FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
Wie erfolgt der Vertrieb dieser Fonds? Wie kommen Sie beispielsweise auf die Fonds- basislistenderSparkassen? Wir arbeitenmitMultiplikatoren imFonds- bereich zusammen. Dieses Feld bauen wir gerade auf. Die aktuell 200 Millionen Euro kommen nicht nur von unseren eigenen Kunden, da ist auch einiges an Vermögen externer Kunden sowie von Family Offices und Vermögensverwaltern dabei. Auf- grund der guten und prämierten Perfor- mance, die wir in den letzten Jahren erzielt haben, wird unsere Verwaltung weiter gut nachgefragt. Eine ähnliche Entwicklung durchliefen anfangs beispielsweise auch Flossbach von Storch und andere große Fondsgesellschaften. Wobei der Effekt bei uns im Verhältnis gesehen noch minimal ist. Wir merken auch, dass wir insgesamt deutlich bekannter werden müssen. SinddieMultiplikatorenexterneMitarbeiter? Primär sind unsere Netzwerkpartner Multiplikatoren. Wir leben hier vor allem von einer gut funktionierendenMund-zu- Mund-Propaganda. Zudem kooperieren wir mit Kommunikationsagenturen oder auch mit Kollegen aus dem Pressebereich, die uns beispielsweise helfen, in entspre- chende Foren zu kommen. Um gelistet zu werden, arbeiten wir mit Finanzprofis zusammen. Wir wollen bekannter wer- den, ansonsten wird man ja gar nicht auf uns aufmerksam. Es gibt eine riesige Palette an möglichen Vermögensverwal- tern und Fonds in Deutschland. SiehabeneinenFondsaufgelegt,dersichmit KIundderBlockchain-Technologiebeschäf- tigt. Der Fonds kann auch direkt in Krypto- währungeninvestieren.HatdiePerformance seit Jahresbeginndeshalbgelitten? Nein, ganz im Gegenteil. Der Fonds ent- wickelt sich seit der Auflage vor rund zwei Jahren sowie im aktuellen Kalenderjahr sehr positiv. Die Begründung hierfür liegt im Zusammenspiel der beiden von Ihnen genannten Trends. Zudem sehen wir Krypto nicht als Währung, sondern eher als Technologie. Konkret haben wir die Gewichtung von Blockchain-Investments, sei es direkt bis zu 15 Prozent in Block- chain-Protokolle oder darüber hinaus in Aktien vonmit der Technologie verbunde- nen Unternehmen, in diesem Jahr gering gewichtet und den Fokus stattdessen auf den KI-Bereich gelegt. Von dieser Positio- nierung konnten wir profitieren. Aktuell sind wir indes dabei, die Gewichtungen wieder etwas zugunsten der Blockchain zu verschieben. Das Volumen des Fonds lag Ende August bei rund 30 Millionen Euro. Ihr Bankhaus arbeitet mit dem „Vermö- gensforscher“ThomasDruyenzusammen. Was macht ein solcher Wissenschaftler überhaupt – undwie kann er IhrenKunden konkret helfen? Professor Druyen begleitet uns insbeson- dere im Private Banking und im Wealth Management auch in Kundengesprächen. Er legt den Schwerpunkt auf die psycho- logische Komponente und beschäftigt sich dabei vor allem mit der Frage, wie Vermögende denken. Ein Beispiel: Wenn Unternehmer ihr Vermögen an die Kin- der übertragen, dann interessieren sie sich unter anderem dafür, wie dies steuerlich optimiert und rechtlich sauber gelingen kann. Viele vergessen dabei jedoch den psychologischen Aspekt, der zwischen den Generationen eine Rolle spielt. Dabei kann Thomas Druyen helfen: Er betrach- tet Vermögen nicht nur als finanzielles Kapital, sondern auch als Ausdruck von Verantwortung, Ethik und gesellschaft lichem Beitrag. Dabei integriert er auch soziale und kulturelle Aspekte. Druyen weist beispielsweise darauf hin, dass sich unser Private Banking auch an den Bedürfnissen jüngerer Generationen orientieren muss, die digitale und nach- haltige Lösungen erwarten. VielenDank für dasGespräch. MARCUS HIPPLER FP » Nach der Schule wollte ich gar nicht Banker werden, sondern im Kunstbereich arbeiten. « André Weber, Bankhaus Bauer BANK & FONDS André Weber | Bankhaus Bauer 404 fondsprofessionell.de 3/2026 FOTO: © CORNELIS GOLLHARDT FÜR FONDS PROFESSIONELL
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