für starke Über- zeugungen. Dies sollte man als Investor wissen. Viele Kunden wandten sich ange- sichts der Schwankungen allerdings ab. Mittlerweile konnten sich die Portfolios jedoch stabilisieren. Dies spiegelt sich in einer positiven Wertentwicklung wider, die letztlich auch in Mittelzuflüssen mün- den wird. Siemeinen die Fonds JOHCMGlobal Select sowie die US-Variante International Select. IstIhrHauszuabhängigvoneinzelnenFlagg schiffengeworden? Das ist gewissermaßen das Schicksal einer Investmentboutique. Häufig ziehen ein- zelne erfolgreiche Strategien den Großteil des Geldes an. Die Kunden bekommen dort genau das, was sie wollen: das Fach- wissen einer Boutique, die sich auf Aktien spezialisiert hat. Aus geschäftlicher Sicht stehen wir aber natürlich vor der Frage, wie wir das Geschäft auf eine breitere Basis stellen und zugleich unserer DNA treu bleiben. Das stellt eine Herausforde- rung für jede Boutique auf dem Markt dar, nicht nur für unsere. Wie lösenSiediesesDilemma? Wir entwickeln unsere Strategien im Rahmen unserer Kompetenzen weiter. So haben wir unser Angebot vor allem in Richtung Schwellenländer ausgebaut. Darüber hinaus bieten wir mehr als nur eine globale Aktienstrategie. Und wir bauen unser thematisches Sortiment aus. Letztlich ist es unser Ziel, das verwaltete Vermögen in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln und für unsere Kunden, die imMittelpunkt unseres Handelns stehen, erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen. VielenDank für dasGespräch. SEBASTIAN ERTINGER FP KURZ-V I TA : Bill Street Bill Street übernahm2025 die Führung von J O Hambro Capital Management. Er arbeitete zuvor bei der Beratungsgesellschaft PwC. Davor war Street Chef- investmentstratege bei der Privatbank Quintet sowie beimFinanzkonzern State Street. Weitere Stationen waren die Großbanken Unicredit und J.P. Morgan. » Wenn man ETFs auflegt, ist so ein Schritt zum Teil defensiver, zum Teil offensiver Natur. « Bill Street, J O Hambro VERTRIEB & PRAXIS Bill Street | J O Hambro Capital Management 398 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © STEFFI WENKEL | TE COMMUNICATIONS | J O HAMBRO CAPITAL MANAGEMENT
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