FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Noch bewegt sich das Bankhaus Bauer etwas unter dem Radar der Öffentlichkeit. Doch das Institut möchte bekannter werden und hat ambitionierte Ziele. Vorstandssprecher André Weber setzt auf ein neues Geschäftsfeld. D as kleine Bankhaus Bauer beschäftigt rund 85 Mitarbeiter und weist eine Bilanzsumme von ungefähr 400 Millio- nen Euro aus – wobei diese Kennzahl nicht unbedingt aussagekräftig ist für eine Privatbank, die sich bisher auf das Private Banking konzentriert hat. Jetzt möchte das Institut verstärkt Kunden aus dem Gesundheitswesen ansprechen. Herr Weber, das Bankhaus Bauer ist in der breitenÖffentlichkeitnochnicht sobekannt. KönnenSieunserenLesernetwasüber die Historie IhrerBankerzählen? André Weber: Gern. Das Vorgängerinstitut wurde 1931 während der Weltwirtschafts- krise von Richard Bauer in Stuttgart gegründet. Die Bank vermittelte und gewährte vor allemHypothekendarlehen. Genau wie heute stand das Privatkun- dengeschäft bereits damals im Fokus der Bank, insbesondere die Vermögensanlage mit eigenen Sparprodukten. Interessant ist, dass die Gründerfamilie immer noch mit unserem Bankhaus verbunden ist, obwohl sie keine Gesellschaftsanteile mehr besitzt. Wir haben einen guten Draht zueinander – mittlerweile über mehrere Generationen hinweg. Später war die Geschichte des Bankhauses eng mit der Familie Schuppli verbunden. Sie kommt aus dem Versicherungsbe- reich und entdeckte als eine der ersten in Deutschland das Thema Allfinanz für sich. Mit der Gründung unter anderem der Essener Hypothekenbank und dem späteren Erwerb des Bankhauses Bauer wurden hierfür vor mehr als 30 Jahren erste Anfänge gemacht. Die Alteigentümer sind mittlerweile aus­ geschieden. Wer sind Ihre aktuellen Eigen­ tümer beziehungsweise Hauptaktionäre? Das Bankhaus firmiert ja seit 1986 als Aktiengesellschaft. Unsere Hauptaktionäre sind seit 2015 Unternehmerfamilien aus dem Bereich Healthcare/Gesundheit – es sind die Eigentümer der Opta-Data-Gruppe mit Sitz in Essen. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter und bietet maßgeschneiderte Finanzierungs- und Softwarelösungen für Leistungser- bringer imGesundheitswesen. Die Aktien werden nicht an der Börse gehandelt, sondern sind im Besitz einer Beteiligungs- gesellschaft. 2020 verlegte das Bankhaus seinen Haupt­ sitz von Stuttgart ins Ruhrgebiet und resi­ diert seitdem in der repräsentativen Villa Dinnendahl inEssen. Einer der Gründewar sicherlich,dassdieHauptgesellschafterdes Instituts dort beheimatet sind. Aber sehen SieauchinderStadtEssenunddemUmfeld PotenzialfürIhreDienstleistungen,dieSieim PrivateBankingundderVermögensverwal­ tunganbieten? Das Ruhrgebiet besitzt eine höhere Dichte an Millionären und Milliardären, als man denkt. Zudem gibt es hier viele Einkom- mensmillionäre. Essen ist deshalb viel spannender als andere Standorte. Viele große Unternehmen und die dahinter- stehenden Familien haben ihren Sitz in unserem Marktgebiet, beispielsweise Aldi oder Deichmann. Natürlich haben wir Mitbewerber, aber das zeigt auch, dass der Standort sehr attraktiv ist. Die „Wir wachsen derzeit sehr gut“ » Das Ruhrgebiet besitzt eine höhere Dichte an Millionären und Milliardären, als man denkt. « André Weber, Bankhaus Bauer BANK & FONDS André Weber | Bankhaus Bauer 400 fondsprofessionell.de 3/2026

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